Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Spinnende Römer, viel Klamauk und tolle Musik

Von Michael Wruss, 19. Dezember 2011, 00:04 Uhr
Spinnende Römer, viel Klamauk und tolle Musik
Hausherr Robert Meyer gibt den Sklaven, Herbert Steinböck den lüsternen Hausherrn. Bild: apa

So, wie die Wiener Volksoper Stephen Sondheims erstes Erfolgsmusical „A Funny Thing Happened on the Way to the Forum“ – unter dem Titel „Die spinnen, die Römer!“ – bei der Premiere am Samstag auf die Bühne brachte, ist es ein ulkiger Abend voller Slapstick und trefflicher Komödie.

Den Inhalt wiederzugeben gelang auch der Volksoper nicht unter drei Seiten Länge im Programmheft, aber das ist vollkommen egal, denn die Geschichte um einen Sklaven, der sich freikaufen will und die Chance in der Eheanbahnung für seinen jungen Herrn sieht, führt in ein verrücktes Chaos von Verwechslungen und peinlich komischen Situationen, aus denen die Protagonisten meist nur noch überdrehter wieder herauskommen.

Dieses antik angehauchte, aber mehr als nur amerikanische Lustspielchen ist von Werner Sobotka insofern perfekt in Szene gesetzt worden, als er behutsam das amerikanische Unterhaltungstheater auf Wiener Verhältnisse umgelegt hat, so wirklich treffende Pointen platzieren und damit sein Publikum ohne Durchhänger fast drei Stunden lang unterhalten konnte.

Friedrich Despalmes hat ein an die Entstehungszeit des Werkes erinnerndes Bühnenbild geschaffen, das aber ebenso ideal das rasante Spiel förderte und mit Augenzwinkern witzige Details preisgab. Auch Elisabeth Gressels Kostüme taten das ihrige, um aus den Rollen richtige Typen zu machen. Der deutsch-indische Tänzer Ramesh Nair schuf für das großteils aus Schauspielern und Sängern bestehende Ensemble eine insofern beeindruckende Choreographie, als sie ein Maximum auch ohne professionelle Tänzer erzielte.

Das Orchester stand unter der Leitung von David Levi, der schon vor knapp zwei Jahren mit „South Pacific“ begeisterte und der auch diesmal eine ungeheure Präzision bei gleichzeitiger Schmissigkeit und großem Elan erzielte. Aus dem insgesamt ausgezeichnet besetzten Ensemble stach natürlich Hausherr Robert Meyer heraus, der die Hauptrolle, den Sklaven Pseudolus, unnachahmlich genau und gerade deswegen urkomisch interpretierte.

Hier war zu erkennen, wie perfekt das Timing sein muss, damit die Pointen wirklich sitzen und das hohe Tempo der ganzen Aufführung auch durchgehalten werden kann. Einfach nicht bloß komisch, sondern beste Komödiantik alter Schule und doch nicht verstaubt.

Witzig auch Herbert Steinböck als senil lüsterner Hausherr Senex und passend dazu Dagmar Hellberg als schräges Eheweib namens Domina. Das schüchterne Liebespärchen Hero (Paul Schweinester) und Philia (Bettina Mönch) könnte in seiner geistigen Begrenztheit direkt aus einem Barbie-Film geflüchtet sein, passte aber so ideal zum Rollenbild. Insgesamt ein lustiges jugendfreies Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

mehr aus Kultur

Netflix-Kunden bekommen jetzt Geld zurück

"Langweiliges Eitelkeitsprojekt": Kevin Costners selbst finanzierter Film in Cannes zerrissen

"Lange Nacht der Bühnen": Mehr Theatergenuss auf weniger Bühnen

Brucknerhaus Linz: Ein langer Walzerabend, der nur mäßig Feuer hatte

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare
0  Kommentare
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Aktuelle Meldungen