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Venedig sperrt sich gegen Plastik-Gondeln

Von apa/nachrichten.at   07. April 2010 15:28 Uhr

Mit Anna nach<br/>Venedig fliegen<br/>

Die gutmütige „Anna“ bringt ihre Passagiere sicher auf den Flugplatz Nicelli, dort wartet eine exquisite Bar. Wenigstens einmal im Leben sollte man sich eine Gondelfahrt gönnen.

VENEDIG. Ausschließlich aus Holz und nicht aus Plastik dürfen Gondeln für Venedigs Wasserstraßen hergestellt werden. Die Stadt hat das Angebot eines süditalienischen Unternehmens abgelehnt, das der Gemeinde Gondeln aus Plastik liefern will, die länger als die traditionellen Boote aus Holz halten.

„In Venedig sind ausschließlich Gondeln erlaubt, die von lokalen Handwerkern nach einer Jahrhunderte langen Tradition hergestellt werden“, sagte ein Sprecher der Behörde zum Schutz dieser Boote.

Die traditionelle Gondel ist ein Meisterwerk venezianischer Handwerkskunst. Sieben verschiedene Holzarten werden für den Bau eines Exemplars verwendet, das durchschnittlich 25.000 Euro kostet. „Es ist undenkbar, dass in Venedig Gondeln aus Plastik eingesetzt werden. Die einzigen Gondeln aus Plastik, die es in Venedig gibt, sind Mitbringsel“, stellte der neue Bürgermeister Giorgio Orsoni klar. Er will sich jetzt sogar dafür einsetzen, dass Taxi-Motorboote auf dem Canal Grande aus Holz hergestellt werden.

Das Schiffswerft in der süditalienischen Hafenstadt Brindisi lässt sich von der ablehnenden Reaktion aus Venedig nicht entmutigen. „Die Plastikgondeln sind billiger und halten länger. Wir werden sie in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten verkaufen. Wir können sie auch anderen Hafenstädten in Italien anbieten“, erklärte der Unternehmen Giuseppe Gioia, Besitzer des Werft Cantieri navali Brindisi.

Die venezianischen Gondelproduzenten wollen um jeden Preis das Symbol der Lagunenstadt vor billigen Imitationen schützen. Eine Gruppe von Handwerkern, die Gondeln nach einem uralten Produktionssystems herstellt, haben eine Offensive gegen „Konkurrenten“ gestartet, die mit billigerem Material neue Modelle entwerfen, die nicht der Jahrhunderte alten Tradition entsprechen.

Die Gondelproduzenten planen die Gründung eines Verbands zum Schutz der Tradition. Dieser soll nur jenen Gondeln eine Qualitätsmarke verleihen, die aus echtem Holz und ohne Glasfaserkunststoffe hergestellt werden und bestimmten Größenstandards entsprechen. „Viele neue Gondeln sind einfach kitschig, mit knallgelben Dekorationen, die nichts mit der venezianischen Geschichte zu tun haben. Die Gondel ist ein Symbol Venedigs, nicht die Attraktion eines Vergnügungsparks“, sagte ein Sprecher der Gondelproduzenten. Venedig dürfe nicht zu einem Las Vegas Europas werden. „Schon heute findet man Pseudo-Gondolieri, die Touristen für viel Geld auf Plagiat-Gondeln herumführen. Das ist purer Betrug“, so der Sprecher.

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