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Globaler Protesttag - Weltweit Hunderttausende auf der Straße

Von nachrichten.at/apa, 15. Oktober 2011, 21:24 Uhr
SPAIN PROTEST
Bild: epa

In vielen Städten der Welt haben Samstag Zehntausende gegen die Auswüchse des Finanzsystems im Rahmen eines "globalen Protesttages" protestiert. Dabei kam es Rom bei einer Großkundgebung zu Ausschreitungen.

Weitere Massenkundgebungen gab es unter anderem in Frankfurt, London und Brüssel. Auch in Österreich gingen Menschen auf die Straße: In Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck fanden Demonstrationen und Protestmärsche statt.

Ruhige Märsche in Österreich

Protestaktionen in Österreich blieben vergleichsweise überschaubar und liefen friedlich ab: Bei einem Marsch in Wien zogen nach Angaben der Polizei 1.400 Menschen am Samstagnachmittag vom Westbahnhof in die Innenstadt. Dem Protestaufruf sind vor allem junge Leute gefolgt, viele von ihnen hatten sich mit "Anonymous"-Masken ausgerüstet und schwenkten systemkritische Transparente. In Reden bei der Abschlusskundgebung ab 19.00 Uhr konnte sich jeder der Teilnehmer seinen Ärger von der Seele reden.

"Vielleicht halten sie uns heute noch für verwirrte Konzeptkünstler, das wird sich ändern, wenn wir einmal 10.000 sind", gab sich ein Teilnehmer kämpferisch. Die Veranstaltung begann sich am Abend rasch aufzulösen. Aufgeben wollen die Organisatoren nicht: Sonntag um 12.00 Uhr werden die Proteste am Ballhausplatz fortgesetzt.

In Graz wurde bei einer Kundgebung am Mariahilferplatz der ehemalige Resistance-Kämpfer Stephane Hessel - Autor der Streitschrift "Empört Euch!" - zu einer Rede erwartet. In Salzburg fanden sich rund 200 Teilnehmer zu einer friedlichen Protestaktion vor der Filiale der Nationalbank in der Franz-Josef-Straße ein. In Innsbruck und Linz verliefen Protestmärsche ohne Zwischenfälle.

40.000 Deutsche gingen auf die Straße

In Deutschland gab es am Samstag in zahlreichen Städten Demonstrationen gegen Auswüchse des Kapitalismus und soziale Ungleichheit. In Berlin zogen mehr als 5.000 Protestierende vom Alexanderplatz in Richtung des deutschen Kanzleramtes. In der Bankenmetropole Frankfurt am Main kamen nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen zu einer Protestkundgebung an der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch in Köln, Hannover, Leipzig und München gab es Proteste. Nach Angaben des Anti-Globalisierungsnetzwerks Attac nahmen 40.000 Menschen teil.

Ausschreitungen in Rom

Bei der Großdemonstration von Kapitalismuskritikern und Gegnern der italienischen Regierung von Silvio Berlusconi in Rom kam es zu Straßenkämpfen und Vandalenakten mit Verletzten. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden 70 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer.

Vermummte Mitglieder anarchistischer Gruppen beschädigten Bankenfilialen, Arbeitsämter, Tankstellen und den Sitz des Steueramts. Zudem wurde ein Anbau des Verteidigungsministeriums in Brand gesetzt. Rund 200.000 Personen beteiligten sich laut den Organisatoren an der Protestkundgebung in Rom. Es handelt sich um den ersten großen Massenprotest seit die Regierung Berlusconi im September ihr Sparpaket zur Schuldeneindämmung verabschiedete.

In London sollte die Börse besetzt werden

In London kam es zu Rangeleien von Demonstranten mit den eingesetzten Polizeikräften, als einige der etwa 800 Teilnehmer der dortigen Kundgebung sich in Richtung der abgesperrten Börse bewegten. Die Demonstranten skandierten "Die Straßen gehören uns!" und "Wir sind die 99 Prozent" - als Ausdruck, dass ein Prozent der Bevölkerung auf dem Rücken der 99 restlichen Prozent reich geworden sei. Die Aktion "Besetzt die Londoner Börse" ("Occupy London Stock Exchange") wurde von einem Zusammenschluss von Organisationen veranstaltet wie UK Uncut oder OccupyLSX. Vor der St. Paul's Cathedral sagte der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, das Londoner Bankensystem sei "Empfänger von korruptem Geld".

"Junge Menschen zurecht empört"

Auch vor der EU-Kommission in Brüssel wurde protestiert. Rund 6.000 Menschen marschierten am Samstag durch die Innenstadt der belgischen Hauptstadt. Darunter waren auch Aktivisten der spanischen Bewegung der "Indignados" (Deutsch: Empörten), die zu Fuß von Madrid nach Brüssel gekommen waren.

Der künftige EZB-Chef Mario Draghi äußerte Verständnis für die Proteste. "Die jungen Menschen haben ein Recht darauf, empört zu sein", sagte er laut italienischen Medienberichten am Rande des G-20-Finanzministertreffens in Paris. Die Demonstrationen dürften aber nicht ausarten.

Protest-Vorbild USA

Den Auftakt der Proteste hatten Demonstrationen im asiatisch-pazifischen Raum gebildet. In Hongkong, Tokio, Seoul und Sydney gingen Tausende auf die Straße.

