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Fritz Egger will die Pforten des Theaters Meggenhofen wieder öffnen

Ab Sommer 2019 soll der Vierseithof wieder kultureller Nahversorger werden.

Fritz Egger will die Pforten des Theaters Meggenhofen wieder öffnen

Seine neue Wirkungsstätte bringt den Schauspieler aus Grieskirchen zurück in die Heimat. Bild: jule

Noch liegen jede Menge Äpfel und Kastanien vor dem großen, braunen Holztor des Theaters Meggenhofen, noch sind die knapp 400 Sitzplätze zwischen den braunen Holzbalken im Innenhof unter einer weißen Plane vor der Witterung geschützt. Doch schon bald sollen darauf wieder an lauen Sommerabenden Theaterfreunde Platz nehmen und sich begeistern lassen. Nach 48 Jahren Theater- und Aufführungsbetrieb und dem Rückzug der Betreiber blieb der Vierseithof diesen Sommer geschlossen. Jetzt hat Schauspieler und Kabarettist Fritz Egger die künstlerische Leitung des Theaters Meggenhofen übernommen.

Zentrum für Volksstücke

"Das hier muss ein Zentrum fürs gehobene Volksstück werden", sagt Egger und zeigt begeistert auf den Innenhof des 400 Jahre alten Gebäudes. "Das Bühnenbild dafür ist ja schon da!" Eine jährliche Eigenproduktion, die sich mit einem Problem im ländlichen Raum befasst, hat er sich vorgenommen. Starten will er 2019 mit dem Stück "Erde" von Karl Schönherr. Die Tragikomödie dreht sich um die Herausforderungen einer Hofübergabe, Egger wird dabei unter der Regie von Michael Gampe auch selbst auf der Holzbühne spielen.

Dass die Zukunft des Theaters Meggenhofen ungeklärt ist, hat der Mime während der Zugfahrt von seinem Wohnort Salzburg zu seinem derzeitigen Engagement im Theater an der Josefstadt in Wien aus einem OÖN-Artikel erfahren. Daraufhin setzte er sich sofort mit der Besitzerin Elisabeth Moussoulides in Verbindung. Denn dass es mit dem Theater Meggenhofen weitergeht, war dem Kulturbegeisterten nicht nur ein professionelles, sondern auch ein ganz privates Anliegen: "Ich habe hier selbst vor 40 Jahren mein allererstes Theaterstück gesehen. Als ich Oberstufenschüler im BORG Grieskirchen war, sind wir mit der Klasse zu Fuß hierhergegangen – und ich war begeistert von dem, was ich gesehen habe."

Neben dem Herzstück, der jährlichen Eigenproduktion, soll der Hof auch als stimmungsvoller Rahmen für Gastveranstaltungen wie Kabarettabende, Lesungen und Jazzkonzerte verzaubern. Geöffnet wird das Theater Meggenhofen von Mitte Juni bis Mitte Juli sein, nicht zuletzt deshalb, weil anschließend bei den Salzburger Festspielen der "Jedermann" startet und Egger dort seit sechs Jahren als Schuldknecht mit von der hochkarätigen Partie ist.

Derzeit kämpft er um die Finanzierung der Theatervorhaben. "Ich muss Sponsoren und Mäzene finden, Privatpersonen und Wirtschaftstreibende, die mithelfen, damit die Kartenpreise moderat bleiben können", sagt Egger.

Neben dem Reiz, etwas Neues auszuprobieren, war es auch der Wunsch, "den Menschen eine kulturelle Einstiegsdroge zu bieten", die den in Grieskirchen aufgewachsenen Schauspieler dazu veranlasst hat, die künstlerische Leitung des Theaters zu übernehmen: "Diese Aufgabe bringt mich der Heimat ein großes Stück näher."

 

Zur Person

„Sie haben eh was G‘scheites gelernt – werden S’ doch Lehrer“ – so wurde es Fritz Egger dereinst beim ORF geraten. Doch die Liebe zum Film, Fernsehen und zur Bühne hatte den 1960 in Schärding Geborenen schon zu sehr gepackt, er wollte es wissen. Sein Wagnis wurde belohnt. Zahlreiche Rollen an namhaften Theatern, Fernsehrollen und erfolgreiche Kabarett-Abende dominieren seitdem die Karriere des 58-Jährigen. Seit sechs Jahren ist er außerdem als Schuldknecht im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen zu sehen. Aufgewachsen ist Fritz Egger in Grieskirchen, auch die Hochzeit mit seiner Frau feierte er dort in der „Waldschänke“. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder, Max (23) und Johanna (20).

 

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Artikel Julia Evers 15. September 2018 - 00:04 Uhr
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