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Nach Schlaganfall: Mit Gedankenkraft und Technik zum Therapie-Fortschritt

Von Barbara Rohrhofer, 07. Februar 2019, 00:04 Uhr
Nach Schlaganfall: Mit Gedankenkraft und Technik zum Therapie-Fortschritt
Die Simulation auf dem Bildschirm macht die Bewegungsvorstellung sichtbar und erzeugt eine Erfolgsrückmeldung. (g.tech) Bild: Florian Voggeneder

Innovative Therapie aus Schiedlberg ist bereits in 40 Zentren weltweit im Einsatz

Alle sechs Minuten erleidet in Österreich jemand einen Schlaganfall. Das bedeutet rund 24.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Nur ein Drittel der Betroffenen wird wieder vollkommen gesund. Etwa die Hälfte der Patienten hat danach mit Beeinträchtigungen zu kämpfen. Nach der Akutversorgung beginnt für die Betroffenen ein oftmals langer, beschwerlicher Weg zurück in ein halbwegs normales Leben. Physio- und Ergotherapie können dabei helfen, Alltagsbewegungen wieder zu erlernen.

Von China bis in die USA

Eine erfolgversprechende Therapie für Schlaganfallpatienten namens "recoveriX" kommt aus Oberösterreich. "Mittlerweile wird mit unserem System in 40 Spitälern und Reha-Zentren weltweit gearbeitet – in China ebenso wie in Südkorea, Japan, Indien, Finnland und den USA. Die Erfolge sind beachtlich. Kürzlich konnte eine Friseurin, die ihre Hand nach einem Schlaganfall nicht mehr benützen konnte, ihren Beruf wieder aufnehmen", sagt Christoph Guger, Chef der Firma g.tech in Schiedlberg, wo bereits mehr als 150 Patienten auf diesem neuen Weg therapiert werden konnten. "So gut wie jeder Betroffene berichtet über eine Verbesserung seiner Lebensqualität. Egal, wie alt er ist und wann der Schlaganfall stattgefunden hat. Wir hatten kürzlich eine Patientin, deren Zustand sich nach 31 Jahren erheblich verbessert hat", sagt Guger.

Vorstellen der Bewegung

Bei der "recoveriX"-Therapie trägt der Schlaganfallpatient eine EEG-Kappe, über die seine Gehirnaktivität gemessen wird. Der Patient stellt sich dann ganz intensiv eine Bewegung mit jener Hand vor, die gehandicapt beziehungsweise gelähmt ist. Der angeschlossene Computer misst die Gehirnaktivität beim Vorstellen der Bewegung, wodurch die körpereigenen Spiegelneuronen aktiviert werden.

Gleichzeitig wird diese "vorgestellte" Bewegung durch elektrische Muskelstimulation am betroffenen Arm auch real durchgeführt. "Auf diesem Weg lernt das Gehirn neue Wege und kann im Idealfall wieder eine selbstständige Armbewegung durchführen", erklärt Guger. Natürlich könne man nicht alles rückgängig machen. "Aber für viele Patienten ist es schon eine große Erleichterung, wenn sich die Spastik bessert oder sie mit der Hand wieder greifen können", erklärt Physiotherapeutin Rixa von Oertzen. Erfolge würden teilweise schnell sichtbar, wenn man zweimal pro Woche eine Stunde lang trainiert.

Erstes ambulantes Zentrum

"Ein Schlaganfall schränkt die Bewegungsausführung ein, nicht jedoch das Vorstellungsvermögen der Patienten", sagt Primar Tim J. von Oertzen, Vorstand der Klinik für Neurologie 1 am Neuromed Campus, Kepler-Universitätsklinikum in Linz. Hier wird diese Form der Reha nach Schlaganfall genauso angeboten wie im Reha-Zentrum Bad Schallerbach.

Das erste ambulante Zentrum, wo diese Therapie durchgeführt wird, wurde gestern in Linz eröffnet. Hier übernimmt die Krankenkasse die Kosten, die bei 120 Euro pro Einheit liegen, allerdings noch nicht.

 

Therapiezentrum in Linz

Primar Tim von Oertzen, Facharzt für Neurologie und Vorstand der Klinik für Neurologie 1 am Neuromed-Campus in Linz hat seine neue Ordination eröffnet: Viele seiner Kollegen, Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander und auch viele Schlaganfallpatienten waren nach Linz gekommen, um jene Therapieform einmal live zu sehen, die von Christoph Guger, Chef der Firma g.tech in jahrelanger Forschungsarbeit entwickelt wurde. Der "Herr" mit der EEG-Haube war übrigens kein Schlaganfalls- Patient, sondern ein Mitarbeiter der Schiedlberger Firma g.tech. Er demonstrierte stundenlang, wie das System "RecoveriX" funktioniert, das die Kraft der Gedanken und ausgeklügelte Technik so vereint, dass das Gehirn durch wiederholtes Üben neue Wege findet, um Bewegung wieder möglich zu machen.

Therapiezentrum in Linz
(v.li.) Christoph Guger (g.tech), Primar Tim von Oerzten, Therapeutin Rixa von Oertzen, Landesrätin Christine Haberlander und "der Patient"
(v.li.) Christoph Guger (g.tech), Primar Tim von Oerzten, Therapeutin Rixa von Oertzen, Landesrätin Christine Haberlander und „der Patient“ Foto: bar
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Autorin
Barbara Rohrhofer
Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit
Barbara Rohrhofer
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1  Kommentar
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p5334 (133 Kommentare)
am 12.02.2019 08:13

Alles Gute.

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