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Alles grau? Der Frust nach den Ferien

Von Valerie Hader, 24. August 2015, 00:04 Uhr
Alles grau? Der Frust nach den Ferien
Der Urlaub ist zu Ende, ab nach Hause! Nicht jeder freut sich drauf, wieder in den Alltag zurückzukehren. Bild: colourbox.de

LINZ. Post-Holiday-Syndrom nennen Forscher die Niedergeschlagenheit, die sich bei vielen Menschen einstellt, wenn sich der Alltag nach zwei Wochen am Meer oder in den Bergen besonders grau anfühlt. Eine Expertin weiß Rat, was man gegen den Frust nach dem Urlaub tun kann.

Der Urlaub ist vorbei, zu Hause warten unbezahlte Rechnungen, ungelöste Konflikte, Berge voller Schmutzwäsche und ein voller Schreibtisch. Post-Holiday-Syndrom nennen Forscher diese Niedergeschlagenheit, die sich bei vielen Menschen einstellt, wenn sich der Alltag nach zwei Wochen am Meer oder in den Bergen besonders grau anfühlt. Die OÖNachrichten haben Psychotherapeutin Christa Schirl dazu befragt.

OÖN: Gibt es Menschen beziehungsweise Berufe, die besonders "gefährdet" sind für das Post-Holiday-Syndrom?

Christa Schirl: Prinzipiell kann das jeden treffen, Manager genauso wie Handwerker, Frauen genauso wie Männer, das hängt in keinster Weise mit der Art des Jobs oder der Hierarchieebene zusammen. Vielen Menschen wird nach einer Auszeit manchmal erst der tägliche Wahnsinn bewusst. Man hat praktisch den Blick von außen und nimmt in dieser Situation oft Unstimmigkeiten wahr, die man, solange man in seinem Hamsterrad gesteckt hat, gar nicht bemerkt hat.

Ist das also in gewisser Weise auch ein Alarmzeichen?

Wenn jemand Frust empfindet, zeigt das im Grunde, dass es Unstimmigkeiten gibt, dass etwas nicht so ist, wie es demjenigen entspricht.

Was sollte man dann machen?

Wenn sich also Unzufriedenheit zeigt, sollte man einmal genau hinschauen und sich vor allem darüber klar werden: Wie sollten Job und Alltag sein, damit sie für mich passen? Einfach mal in Ruhe bewusst machen, was es eigentlich ist. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die mich am Partner, an meiner Lebenssituation oder an meiner Arbeit stören, die sich häufig ohne großen Aufwand ändern lassen.

Ist der Frustpegel höher, wenn der Urlaub ganz besonders schön – oder der Sommer so wie heuer ungewöhnlich lang – war?

Nein. Zumindest dann nicht, wenn der Alltag für mich stimmig ist. Denn wenn das der Fall ist, freu ich mich in der Regel schon wieder auf daheim, auf mein Bett, auf meine Freunde, auf meine Kollegen.

Und wenn das nicht der Fall ist?

Das Ganze ist natürlich auch ein bisschen ein Luxusproblem. Vor 50 Jahren hat sich niemand gefragt, ob ihm seine Arbeit Spaß macht. Das musste einfach getan werden. Auf der anderen Seite sollte man auch den Urlaub nicht überbewerten, sondern sich vielmehr öfter Urlaub im Alltag gönnen – Ruhephasen und Genussmomente einplanen.

Wie lange dauert das "Post-Holiday-Syndrom" normalerweise?

Meistens kommt man nach ein paar Tagen schnell wieder hinein in den Alltag, dann wird’s in der Regel besser. Generell rate ich allen, es nach einem Urlaub erst einmal ruhig anzugehen, nicht sofort von null auf hundert starten. Also nicht gleich am ersten Tag zu Hause wieder das ganze Haus zu putzen oder im Job fünf wichtige Besprechungen am ersten Vormittag durchzuziehen, sondern es sich – wenn möglich – zu erlauben, wieder langsam in den Alltag einzutauchen.

Was tun, wenn diese Traurigkeit auch nach Tagen immer noch nicht verschwunden ist?

Generell gilt: Ob in Beziehungen oder im Job, es wird immer etwas geben, was einem nicht zu 100 Prozent entspricht. Wenn das Gefühl der Sinnlosigkeit aber anhält, sollte man dringend über Veränderungen nachdenken. Wer nicht weiß, in welche Richtung es gehen soll, kann sich Rat und Hilfe holen – etwa bei einem Coaching oder im Gespräch mit engen Freunden, die einen gut kennen.

Ein gängiger Tipp gegen den Nach-Urlaubs-Frust lautet, einfach schon von den nächsten Ferien träumen. Was denken Sie?

Arbeit gehört zum Leben dazu. Man kann ja nicht nur Freizeit haben, das ist utopisch und würde wohl auch nicht glücklich machen. Ich denke, es ist viel besser, es sich im Alltag schön zu machen – da reichen auch kleine Dinge. Gerade jetzt im Sommer kann ich doch auch nach Dienstschluss noch baden gehen oder Freunde im Gastgarten treffen. Oder mir einfach zu Hause einen köstlichen griechischen Salat machen – es gibt tausend Möglichkeiten, sich den Urlaub daheim "zu verlängern".

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17  Kommentare
17  Kommentare
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oneo (19.368 Kommentare)
am 24.08.2015 15:06

da ich während meiner geschäftstätigkeit ohnehin nur 3-4 halbtage gearbeitet habe, kenne ich so ein syndrom nicht. aber ich kann das schon nachfühlen, daß gewisse charaktere dies sehr schlecht verkraften. daher wäre für diese menschen kurzurlaube von 2-5 tagen sicherlich besser.
ich erforsche im oktober patagonien von nord nach süd und ost nach west und die walgeburten auf der halbinsel valdes.

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ingeoma (3.327 Kommentare)
am 24.08.2015 12:10

von solchen EX PERTINNEN lasse ich mir weder den Alltag noch den Urlaub vermiesen.
Ganz ohne Psychotanten erleben die Menschen seit ewigen Zeiten Phasen von Schuften, Gestalten, Erholung, Schaffen, Muße, Anspannung, Arbeit, Höhen und Tiefen.
Ganz ohne Psychotanten haben bisher die Eltern gemeinsam Kinder gezeugt und aufgezogen.
Im Zeitalter der Expertinnen wird alles reglementiert und fremgesteuert von Leuten, die nie einer schweißtreibenden Arbeit und nie einer freudvollen Beschäftigung nachgegangen sind, die nie etwas gleistet, gestaltet oder geschaffen haben, die nie das Glücksgefühl von Muße, von Erschöpfung, von Erholung genossen haben.
Und geschlechtslose Emanzen bestimmen über Familie, Kindererziehung und Schulalltag.
Verschont uns von Expertinnen - und Fernsehköchen.

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Dampfplauderer (5.900 Kommentare)
am 24.08.2015 11:19

Man sollte nicht alles Schöne aufs Wochenende, den Urlaub oder die Pension verschieben. Besser unter der Woche gut leben und an den freien Tagen leicht drauflegen.

Dann ist der Alltagsschock nicht so schlimm.

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naalso (2.148 Kommentare)
am 24.08.2015 11:50

Exakt. Die kleinen "Auszeiten" machen doch das Leben schön. Und ich kenn viele, die gearbeitet haben wie die Büffel und dann von einer tiefen Sinnkrise gebeutelt wurden, als sich nichts mehr (in der Pension) zu tun hatten.

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naalso (2.148 Kommentare)
am 24.08.2015 11:19

Man kann ja nicht nur Freizeit haben, das ist utopisch und würde wohl auch nicht glücklich machen.

Aber geh, so ein Schmarrn. Ich hab als Pensionist nur noch Freizeit und das ist nicht utopisch sondern Realitäg und ich bin trotzdem sehr glücklich.

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Dampfplauderer (5.900 Kommentare)
am 24.08.2015 11:24

Wenn man einen Job hat, der Spaß macht, ist der Alltag schöner. So etwas leistet sich aber nicht die Mehrheit...

