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Verschwörungstheorien um das Sarajevo-Attentat

Von Markus Staudinger, 03. Juli 2014, 00:04 Uhr
Verschwörungstheorien um das Sarajevo-Attentat
Die Schüsse von Sarajevo (ÖNB-Archiv) Bild: Hilscher

Von Blutrache bis zu den Freimaurern: Schon 1914 kamen rasch Verschwörungstheorien in Umlauf.

Da unterschied sich 1914 nicht von der Gegenwart: Um das Attentat von Sarajevo rankten sich alsbald die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien, die den 9/11-Verschwörungsthesen um nichts nachstanden.

In Wien kursierten schon wenige Tage nach den Todesschüssen Gerüchte, nicht Gavrilo Princip habe am 28. Juni 1914 die Waffe gegen den Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie gerichtet, der Attentäter sei vielmehr ein illegitimer Sohn von Kronprinz Rudolf gewesen, der Franz Ferdinand für den Mörder seines Vaters hielt.

Ungarn, Freimaurer, Deutsche

Eine andere Verschwörungsvariante brachte die Freimaurerei als Drahtzieher des Attentats ins Spiel, eine dritte den ungarischen Ministerpräsidenten Graf István Tisza, der mit dem serbischen Geheimdienst gemeinsame Sache gemacht habe.

Andere wiederum sahen den deutschen Geheimdienst involviert – eine These, die kürzlich auch der Fernsehfilm "Das Attentat" in den Mittelpunkt stellte. Gemein haben all diese Verschwörungsvarianten eines: Durch historische Dokumente und Fakten ist keine gedeckt.

Die Fakten führen nach Belgrad

Was nicht heißt, dass es keine Verschwörung gegeben hat – darin war aber der serbische Geheimdienst involviert. Die serbische Regierung insgesamt habe das Attentat zwar nicht befohlen, schreibt der Wiener Historiker Manfried Rauchensteiner in seinem Standardwerk "Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie". Allerdings: "Dass der serbische Ministerpräsident, dass einzelne Minister und Militärs, vor allem auch der Chef des serbischen militärischen Nachrichtendienstes, Oberst Dimitrijevic, in voller Kenntnis der Vorgänge waren, ist mittlerweile unumstößlich bewiesen."

Eine adelige Demonstration

In der Wiener Hofburgkapelle wurden unterdessen am 3. Juli 1914 die Leichen Franz Ferdinands und seiner Gattin Sophie in der Hofburgkapelle kurz aufgebahrt – am Abend erfolgte der Weitertransport nach Artstetten.

"Der österreichische Hochadel war durch den Umstand, dass er nicht zur Leichenfeier eingeladen worden war, derart erbittert, daß etwa hundert Herren der Aristokratie beschlossen, gegen diese Verfügung der Hofbehörden nachdrücklich und würdig zu demonstrieren", berichtet die Tages-Post von hochadeligem Protest am Rande des Leichenzugs Richtung Westbahnhof.

 

Lesen Sie hier die Original-Ausgabe der Tagespost vom 03. Juli 1914

(Zum Download anklicken)

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Tagespost vom 3. Juli 1914

PDF-Datei vom 04.07.2014 (6.889,28 KB)

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