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Sex geht ins Geld: Verhütung in Österreich als Frauen- und Privatsache

Von Barbara Rohrhofer, 10. Juni 2024, 16:52 Uhr

Gesundheitsministerium startet Pilotprojekt mit kostenlosen Verhütungsmitteln in Vorarlberg im Herbst

Verhütung ist auch im Jahr 2024 fast immer noch reine Frauensache. Die Hälfte der Frauen trägt auch die Kosten dafür ganz allein, zeigt der erste österreichische Verhütungsbericht des Gesundheitsministeriums, für den mehr als 1000 Frauen befragt wurden.

Demnach verhüten 46 Prozent der Frauen allein, bei zwölf Prozent ist es der Partner. Acht Prozent verhüten gemeinsam mit dem Partner. 33 Prozent der Frauen verwenden gar keine Verhütungsmittel. Ein Viertel gibt an, die Kosten zu teilen.

Die gängigsten Verhütungsmethoden bei sexuell aktiven Frauen in Österreich sind die Pille (42 Prozent), die pro Monat zwischen vier und 15 Euro kostet, und das Kondom (40 Prozent), das etwa 50 Cent pro Stück kostet. 17 Prozent verwenden die Spirale, die es mit oder ohne Hormone gibt, letztere kostet für einen Anwendungszeitraum von fünf Jahren rund 400 Euro. "Eine der sichersten Verhütungsmethoden ist das Hormonstäbchen", sagte Studienautorin Sylvia Gaiswinkler. Dieses sei jedoch eine Kostenfrage, wie generell vor allem Langzeitverhütungsmittel besonders teuer und für viele Frauen "häufig nicht leistbar" sind, es kostet für drei Jahre etwa 300 bis 400 Euro.

Wer verhüten will, muss das hierzulande zur Gänze aus der eigenen Tasche zahlen, Unterstützung von der Krankenkasse gibt es nicht. Österreich liege damit im Vergleich mit Nord- und Westeuropa an der hinteren Stelle, berichtete Gaiswinkler. Positive Beispiele gebe es in England und Frankreich. "Solange vorwiegend Frauen für Verhütung verantwortlich sind und überwiegend auch die Kosten tragen, gibt es einen großen Bedarf an kostenfreier Verhütung und Beratung in Österreich", sagte die Expertin für Frauengesundheit. "Verhütung muss endlich auch Männersache werden", betonte auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne).

Kostenlose Kondome?

"Die Daten deuten klar darauf hin, dass eine kostenlose Bereitstellung von Verhütungsmitteln das Potenzial hat, die Wahl der Verhütungsmethode stark zu beeinflussen", erklärte der Gesundheitsminister. "Jetzt werden wir nicht von heute auf morgen die kostenfreie Verhütung in ganz Österreich einführen können", sagte er. Aber aufbauend auf den Verhütungsbericht starte im Herbst ein Pilotprojekt, um zu klären: "Wie kann das technisch umgesetzt werden, wie ist die Inanspruchnahme, worauf muss fokussiert werden?" Das Projekt läuft bis Ende 2026.

In der Modellregion Vorarlberg erhält dadurch etwa jede 20. Frau im reproduktiven Alter zwischen 14 und 45 Jahren kostenlose Verhütungsmittel und Beratung. Die Anmeldung wird beim Fraueninformationszentrum femail möglich sein, eventuell auch direkt beim eigenen Gynäkologen.

Die Teilnehmerinnen könnten das gewünschte Verhütungsmittel frei auswählen, sagte Lea Putz-Erath von femail. "Ziel ist es, die Gesundheit von Frauen zu verbessern und wissenschaftliche Daten für zukünftige bundesweite Modelle zur kostenfreien Verhütung zu sammeln."

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Autorin
Barbara Rohrhofer
Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit
Barbara Rohrhofer
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10  Kommentare
10  Kommentare
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Utopia (2.814 Kommentare)
am 12.06.2024 09:11

Dieser Trend, alles und jedes in die öffentliche Hand zu legen, nimmt unerträgliche Ausmaße an.
Zahlt den Menschen ein Gehalt von dem man leben kann und dann braucht es keine sozialen Leistungen. Jeder kann dann selbst bestimmen, was wichtig ist und worauf man verzichten kann.
Wenn es so weitergeht, leben wir in einigen Jahren in einem goldenen Käfig. Diese Entmündigung nimmt unerträgliche Ausmaße an.

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Peter1983 (2.325 Kommentare)
am 12.06.2024 08:50

"Die gängigsten Verhütungsmethoden bei sexuell aktiven Frauen in Österreich sind die Pille (42 Prozent), die pro Monat zwischen vier und 15 Euro kostet"

Und deswegen wird ein Theater gemacht?

Sorry - es wird langsam wirklich lächerlich..

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Gugelbua (32.144 Kommentare)
am 11.06.2024 11:13

stimmt- die Preise der Laufhäuser sind auch gestiegen 😉

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jamei (25.535 Kommentare)
am 11.06.2024 10:31

Aus dem Artikel: ..."Wer verhüten will, muss das hierzulande zur Gänze aus der eigenen Tasche zahlen, Unterstützung von der Krankenkasse gibt es nicht."...?

Verhütung ist KEINE KRANKHEIT!......sondern Privatvergnügen......

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MaxXI (952 Kommentare)
am 10.06.2024 20:01

Warum wird das Pilotprojekt in Vorarlberg gestartet, weil der Gesundheitsminister von dort stammt...🧐

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laskpedro (3.526 Kommentare)
am 10.06.2024 17:23

Die wirklichen Probleme interessieren leider die Politik.. dafür kommt man mit so einem Schwachsinn

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laskpedro (3.526 Kommentare)
am 10.06.2024 17:23

Nicht

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krawuzi-kapuzi (1.042 Kommentare)
am 10.06.2024 17:05

Und ich hab bei der Überschrift noch gedacht: Da wird jetzt sicher irgend eine linke ........ die Forderung nach Gratis-Verhütungsmittel aufstellen. Und prompt - es ist zum Spei..n! Das nennt man Vollkasko-Mentalität! Für alles ist der Staat verantwortlich, man gibt die Eigenverantwortung gänzlich ab! So verblödet die Gesellschaft sukzessive!

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rudolfa.j. (3.668 Kommentare)
am 10.06.2024 17:17

Eine Forderung der Grünen???♡♡♡

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Utopia (2.814 Kommentare)
am 12.06.2024 09:13

Eine Forderung der extremen Linken die sich ein grünes Mäntelchen umhängen.

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