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"Kronen Zeitung" verurteilt 

Von nachrichten.at/apa, 05. Mai 2017, 14:35 Uhr
Bild: APA

Weil über das Opfer einer Gruppenvergewaltigung identifizierend berichtet wurde, sprach das Gericht der Betroffenen 8.000 Euro zu.

Weil die "Kronen Zeitung" in einem Vorbericht auf den Prozess um eine Gruppenvergewaltigung in Wien identifizierend über das Opfer berichtet hatte, ist die auflagenstärkste heimische Tageszeitung am Freitag nach dem Mediengesetz verurteilt worden. Das Wiener Landesgericht für Strafsachen sprach der Betroffenen eine Entschädigung von insgesamt 8.000 Euro zu. 

 Die junge Frau war in der Nacht auf den 1. Jänner 2016 von mehreren Männern in der Innenstadt aufgelesen und in eine Wohnung in der Leopoldstadt verschleppt worden, wo sie von insgesamt acht Tätern vergewaltigt wurde. Diese wurden Anfang März 2017 nicht rechtskräftig zu Haftstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt. Die "Krone" hatte unmittelbar vor der Verhandlung über den Fall berichtet und dabei die Identität der Betroffenen preisgegeben, indem ihr Vorname, ihr abgekürzter Familienname, ihre Herkunft, ihr Beruf und der äußerst markante Vorname ihrer Freundin, die sie in Wien besucht hatte, publiziert wurden. 

Bei der jungen Frau bewirkte diese Veröffentlichung eine Retraumatisierung, ihr aufgrund des Erlebten bereits stark angeschlagener Gesundheitszustand verschlechterte sich neuerlich. Ihre Medienanwältin Maria Windhager klagte die "Krone" wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und Verletzung des Identitätsschutzes. "Die Erkennbarkeit war ganz eindeutig gegeben, und zwar nicht nur bei einem unmittelbar vorinformierten Personenkreis", stellte Richter Thomas Spreitzer im Grauen Haus fest.

 In dem sowohl in der Print- als auch in der Online-Ausgabe veröffentlichten Artikel wurden dem Richter zufolge "Details leider sehr breit ausgewalzt, die geeignet waren, die Antragstellerin bloßzustellen". Ihm sei "vollkommen schleierhaft, warum man hier identifizierend berichten muss", zumal es sich "um das Opfer eines der abscheulichsten Verbrechen der Zweiten Republik" handle. Die verantwortliche Journalistin sei allerdings "durchaus einschlägig bekannt im Haus", fügte Spreitzer hinzu. Bei einem Strafrahmen von bis zu 20.000 Euro erschien dem Gericht eine Entschädigung von 4.500 Euro für den Print- und 3.500 Euro für den Online-Artikel angemessen.

 In der Urteilsbegründung wies Spreitzer darauf hin, dass der Zeitungsartikel bereits nach einem Tag aus dem Verkehr gezogen und die Online-Meldung - diese hatte zu diesem Zeitpunkt 50.000 Zugriffe - nach zwei Tagen vom Netz genommen wurde. Berücksichtigt wurde bei der Bemessung der Entschädigung außerdem, dass die Betroffene in Deutschland lebt und die "Krone" dort einen entsprechend geringeren Verbreitungsgrad hat. Medienanwältin Windhager hatte für die in ihren Augen massive Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und die dramatischen Folgen für die Betroffene den Zuspruch des höchstmöglichen Entschädigungsbetrags verlangt. Sie legte umgehend Berufung gegen die Strafhöhe ein. "Das Ergebnis ist enttäuschend. Das ist in Wahrheit eine Einladung an die Medien, auf den Identitätsschutz zu pfeifen", sagte Windhager nach der Verhandlung.

 In dieselbe Kerbe schlug die auf Opferschutz spezialisierte Anwältin Eva Plaz, die strafrechtliche Vertreterin der betroffenen jungen Frau: "Der Staat bleibt den Opfern den Schutz vor medialer Bloßstellung schuldig." Für Plaz beweist dieser Fall, dass der Gesetzgeber die Rechte der Opfer zu stärken hat. Der "Krone" dürfte das Protokoll mit der kontradiktorischen Einvernahme der missbrauchten Frau zugespielt worden sein, die vor der Verhandlung schonend als Zeugin vernommen worden war, um ihr einen persönlichen Auftritt bei Gericht zu ersparen. Dass dann just bei einer solchen Konstellation die Aussagen der Betroffenen in der Öffentlichkeit landen, ist für Plaz empörend: "Die Ergebnisse des Ermittlungsakts sind nicht geschützt." Die Rechtsvertreterin der "Krone" gab zu der nicht rechtskräftigen erstinstanzlichen Entscheidung zunächst keine Erklärung ab

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21  Kommentare
21  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Harbachoed-Karl (17.883 Kommentare)
am 06.05.2017 14:05

ANdere Länder
> http://www.salzburg.com/nachrichten/mobil/sn/artikel/bunte-muss-michael-schumacher-50000-euro-entschaedigung-zahlen-246279/

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fxs (8 Kommentare)
am 06.05.2017 13:17

Es sind also gar nicht die Zeitungen schuld, wenn nur noch nichtssagend über Ereignisse berichtet wird.
Wer wird wohl solche Meldungen lesen wollen:" Irgendwo hat irgendwer irgendwem irgendwas Böses angetan".
Es werden damit halt dann alle "Persönlichkeitsrechte" von Beteiligten, alle Schutzrechte von Lokalitäten und sonstigen Rechte geschützt. Eine Zeitung wird dann halt keiner mehr lesen wollen.

