Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 16. August 2018, 02:12 Uhr

Linz: 20°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 16. August 2018, 02:12 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

"Seit Jahren waren wir einem Krieg nicht so nahe"

GAZA/JERUSALEM. Israel–Gaza: Nach gegenseitigem Beschuss droht nun die Eskalation.

"Seit Jahren waren wir einem Krieg nicht so nahe"

Einer der in der Nacht auf gestern durchgeführten Vergeltungsangriffe Israels auf Gaza-Stadt Bild: AFP

Die Lage zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel spitzt sich erneut zu. Alle paar Minuten heulten in der Nacht auf gestern in israelischen Ortschaften die Luftschutzsirenen auf. Die radikalislamische Hamas schoss bis in die Morgenstunden mehr als 150 Geschosse auf Israel ab, erstmals seit dem letzten Krieg 2014 auch auf die Großstadt Aschdod.

Sieben Menschen wurden verletzt, einige lebensgefährlich. 25 palästinensische Raketen wurden abgefangen, die meisten schlugen auf freiem Gelände ein, hieß es aus Armeekreisen.

"Seit Jahren waren wir einem Krieg mit Gaza nicht so nahe wie heute", sagte ein hochrangiger Offizier der israelischen Armee, dessen Name nach den Regularien der Streitkräfte nicht genannt werden darf.

Auf die Angriffe aus dem Gazastreifen reagierte Israel umgehend. Insgesamt wurden mehr als 140 Ziele attackiert. Bei einem dieser Angriffe kamen nach Angaben palästinensischer Behörden eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter ums Leben. Die 23-Jährige war im neunten Monat schwanger.

Zuvor war ein Mitglied des bewaffneten Flügels der im Gazastreifen herrschenden Hamas bei einem Luftangriff auf sein Auto getötet worden. Acht weitere Palästinenser wurden dem Ministerium zufolge verletzt.

Vor Dörfer-Evakuierung

Die israelische Armee verlegte gestern weitere Raketen-Abschussbatterien in den Süden und zog Landstreitkräfte rund um Gaza zusammen.

Erstmals sprachen Offiziere davon, Dörfer in Grenznähe im Vorfeld einer Militäroperation zu evakuieren. "Die Hamas muss in den kommenden Stunden verstehen, was sie die ganzen letzten Monate nicht verinnerlicht hat", drohte der hochrangige israelische Offizier weitere Militärschläge an.

Abkommen schien möglich

Dabei schien es zumindest bis Mittwochnachmittag, als stünden Israel und die Hamas kurz vor dem Abschluss eines langfristigen Waffenstillstandsabkommens. Der Deal, der mit Vermittlung Ägyptens, Katars und der Vereinten Nationen (UN) ausgehandelt wird, werde bis spätestens Ende August unterschrieben, hatte ein hochrangiger Hamas-Sprecher geschätzt.

Eine Delegation der Islamisten war Mittwochnachmittag in Kairo eingetroffen, um dem ägyptischen Geheimdienst zu übermitteln, ihre Führung stünde dem Deal positiv gegenüber. Israels Kabinett schien ebenfalls geneigt, ihn unter bestimmten Konditionen anzunehmen.

Leitartikel auf »Seite 4

Kommentare anzeigen »
Artikel 10. August 2018 - 00:04 Uhr
Mehr Außenpolitik

Prozess gegen Trumps Ex-Wahlkampfmanager wegen Bank- und Steuerbetrugs

WASHINGTON. Im Prozess gegen den ehemaligen Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ...

Indien will bis 2022 bemannten Weltraumflug ins All starten

NEU DELHI. In einer Rede vor Anhängern kündigte Premierminister Narendra Modi einen Weltraumstart für zwei ...

Rechtsgerichteter Präsident von Paraguay will auf Opposition zugehen

ASUNCION. Paraguay hat ein neues Staatsoberhaupt. Mario Abdo Benitez von der rechten Colorado-Partei legte ...

Putin plant Österreich-Besuch zu Kneissl-Hochzeit am Samstag

MOSKAU/WIEN. Der russische Staatspräsident Wladimir Putin plant kurzfristig einen Österreich-Besuch. Auch ...

Nazi-Skandal in australischem Parlament

CANBERRA. Mit einem Begriff aus dem Nazi-Vokabular hat ein Rechtsaußen-Abgeordneter in Australien für ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS