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Julianhof in Straden: Wo man mitten in den Weinbergen auf Zebras trifft

Von Roswitha Fitzinger, 14. Oktober 2023, 14:06 Uhr
Ich glaub, mich tritt ein Zebra
Für einen Ausblick auf Straden mit seinen drei Kirchtürmen und vier Kirchen muss man den Julianhof nicht verlassen. Bild: Julianhof

Einst waren in der Südoststeiermark Vulkane aktiv, die das Hügelland formten. Eine Gegend, die sich heute als Vulkanland vermarktet, in der man um Wein nicht herumkommt und wo man mitunter auf Zebras trifft.

Das Vulkanland ist für so manch eine Überraschung gut. Der Julianhof in Straden ist eine davon. Nicht nur ist es das einzige Premium-Quartier im weiteren Umkreis, da ist noch der Zebrakopf im Logo, den man sofort in Afrika verortet. Aber was verbindet diesen fernen Landstrich mit der Südoststeiermark, abgesehen vom Wein vielleicht? Warum mietet man sich dort neuerdings in ein "Farmhouse" oder "Beachhouse" ein? Fragen, die sich aufdrängen, auch wenn die beiden Holzbauten aus heimischer Fichte optisch das genaue Gegenteil darstellen, weil sie sich in die Landschaft einfügen, als seien sie immer schon hier gestanden.

Ich glaub, mich tritt ein Zebra
Auf dem Grundstück des Ende August eröffneten Julianhofs stand einst ein Bauernhaus. Bild: rofi

Die Geschichte dazu ist so interessant wie der Julianhof luxuriös. Geschrieben wurde sie von Nicole und Bernd Rathgeb, zwei Raurisern, die sich hier den vielstrapazierten Inbegriff eines Lebenstraums erfüllt haben. Die 49-Jährige vermarktet touristische Objekte – die von anderen. Normalerweise. Der 59-Jährige ist Unternehmer, Handwerker, ein Dachdecker und "Afrikafreak", wie er sagt. In Südafrika, auf 1800 Metern Seehöhe, besitzen die Rathgebs ein Haus. Seit 25 Jahren urlauben sie aber auch regelmäßig im steirischen Vulkanland. Sie hätten sich in den vergangenen Jahren regelrecht in die Region verliebt, ist sich das Ehepaar einig – und das aus vielerlei Gründen, wie sie sagen: "Wir lieben die sanften Hügel, mögen die kulinarische Vielfalt, sind immer wieder überrascht, was hier alles geboten wird. Die Region hat großes Potenzial, ohne überlaufen zu sein." Und dann sind da noch die Menschen, die hier freundlicher und lockerer seien als anderswo. Ihr beider Traum vom eigenen touristischen Objekt sollte sich eigentlich in Südafrika erfüllen, aber weil dann Corona kam, haben sie stattdessen in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" in Straden einen verfallenen Bauernhof gekauft.

Ich glaub, mich tritt ein Zebra
Auf den Grundfesten des früheren Wohntrakts befindet sich heute das Farmhouse. Bild: rofi

Kuduhörner und Simbaspiegel

"Mit vielen Details haben wir versucht, den (süd-)afrikanischen Stil und Charme hier hereinzubringen, ohne dass es irreal wirkt", sagt Nicole Rathgeb. Und so findet man Kunsthandwerk aus Mosambik, fasst an Kuduhörner, wenn man den begehbaren Schrank betritt, blickt in löwenmähnige Sambaspiegel, sitzt auf einer überdachten, abgesenkten Lounge im Freien, während im Infinitypool ein aufblasbares Zebra schwimmt. Das typische Streifenmuster findet sich dezent auch im Interieur wieder. Der Weinkühlschrank ist hingegen mit Heimischem bestückt: Sauvignon Blanc von Dunkl, Chardonnay von Scharl, Rosé und Granat von Pock, allesamt Winzer aus Straden.