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naalso (2.148 Kommentare)
am 24.08.2015 11:48

Ich hab mich während meiner 45 Berufsjahre IMMER auf den Urlaub und IMMER auf die Arbeit gefreut. Und immer darauf achten, dass die Lebensqualität nicht verloren geht. Das ist der (oder ein) Schlüssel zum Glücklichsein.

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Wuhei (716 Kommentare)
am 24.08.2015 11:10

Diese sogenannten Experten reden dumen Menschen doch nur solche erfundenen Syndrome ein, damit sie an deren Dummheit was verdienen.

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Dampfplauderer (5.900 Kommentare)
am 24.08.2015 11:22

Ich glaube, dass schon was dahinter ist. Wenn man alles Geld und Zeit für Extremurlaube ausgibt, dann fällt man im grauen Alltag leicht in ein Loch.

Die Woche über von Brot und Wasser leben, im Urlaub aber ein paar Hunderter pro Tag und Person verklopfen. Was kostet die Welt, und jeder verspeiste Hummer wird auf Facebook gepostet. Das ist nicht unüblich. Zuhause im Plattenbau ist es dann sehr grau.

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Gugelbua (32.064 Kommentare)
am 24.08.2015 10:00

Dagegen helfen hochprozentige Positivtropfen und viel viel Werbung denn in der ist die Welt noch heil grinsen grinsen grinsen
Wir leben im Zeitalter von EX perten grinsen
arbeiten - das war mal grinsen

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tacitus (4.799 Kommentare)
am 24.08.2015 09:42

diese Expertin soll selbst einmal in den Urlaub gehen !!!

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tacitus (4.799 Kommentare)
am 24.08.2015 09:40

wer braucht einen Urlaub ?

menschen, die einen unbefriedigenden Alltag haben.
meine Tage sind ausgeglichen zwischen befriedigender Arbeit und Muße. Wegfahren stört mich.daher habe ich kein irgendwie Frust Syndrom. Aber wie oben geschrieben, die sogen.forscher müssen auch leben und erfinden etws und flugs spüren eine Menge Leute genau diesen Frust !

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2good4U (17.934 Kommentare)
am 24.08.2015 09:23

Um dem "Post-Holiday-Syndrom" vorzubeugen gibt es drei Möglichkeiten:

1. Man kommt vom Urlaub nicht mehr zurück.
2. Man geht nicht in Urlaub.
3. Man sorgt dafür das der Urlaub derartig mies ist, dass man sich auf die Arbeit wieder freut.

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2good4U (17.934 Kommentare)
am 24.08.2015 09:20

Spürt von euch auch jemand dieses "Post-Weekend Syndrom" heute, oder bin ich der Einzige zwinkern ?

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Plaudertasche1970 (2.682 Kommentare)
am 24.08.2015 08:54

Was für ein Schwachsinn!

Naja, "Forscher" müssen auch leben ....

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max1 (11.582 Kommentare)
am 24.08.2015 07:45

Wenn eine "Expertin" vom täglichen Wahnsinn spricht ist das mehr als sehr bedenklich.
Über eine miese Situation die ja ohnehin schon vor dem Urlaub existierte wäre im Urlaub Zeit gewesen, wenn das versäumt wurde kommt der Frustzustand nur verstärkt wieder. Im Urlaub nachdenken und anschließend handeln wäre angesagt. Sich in Feigheit und Laxheit suhlen und zu sudern, ist auch eine Möglichkeit mit einer großen Anzahl Gleichgesinnter sinnentleerte Psychoseminare zu besuchen und z.B.:Lachyoga zu lernen.
Aufbruch besser Ausbruch ist angesagt. Arbeit ist und bleibt Arbeit,Spass ind Vergnügen werden mit dem Entgeld aus Arbeit finanziert. Bei 100 % Arbeitszufriedenheit bedarf es keines seichten Spasses oder Vergnügens, ganz einfach eine Folge der Einstellung zum Leben.

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Puccini (9.519 Kommentare)
am 24.08.2015 00:14

Super, dass wir so super Expertinnen haben.
Was täten wir nur ohne sie?
Lebenslang ohne Urlaub zu arbeiten?

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