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„Robin Hood“: Runter mit der Strumpfhose

Von Von Bernhard Lichtenberger, 14. Mai 2010, 00:04 Uhr
Runter mit der Strumpfhose
In Ridley Scotts „Robin Hood“ wird nicht nur geschlachtet und geblutet. Bild: UIP

Ist Russell Crowe lächerlicher als Errol Flynn oder fescher als Kevin Costner? Ridley Scotts „Robin Hood“ lässt keine Vergleiche zu, weil der Regisseur mit Erwartungen bricht und den Helden von der Strumpfhose und den Klischees befreit.

Dieser Robin huscht nicht mit seinen Spießgesellen durch die Wälder, um unchristliche Kirchenfürsten aufs Kreuz zu legen oder mit flotter Lippe und flinkem Pfeil die schamlosen Ausbeuter auszusackeln. Dieses Heldenbild lief ohnedies zur Genüge durch die Kinoprojektoren.

Ridley Scott erdet die Legende, indem er ihr ein Vorleben zugesteht. Wir begegnen Robin Longstride in der kämpfenden Gefolgschaft von König Richard Löwenherz auf der Heimkehr von den Kreuzzügen. Der Herrscher fällt, und der tapfere, ehrliche Bogenschütze kommt zurecht, als der verräterische Sir Godfrey Richards Ritter in einem französischen Hinterhalt massakrieren lässt. Robin gibt dem sterbenden Robert Loxley das Versprechen, dessen Schwert dem Vater zu überbringen.

Um mit einer Handvoll Recken über den Kanal nach England zu kommen, nimmt Robin Loxleys Identität an, um beim alten Loxley (Max von Sydow) seine eigene zu erfahren. Schreckliche Erlebnisse in der Kindheit haben die Bande der Erinnerung gekappt.

In authentischer Kulisse entwirft Ridley Scott ein gesellschaftliches Abbild einer Zeit, in der eine weite Kluft zwischen Herrschenden und Untertanen klafft, sich das Wohl des Königs aus der brutalen Unterdrückung des Volkes speist. Im aufkeimenden Widerstand rückt Robin zum idealistischen Freiheitskämpfer auf, der dem hintertriebenen, neuen König John ein Versprechen abringt und die Engländer gegen die Invasion der Franzosen eint.

Die bekannten Figuren bleiben Randerscheinungen, vom listigen Bruder Tuck bis zum kraftstrotzenden Little John. Umso mehr charakterliches Gewicht erhält Lady Marion, die Witwe von Robert Loxley. Cate Blanchett legt sie als umsichtige, starke, zupackende Frau an, die sagt, was sie denkt.

Dem Film gelingt es vorzüglich, Sozialdrama, Überlebenskampf und Schlachtspektakel miteinander zu verknüpfen. Klischees müssen nicht umschifft werden, weil sie nicht im Weg stehen. Mit Russell Crowe wurde dieser Robin Hood bestens besetzt. Einer, der weder lächerlich noch fesch ist. Der Film endet mit dem Satz: „Und so beginnt die Legende.“ Eine Umschreibung für „Fortsetzung folgt“.

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