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Kultur

Der junge Taktgeber der Klangwolke

Von Nora Bruckmüller  11. September 2021 00:04 Uhr

Der junge Taktgeber der Klangwolke
Schön während seiner Studienzeit in Linz reifte in Roman Kariolou der Wunsch, Teil der Linzer Klangwolke zu werden.

Großes Kino: Roman Kariolou (38) verantwortet den Soundtrack für das Kulturereignis, das heute im Donaupark Linz um 20.30 Uhr steigt. TV1 und nachrichten.at übertragen live.

"Man darf diese Aufgabe nur ja nicht unterschätzen. Was ihre Komplexität betrifft, spielt die Klangwolke in einer ganz eigenen Liga", sagt Roman Kariolou. Der 38-jährige Film- und TV-Komponist (ORF, BBC, arte) hat für das Ereignis, das heute im Donaupark Linz steigt, einen zentralen Job zu erfüllen. Die Aufgabe des Wieners war es, an der Seite von Regisseur Robert Dornhelm einen "cineastischen Soundtrack" zu kreieren, der von Beginn an packt.

Dornhelm, einst Oscar-Kandidat (1978 für "Children of Theatre Street"), verantwortet das Spektakel als eines großer, magischer Bilder. Kariolou ist für das Kopfkino des Publikums einer riesigen Freiluftbühne zuständig.

In wenigen Sekunden ins Herz

Eine vergleichbare Aufgabe habe der Musiker, der für die Formel 1, das Hahnenkamm-Rennen oder die Olympischen Winterspiele in Turin komponierte, noch nie zu bewältigen gehabt, eine vergleichbare Großveranstaltung kenne er nicht. Bei Sportereignissen könne er "in Abschnitten" komponieren. Die Klangwolke verlange nach einem durchgängigen, in sich stimmigen Werk. Für die heurige Auflage, die den Titel "Panta Rhei" trägt ("Alles fließt"), sei 55 Minuten lang ein exakter musikalischer Bogen zu spannen, der mit jedem anderen Detail – von den Bildern bis zu den Schiffsbewegungen – im Einklang steht. Eine filmische Komposition, wie sie das "große Kino" im Donaupark verlangt, habe zudem weit schneller Zugang zu den Menschen, ihren Gefühlen zu finden als ein Klassikkonzert.

"Cineastisch" bedeutet für Kariolou, dessen musikalisches Talent der frühere Wiener Bürgermeister Helmut Zilk (1927–2008) förderte, aber nicht auf den Wegen von Hollywoods großen Komponisten wie John Williams ("Star Wars") zu wandeln. Er wolle eigene einnehmende Klangsphären schaffen. "Meine große Inspirationsquelle war die Donau." Etwa im Stil des Donauwalzers von Johann Strauss? "Nein, das wäre nicht richtig gewesen, weil es viel zu oft gemacht wurde." Es war das Märchenhafte des Flusses bis hin zu alten Erzählungen, das ihn anstieß. "Die einen werden heute vielleicht Nymphen singen hören, die anderen Kämpfe oder Steine, die aufeinanderprallen."

Damit der Wind keine Klänge verträgt, war es ein Muss, seine Kompositionen vorab einzuspielen – in den MG Studios in Wien, wo Kariolou mit handverlesenen Studiomusikern arbeitete. Neben den traditionellen Instrumenten kamen auch exotischere zum Einsatz. Dafür holte man den Wiener Multi-Percussionisten Reinhard Flatischler. "Er hat in Korea, Japan oder Indien gelebt und gelernt und wohl Tausende Instrumente gesammelt und spielen gelernt." Sein Werk wird etwa beim großen Trommelschiff schlagend.

Für Kariolou ist die Klangwolke wie ein Heimspiel – der einst als Geigenwunderkind geltende Musiker studierte an der Bruckner Uni. "Heute ist Linz viel wärmer, internationaler, jünger." Dass man in Linz offener werde, habe er damals am Mensaessen schmecken können. "Gekocht hat es ein Franzose." Im Vergleich zu seinen anderen Studienorten wie Wien oder Graz war es das beste.

Bildgewaltiges im Donaupark Linz

Eine 18 Meter lange Harfe, die auf einer Plattform auf der Donau in den Himmel ragt. Vier Schiffe, eines mit Trommlern, Luftakrobaten, und Bilder in Blockbuster-Qualität auf riesigen Bildschirmen:

Der Weg zur Klangwolke
Robert Dornhelm

Regiestar Robert Dornhelm (73) hat bei der heutigen Klangwolke Großes vor, das er unter dem Titel „Panta Rhei“ („Alles fließt“) inszeniert. In knapp einer Stunde will er den Besuchern ein sphärisches, magisches Erlebnis bieten, das verschiedene Kunstformen vereint. 20.30, Donaupark, klangwolke.at

Die Klangwolke live auf TV1 und nachrichten.at

TV1 Oberösterreich bringt das Spektakel mit fünf Kameraperspektiven (zwei Total-Einstellungen, drei Detailkameras) aus dem Donaupark ins Wohnzimmer. TV1 OÖ ist via Kabel und unverschlüsselt per Satellit empfangbar. Kabelhaushalte in den Bezirken Vöcklabruck, Gmunden, Eferding, Grieskirchen, Braunau, Linz, Wels, Steyr empfangen TV1 rund um die Uhr. Satellitenhaushalte können per Sendersuchlauf TV1 OÖ einstellen.

  • Alle Infos: tv1.nachrichten.at/empfang
  • Manuelle Suche: TV1 können Sie auch mit Hilfe folgender Informationen einstellen:
    Senderbezeichnung: TV1 OOE
    Satellit: Astra digital 19,2 Grad Ost
    Frequenz: 12,663 GHz
    Polarisierung: horizontal
    Symbolrate: 22.000
    FEC: 5/6 ORS
    Transponder: 115
  • Ab 20 Uhr gibt es ein Vorprogramm samt Interviews mit Regisseur Robert Dornhelm und Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum, Live-Einstieg in den Donaupark: ca. 20.30 Uhr
  • „Panta Rhei“ live auf www.nachrichten.at: Vorprogramm und Klangwolke auf nachrichten.at im Internet (frei zugänglich, keine Registrierung)

Der Weg zur Klangwolke

Die heutige Klangwolke ist die erste zentral angelegte seit Beginn der Pandemie. Im Sinne der Gesundheit aller läuft sie anders ab als bislang. Die OÖN führen Sie durch das Prozedere:

  • Alle Besucher ab 12 Jahren brauchen einen 3G-Nachweis (genesen, getestet, geimpft)
  • Jeder Gast braucht vorab ein kostenloses Ticket, das er via Registrierung erhält. Empfohlen wird eine Online-Registrierung auf der Plattform: klangwolkelinz.digiticket24.at
  • Zum Einlass sind 3G-Nachweis, Registrierungsticket ausgedruckt oder elektronisch (am Handy) und ein Lichtbildausweis mitzubringen.
  • Das Gelände im Donaupark ist eingezäunt, es gibt vier Eingangsschleusen in den Bereichen Lentos, Brucknerhaus
    und Parkbad.
  • Einlass ist morgen ab 16 Uhr
  • Alle Infos: www.brucknerhaus.at/service/aktuelles/faq-linzer-klangwolke-21

Artikel von

Nora Bruckmüller

Redakteurin Kultur

Nora Bruckmüller
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