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Oberösterreich

Großes Aufräumen im Bezirk Braunau

Von Friedrich M. Müller   03. Juni 2016 00:04 Uhr

Hochwasser im Innviertel und in Bayern

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BEZIRK BRAUNAU. In Weng war jedes zweite Gebäude überflutet – keine Verschnaufpause für die Feuerwehren.

Das ist Nachbarschaftshilfe auf Innviertlerisch: Bezirkshauptmann Georg Wojak bot den leidgeprüften Bewohnern der Grenzstadt Simbach, die durch die Hochwasserkatastrophe vom Mittwoch ihr Dach über den Kopf verloren haben, Quartiere im Bezirk an.

In der Gemeinde Munderfing werden 48 Bayern kurzfristig eine Bleibe finden. Sie können ein für Asylwerber neu errichtetes Gebäude beziehen, das bislang von Kriegsflüchtlingen noch nicht genützt worden ist. "Die Leute aus Simbach werden dort von den Mitarbeitern unseres Roten Kreuzes betreut", sagt Wojak.

Zusätzlich offerierte der Behördenleiter dem zuständigen Landrat von Rottal-Inn, Michael Fahmüller, und dem Simbacher Bürgermeister Klaus Schmid Plätze für pflegebedürftige Simbacher an, die ebenfalls obdachlos geworden sind: "Wir haben 20 in unseren fünf Pflegeheimen frei. Hilfsbereitschaft ist für uns eine Selbstverständlichkeit." Gestern Nachmittag wurde dieses Angebot noch nicht in Anspruch genommen.

Bis in die späten Abendstunden werkten gestern alleine in der 1370-Seelen-Gemeinde Weng 300 Helfer von 15 Feuerwehren. In diesem Ort stand Mittwoch jedes zweite Gebäude unter Wasser. "Das ganze Ortszentrum war überflutet – zunächst vom Wasser von den Feldern und Wiesen, dann durch den Lochbach", sagte Bürgermeister Josef Moser.

Auch Problem mit Grundwasser

Das Gemeindeoberhaupt hatte auch selbst bei den Aufräumarbeiten Hand angelegt: "Neben den Gebäudeschäden haben wir noch eine kaputte Infrastruktur bei Telefon und Internet."

Aufgrund der Niederschläge ist der Grundwasserspiegel enorm angestiegen. "Im Gemeindeamt steht daher im Keller nach wie vor das Wasser, weil es von unten reingedrückt wird." Der Bürgermeister befürchtet dadurch statische Schäden, falls die Betonbodenplatte unterspült wurde.

Positiv überrascht ist der Kommunalpolitiker, "weil jeder, der irgendwie helfen kann, aus unserer Gemeinde oder aus den Nachbarorten bei uns zupackt." Er hofft, dass in Weng heute, Freitag, die Hilfe von auswärtigen Feuerwehren nicht mehr notwendig sein muss. Auch beim Krisenstab der Behörde trafen viele Hilfsangebote von Freiwilligen ein.

Trotz der in vielen Orten sehr tristen Lage waren gestern die Menschen erleichtert: Der Himmel hatte bis auf wenige Ausnahmen seine Schleusen geschlossen.

Finanzielle Hilfe für Hochwasseropfer boten gestern das Land aus dem Katastrophenfonds und die Arbeiterkammer an.

Wettervorschau: Es regnet weiter, aber deutlich weniger

Die gute Nachricht vorweg: Die Regenmengen, die in den nächsten Tagen zu erwarten sind, sind deutlich geringer als noch zur Wochenmitte. Die schlechte Nachricht: Das feucht-schwüle Wetter bleibt uns zumindest bis Dienstag erhalten.

„Es gibt über Mitteleuropa kaum Druckunterschiede und daher wenig Wind. Das Tief bleibt über Österreich hängen“, sagt Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Das Tief verliere aber an Kraft.

„In den nächsten Tagen wird sich an Vormittagen vor allem im Zentralraum auch die Sonne zeigen, es wird deutlich freundlicher als zuletzt. Im Flachland wird es sehr wahrscheinlich trocken bleiben“, sagt der Fachmann. Über dem Innviertel und über Bayern könne er punktuelle, teilweise sogar gewittrige Regenschauer nicht ausschließen, aber mit deutlich geringerem Niederschlag. Den meisten Regen prognostiziert Ohms in den nächsten Tagen für das südliche Bergland und das Mühlviertel.

In Ranshofen wurden am Mittwoch binnen zwölf Stunden 100 Liter Regen gemessen. „Im Durchschnitt fallen im Monat Juni hier gerade einmal 70 Liter“, sagt Josef Lukas, Meteorologe des Wetterdienstes UBIMET. Ähnliche Regenmengen wurden in Simbach und Mattighofen registriert.     (müf)

 

 

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