Vorbild für die Demonstrationen sind die Proteste in den USA, wo Kritiker des Finanzsystems seit Wochen auf einem Platz nahe der New Yorker Börse unter dem Motto "Occupy Wall Street" gegen die Macht der Banken protestieren. Auch am Samstag war es dort zu einer Kundgebung gekommen: Eine Gruppe von rund hundert Menschen zog lautstark vor eine Filiale der US-Großbank JPMorgan Chase, um gegen deren Absicherung durch die US-Regierung in der Finanzkrise zu protestieren. "Chase wurde mit Steuergeldern gerettet, wir wurden verkauft", riefen die Protestler in Sprechchören. 

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19  Kommentare
19  Kommentare
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airbase (852 Kommentare)
am 16.10.2011 21:07

weg mit den alten furzern. her mit neuem ideen

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herbertw (14.515 Kommentare)
am 16.10.2011 10:30

Es bedarf offensichtlich der Straße, um das System zu ändern. Und dazu braucht man Jugendliche. Gott sei Dank hat die ihre politische Meinung endlich wieder entdeckt.

An anderen "herkömmlichen" Möglichkeiten (wie www.aendern-sie-das.at) beteiligt sich ja eh keiner.

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konkel (2.667 Kommentare)
am 16.10.2011 08:56

aber das war für die OÖN wohl zu nah um darüber detaillierter zu berichten.

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chesyrybeck (248 Kommentare)
am 16.10.2011 08:37

Freut mich sehr diese Kommentarw zu lesen.Ich hoffe die Leute werden munter.
Nur abkassieren und nix leisten,gehört abgeschafft.
Ich hoffe es stellen sich noch weitaus mehr Menschen auf die Füsse.Der Gier des Menschen einmal ein ENDE zu setzen.

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gegenstrom (16.154 Kommentare)
am 16.10.2011 06:10

...... deren Kosten die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Europa zu übernehmen haben.
Die immer nur vorläufige Stabilisierung der Finanzmärkte erfolgt mit einem frontalen Angriff auf Einkommen und Arbeitsplätze, auf soziale Errungenschaften und die Gemeinschaftsgüter und nicht zuletzt auf demokratische Teilhaberechte der Bevölkerung. Um die Finanzinstitute zu retten, wird die Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, werden Einkommens- und Arbeitsplatzverluste, wird die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten auf dem reichsten Kontinent auf Erden in Kauf genommen, werden die Zukunftsaussichten einer ganzen Generation, werden Hoffnungen und Erwartungen zunichte gemacht.

http://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/Pressegruppe/111012%20Argumentarium%20zur%20Krise%20Wissenschaftlicher%20Beirat.pdf

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am 16.10.2011 05:56

..ich denke es ist hoch an der Zeit, dass wir das lebe nwieder ein Stückche nselbst in die HAnd nehmen. Auf die ELiten ist kein Verlass mehr. Ich hätte mir gestern in Salzburg auch 100000 gewünscht. Und zu einigen Postern hier. Nicht in alter MAnier weitersudern. Aufgehts. Meine Damen und Herren. Raus aus den Sofas vorm PC.

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thehypercritics (892 Kommentare)
am 16.10.2011 00:58

puerta del sol in madrid ist auch wieder voll, santander 10.000, usw. usw.
die kleinste demo gabs im burgenland:
http://www.youtube.com/watch?v=G74owYi1Ibg

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am 16.10.2011 01:07

gewesen?

leider ist sich das arbeistmäßig - bei mir und meinem mädchen - kurzfristig nicht mehr ausgegangen (ich in einem halblandeseigenen großbetrieb und mein "mädchen" in einem "gemeinde-verhältnis") ...

wir (so um die 50-ig) haben noch NIE in unserem leben demonstriert ...???
aber es wird/ist jetzt die zeit DAZU gekommen!

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am 16.10.2011 00:44

zehn-oder hunderttausende???

oder waren mit den zehntaussenden .. die einzelnen städte gemeint?
aber auch das wäre NICHT richtig? alleine in rom waren es mehr als zehntausende?

nix kleiner machen ... als es eh NOCH ist, gell?

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am 16.10.2011 00:45

wer immer damit eine freude hat!

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peas (4.501 Kommentare)
am 15.10.2011 22:57

.. scheinbar geht es vielen noch zu gut, dass sie denken sich darum nicht kümmern zu müssen, ergo nicht auf die strasse gehen zu müssen.

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DerDa (1.283 Kommentare)
am 15.10.2011 22:32

ist das Beste was der Gesellschaft seit Martin Luther King passiert ist !

ein BRAVO an die Iniziatoren !!!!!

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DerDa (1.283 Kommentare)
am 15.10.2011 22:34

der 21.12.2012 naht !

Die Hoffnung.

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am 15.10.2011 23:59

bin ich aber weg! ㋡

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am 15.10.2011 21:48

er/gefunden?

naja, ihr - JOURNALISTEN - solltet euch darauf einstellen, dass diese proteste erst der anfang vom ende der gier-banken mir ihren abnick-dackeln ist ...

hoffentlich?

ausgenommen ist davon natürlich unser land ...???...
weil an einem samstag muss sich der gelernte österreicher ja auf den musikantenstadl, die 8.tankstellen-halbe oder auf den morgigen frühschoppen vorbereiten!

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benzinverweigerer (14.631 Kommentare)
am 15.10.2011 22:06

daß ich meine Schulden verliere?

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am 15.10.2011 23:58

ersparnisse (und ev. auch job, versicherungen, ...) sind aber dann weg ... weit, weit weg!

DAS macht es doch so "spannend" ㋡

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iwonder (262 Kommentare)
am 16.10.2011 08:42

zwinkern

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comments (515 Kommentare)
am 15.10.2011 23:01

www.15october.net gibt es mehr infos, das heute war sicher erst der anfang.

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