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Kultur

Eine Matinee zum 70er im Brucknerhaus

Von Karin Schütze 25. April 2019

Eine Matinee zum 70er im Brucknerhaus
33 Jahre lang lehrte Josef Sabaini als Geigenprofessor an der Bruckneruniversität Linz.

Am Sonntag feiert Geiger Josef Sabaini seinen Runden am Pult der Philharmonices Mundi

"Viel üben", beschreibt Josef Sabaini seine Zukunftspläne. Am Karsamstag ist der Geiger 70 Jahre geworden. Seinen Runden feiert der ehemalige Professor an der Linzer Bruckneruniversität am Sonntag mit einer Matinee im Brucknerhaus, das er liebevoll sein "zweites Wohnzimmer" nennt. Er selbst wird als Leiter – "das Wort dirigieren mag ich nicht" – am Pult seiner zweiten Familie stehen, der Philharmonices Mundi. Die erweiterte Formation des 1986 von ihm gegründeten Kammerorchesters Harmonices Mundi stimmt als "Orchester des Brucknerhauses" traditionell an der Donaulände auf den Jahreswechsel ein.

Zwanzig Minuten unter Karajan

Ein Wink des Schicksals ebnete dem Wiener den Weg zur Musik. Seine Mutter war als Kindermädchen bei einem Geigenprofessor beschäftigt. Auch ihre Kinder sollten dieses wunderbare Instrument erlernen. Beim jüngeren Sohn Josef fiel ihr Wunsch auf fruchtbarsten Boden. Aufgewachsen "in einem 24 Quadratmeter großen Schrebergartenhaus in Simmering", übersiedelte die vierköpfige Familie 1955 nach Linz, wo der Sechsjährige am damaligen Brucknerkonservatorium lernte.

Finanzielle Not trieb den 21-Jährigen zum Probespiel des Bruckner Orchesters, dessen Konzertmeister er von 1971 bis 1981 war. Spannende zehn Jahre, in die auch das Eröffnungskonzert des Brucknerhauses am 23. März 1974 fiel – dirigiert von Herbert von Karajan, nachdem der Saal die Akustikprobe durch den Maestro bestanden hatte. "Diese 20 Minuten waren die schönsten meines Musikerlebens", erinnert sich Sabaini an jenen Augenblick, in dem Karajan plötzlich selbst das Pult erklomm, um den zweiten Satz von Bruckners "Siebter" zu dirigieren.

Sein Wissensdurst führte Sabaini eineinhalb Jahre nach Cincinnati, unter anderem zu Walter Levin. 1985 kehrte ans damalige Brucknerkonservatorium zurück. Bis 2018 lehrte er offiziell als Professor. "Ich bin noch immer viel an der Uni." Auch wenn er jetzt "nur mehr einen einzigen Schüler" habe: "Mich selbst." Beim Üben "kann ich tanken". Seine Finger sind schon über viele Instrumentenschätze getanzt, darunter eine Stradivari-Leihgabe. Und seine Geige von Ferdinando Gagliano anno 1782, "meine Pensionsversicherung", für deren Erwerb manch Urlaub mit Frau und Tochter geopfert wurde. "Ich freue mich besonders auf die Haydn-Sinfonie, die für seinen experimentellen Stil typisch ist, so wie ich selbst gerne experimentiere", blickt er der Sonntagsmatinee entgegen, bei der auch Mozarts Violinkonzert mit Yoon-Hee Kim, Tschaikowskis "Souvenir de Florence" und ein Werk des Russen Anton Arenski erklingen.

45 Jahre Brucknerhaus

Morgen ab 14 Uhr feiert das Brucknerhaus Linz seinen 45. Geburtstag und die Eröffnung des neuen Service-Centers im Foyer. Cesár Sampson präsentiert musikalische Geburtstagsständchen, es spielt das Bookie Mountain Jazz Trio.

Für Kinder gibt es ein spezielles Programm, gestaltet vom Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel.

Der Eintritt ist frei, Infos: www.brucknerhaus.at

Artikel von

Karin Schütze

Redakteurin Kultur

Karin Schütze
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