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Oberösterreich

Ein "gläsernes Bergwerk" in Hallstatt

HALLSTATT. Heute und am Sonntag kann man bei "Archäologie am Berg" in die Hallstattzeit eintauchen.

Ein "gläsernes Bergwerk" in Hallstatt

Hans Reschreiter Bild: NHM Wien

An diesem Wochenende ist es wieder so weit: Zum 13. Mal geht beim Schaubergwerk in Hallstatt "Archäologie am Berg" über die Bühne. Heute und am Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr können sich die Besucher dieser Didaktik- und Öffentlichkeitsveranstaltung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM) und der Salzwelten hautnah ein Bild vom Leben vor rund 3000 Jahren machen. Der Eintritt ist frei.

"Diesmal ist die Veranstaltung besonders spannend", sagt der aus Rußbach im Bezirk Hallein gebürtige Hans Reschreiter (49), Leiter der Bergbausammlung an der Prähistorischen Abteilung des NHM und zuständig für die Ausgrabungen im Salzbergwerk Hallstatt. Er ist der Initiator der Veranstaltung, die 2003 erstmals abgehalten wurde. Spannung versprechen vor allem die neuen Hitech-Methoden, mit denen die Forscher das Leben in der Hallstattzeit zwischen 850 und 350 vor Christus virtuell in Szene setzen. "Der Schwerpunkt liegt heuer auf digitalen bildgebenden Verfahren wie Laserscan und Image Based Modelling", sagt Reschreiter.

Vor dem Eingang ins Schaubergwerk werden Stationen aufgebaut, wo 20 Wissenschafter und Archäotechniker ihre Methoden und Arbeitsweisen vorführen. "Ziel ist es, dieses älteste Salzbergwerk virtuell erlebbar zu machen", sagt Reschreiter. Gezeigt wird, wie die Stollen und Abbaukammern vermessen, dreidimensional aufgenommen und anhand von Laser- scans in 3D-Modelle verwandelt werden. Die Besucher können auch von sich selber einen 3D-Doppelgänger anfertigen lassen.

Tausende Fotos aus dem Inneren des Bergwerks wurden eingescannt und zu Modellen verarbeitet. So kann man wie in einem "gläsernen Berg" von Fundstelle zu Fundstelle navigieren, dort die einzelnen Objekte anklicken und ihre Entstehung nachvollziehen.

Wer lieber selber zupackt, kann sich als "experimenteller Archäologe" versuchen. Zwei Tage lang wird gekocht, Bronze gegossen, Tierhaut verarbeitet. Der Duft von prähistorischem Eintopf, dem "Ritschert", liegt in der Luft, Rauch steigt von den Koch- und Schmelzfeuern auf. Höhepunkt ist die Führung durchs Schaubergwerk. Tief im Inneren findet sich eine luftdichte Vitrine mit Europas ältester Holztreppe. Animierte Figuren werden auf das Fundstück projiziert und geben eine Vorstellung davon, wie die Treppe vor 3100 Jahren errichtet wurde.

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Artikel Alfons Krieglsteiner 20. August 2016 - 00:04 Uhr
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