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Harbachoed-Karl (17.883 Kommentare)
am 05.05.2017 19:43

Das Urteil is a schaas.

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mitreden (28.669 Kommentare)
am 05.05.2017 17:38

Zahlt die Krone aus der Portokassa...

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wopra (736 Kommentare)
am 05.05.2017 16:20

Und wann kommt der "Jeanne'e " dran ?
Der wär eigentlich täglich fällig !

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Lerchenfeld (5.195 Kommentare)
am 05.05.2017 17:47

Natürlich die linken Kommentare der "Unabhängigen" sind dir lieber du linker Vogel....

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kulesfak (2.776 Kommentare)
am 05.05.2017 19:36

Dann bleib halt bei deiner "Krone", du rechtes Würstchen.
Was postest eigentlich hier noch? Ab in die Krone-Foren, dürfte deinem Niveau entsprechen.

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( Kommentare)
am 05.05.2017 19:40

Würstchen... meint das kulefak.
Seltsam. Die Worte erinnern mich an ein Posting von krtek.

Und beide sind so Sitten konform. Und so neutral und "immerfreundlich".

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Harbachoed-Karl (17.883 Kommentare)
am 05.05.2017 19:45

auf so etwas

„Natürlich die linken Kommentare der "Unabhängigen" sind dir lieber du linker Vogel....“

kann man nicht anders antworten.

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Lerchenfeld (5.195 Kommentare)
am 05.05.2017 20:15

@ Malefiz-ich bewundere stets ihre sachlichen Kommentare, ich versuchs meist etwas rustikaler,doch gwisse Gfaster in diesem Forum verstehen beides nicht,was soll man da bloß machen.😭

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( Kommentare)
am 05.05.2017 20:17

Einen Schlachtplan entwerfen?
Kontakt via Fake-Mail-Adresse?

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( Kommentare)
am 05.05.2017 20:18

maleficent1730@gmail.com

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alleswisser (18.463 Kommentare)
am 06.05.2017 02:08

Wäre schön, wenn auch er einmal Post bekommen würde. Einen zärtlichen Brief vom Staatsanwalt.

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Sandbank (2.806 Kommentare)
am 05.05.2017 16:26

Mit Verlaub camaringer: Das ist ein zynischer, bösartiger und ausgesprochen depperter Kommentar! Aus deinen anderen Postings geht ja hervor, dass du ein Rechtsextremer bist. Und das tun Rechtsextreme gern: Dem Opfer die Schuld geben. Du bist ein [...]!

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Camaro (1.178 Kommentare)
am 05.05.2017 18:39

Kennst du das Sprichwort "wer sich in Gefahr begibt kommt darin um"?

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auflosgehtslos (2.257 Kommentare)
am 05.05.2017 15:29

Das Urteil bezüglich Opferschutz finde ich gerecht.

Aber, warum darf man die Herkunft der Täter nicht nennen?

Ist es nicht so, dass SPÖ und Grünen beim Thema Ausländerkriminalität Angst haben Wähler zu verlieren?

Also macht man daraus eine Tabuthema.

Über Ausländerkriminalität spricht man nicht. Dabei ist bereits jeder dritte Tatverdächtige Fremder.

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4743276/Fremde-Taeter_Die-Dimension-eines-Tabuthemas

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Harbachoed-Karl (17.883 Kommentare)
am 05.05.2017 20:34

Eine Verwandte von mir verschlug es in relativer Jugend in ein Grenzgebiet, sie verstand im Gegensatz zu den einheimischen die Leute von jenseits nicht, es waren nur ‚Behm`.
Auch im Alter sagte sie zu allem Unverständlichen Behm, auch wenn sie genau wußte, dass es Amerikaner oder Italiener waren.

Das war im vorigen Jahrhundert.

Genau so bockspanisch kommt mir ein gewisser Teil der Poster hier vor.

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Austrianer (816 Kommentare)
am 05.05.2017 15:16

TYPISCH SCHEISS KRONENZEITUNG!

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JohnSinclair (1.234 Kommentare)
am 05.05.2017 15:23

da sind Erdogans Medien schon viel besser, stimmt's ?

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meisteral (12.102 Kommentare)
am 05.05.2017 17:50

Der war gut, ein Schenkelklopfer. Ob Superruss das auch liest, oder sitzt er eine Sperre ab?

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Lerchenfeld (5.195 Kommentare)
am 05.05.2017 17:51

Hast a Glück, dass der Komiker an der Zensurtaste einer von deinen Gesinnungsgenossen ist,da hat jeder Narrenfreiheit der sich über die Konkurrenz das Maul zerreißt.

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