Ich glaub, mich tritt ein Zebra
Aus dem früheren Stall wurde ein Beachhouse mit überdachter und abgesenkter Lounge im Südafrika-Stil – und das Zebra schaut um die Ecke. Bild: Julianhof

Luxus manifestiert sich hier nicht nur im beheizten Infinitypool, im Sauna-Haus, im Jacuzzi, in der Outdoorküche samt Grillplatz und Flatscreen, sondern auch in der Privatsphäre. Das Frühstück mit heimischen Spezialitäten wird diskret vor der Tür abgestellt. Die Brettljause von der nahen Buschenschank kann man sich liefern, sich zum Fünf-Gänge-Haubenmenü abholen lassen, indoor eine Weinverkostung, neben dem Pool eine Massage oder eine Yoga-Einheit buchen.

Privatsphäre garantiert auch der Ausblick, weil er anderen keinen Einblick gewährt. Als Gast schaut man auf Wälder, Wiesen, akkurate Weinrebenreihen und auf das 3800 Einwohner zählende Straden, einen Wallfahrtsort mit 5000 Jahre alter Geschichte, der seine drei Kirchtürme im Wappen trägt und – ganz toskanisch – auf einem Hügel thront. Anstelle der Zypressen prägen Weinberge das Bild. In Stradens vier Ortsteilen trifft man auf unzählige urige Kellerstöckl, Korbflechter, einen Heimatdichter, Mangalitzaschweine, eine Heilquelle und gegenüber vom Julianhof den Maler Helmut Hable. Der gebürtige Tiroler ist ebenfalls verliebt in die Gegend, seit 30 Jahren schon. Damals hat er ein 200 Jahre altes Kellerstöckl gekauft und in ein Atelier umgebaut. Gerade ist er mit einer "Riiiesenarbeit" zugange – ein zehn mal vier Meter großes Werk zum Thema "Chaos zum Licht", das zu Ostern in der Stradener Florianikirche zu Haydns Oratorium "Die Schöpfung" von der Empore rollen wird.

Ich glaub, mich tritt ein Zebra
Beachhouse mit Solaranlage Bild: Julianhof

Wem hier der Sinn nach Aktionismus steht, macht sich auf den Weg – wandernd (600 Kilometer auf den Spuren der Vulkane), radelnd (1700 Kilometer auf 14 Genuss-Radltouren) oder auf der hauseigenen Vespa durch die Weinberge.

Bleibt nur noch eine Frage offen – warum Nicole und Bernd ihr Refugium Julianhof nannten. "Weil mein Sohn Julian heißt, ebenso mein Enkel, mein Vater ein Julius ist, meine Mama eine Juliana, der zweite Vorname meines Mannes Julius ist und sein Vater ebenfalls so hieß", sagt Nicole.

Wohin in Straden und Umgebung

  • Der Julianhof ist ganzjährig geöffnet. Das Farmhouse (170 m2) bietet Platz für 2 bis 5 Personen, (1190 Euro/Tag für 2 Pers., jede weiter Person 99 Euro/Tag), das Beachhouse (280 m2) für bis zu 7 Personen (1390 Euro/Tag für 2 Pers.) (julianhof.at)
  • Für eine Brettljause bietet sich die Buschenschank Dunkl unweit vom Julianhof an, idyllisch sitzt man im Garten oder auf der Terrasse umgeben von Weinreben.
  • Beim Bulldog-Wirt kommt man zum Genießen und Schauen. Zwischen Tausenden Raritäten vergangener Zeit genießt man etwa Liebstöckelsuppe, geröstete Leber mit Polenta und Fruchtknödel.
  • Die Kaffeerösterei Maitz in St. Anna am Aigen ist nicht nur wegen ihrer Röstungen einen Besuch wert. Hier kann man hervorragend frühstücken, und die selbstgemachten Mehlspeisen sind ein Gedicht.
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Autorin
Roswitha Fitzinger
Roswita Fitzinger
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