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Holprige Landung für Bowies Alien

Von Lukas Luger, 29. September 2018, 00:04 Uhr
Holprige Landung für Bowies Alien
Lynsey Thurgar (l.) und Aoi Yoshida (r.) bedrängen Riccardo Greco als Außerirdischer Thomas Newton. Bild: Reinhard Winkler/Landestheater

Die Premiere von "Lazarus" am Musiktheater enttäuschte als wirre und lose Szenenfolge.

Endlich! David Bowies Mann, der vom Himmel fiel, ist in Linz aufgeschlagen. Doch seine Premieren-Landung am Donnerstagabend im Musiktheater war eine sehr holprige. Johannes von Mattuschka inszenierte Bowies Vermächnis-Musical "Lazarus" als wirren Fiebertraum über Trauer und verlorene Hoffnung. Lediglich die Musik bot erhebende Momente inmitten der losen Szenenfolge. Selbst auf den Versuch, aus den musikalischen Versatzstücken eine auch nur in Ansätzen kohärente Geschichte zu zimmern, wurde verzichtet.

Im Mittelpunkt des als Fortsetzung des Sci-Fi-Klassikers "The Man Who Fell To Earth" ersonnenen Stücks stand ein mimisch und stimmlich überzeugender Riccardo Greco als auf Erden gestrandeter Außerirdischer Thomas Newton. Desillusioniert, sich nach seiner Mary-Lou verzehrend, hat sich die geschundene Seele an die Agonie verkauft – und an den Gin.

> Video: "Lazarus" am Linzer Musiktheater

 

Mörder, Mädchen, Eifersucht

Ausgehend von dieser Prämisse entspann sich auf der von Christoph Rufer clever als multimediales Leichenschauhaus (Visuals: AEC Futurelab) konzipierten Bühne eine 17 Songs umfassende Bowie-Revue, die sich in den falsch verkabelten Hirnwindungen der Hauptfigur abspielte. Ein namenloses Mädchen (entzückend: Hanna Kastner) versuchte ihm Hoffnung zu schenken, während Assistentin Elly (stimmgewaltig, leider nur selten zu sehen: Ariana Schirasi-Fard) mit ihrem Ehemann Zach (Christof Messner) stritt und ein Serienmörder mit dem schönen Namen Valentine (herrlich grindig: Carsten Lepper) sein Unwesen trieb. Ebenso wie ein Zombie-Dreimäderlhaus (Daniela Dett, Lynsey Thurgar, Aoi Yoshida), das an das Mädchen aus dem Horrorfilm "The Ring" erinnerte. Hätte ein unmotivierter David Lynch ein Musical inszeniert, es hätte wohl so ausgesehen.

Wer ist real? Wer nur Manifestation von Newtons Unterbewusstsein? Und vor allem: Was soll das Ganze? Antworten gab es keine. Vielleicht deshalb, weil das zweistündige Treiben nur Staffage war, um die Musik zu inszenieren. Der musikalische Leiter, Christopher Mundy, ging dabei erfrischend respektlos vor und verfremdete, kürzte und re-arrangierte geschickt die sich primär aus Bowies späterer Schaffensphase speisenden Songs. Schade nur, dass der Regie wenig einfiel. Die zerrissene US-Flagge bei "This Is Not America", eine Kostümparty bei "Changes", gierige Banker bei "The Man Who Sold The World" – subtil geht anders. Lediglich "Absolute Beginners" und das finale "Heroes" offerierten nicht nur Schauwert, sondern auch Herzenswärme.

Fazit: Tolle Musik, keine Story, unmotivierte Regie, "Lazarus" ist ein enervierendes Unterfangen.

Musical: Premiere von "Lazarus", Musiktheater Linz, 27. September, 19 weitere Termine bis Juni 2019

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9  Kommentare
9  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Ottawa (257 Kommentare)
am 29.09.2018 18:01

Ich war auch bei der Generalprobe. Ich dachte ich wäre zu einfältig, dass ich die Handlung verstehe. Ich sehe, ich bin nicht der Einzige.
Um den Ablauf zu verstehen bräuchte man vorher eine Inhaltsangabe, so war das ziemlich konfus. Wieso dieses streitende Ehepaar, ein Serienkiller, die ganze Alufolie mit der sie alle gespielt haben? Wieso will Newton das Mädchen nicht umbringen (auf Geheiß von Valentine) und tut es wenige Sekunde später doch?
Der Artikel des OÖN-Redakteurs ist zutreffend, nur: "mimisch und stimmlich überzeugender Riccardo Greco". Finde ich nicht. Ein Außerirdischer, der (lt. Programmtext) die Gefühle von Mary-Lou nicht erwidern konnte, kann nicht so aufbrausend sein. Ich dachte die ganze Zeit, er trinke Mineralwasser (es wäre glaubhafter gewesen er hätte die Flasche in einer Papiertüte versteckt). Wenn ein Außerirdischer sich mit Alkohol betäuben würde, würde er sich entsprechend verhalten (lallen, starrer Blick etc.), das war bei Newton nicht der Fall.

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Ottawa (257 Kommentare)
am 29.09.2018 18:05

Sorry für den doppelten Beitrag. Habe die Browser-Seite neu geladen und das ist dabei herausgekommen.

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Ottawa (257 Kommentare)
am 29.09.2018 11:06

Ich war auch bei der Generalprobe. Ich dachte ich wäre zu einfältig, dass ich die Handlung verstehe. Ich sehe, ich bin nicht der Einzige.
Um den Ablauf zu verstehen bräuchte man vorher eine Inhaltsangabe, so war das ziemlich konfus. Wieso dieses streitende Ehepaar, ein Serienkiller, die ganze Alufolie mit der sie alle gespielt haben? Wieso will Newton das Mädchen nicht umbringen (auf Geheiß von Valentine) und tut es wenige Sekunde später doch?
Der Artikel des OÖN-Redakteurs ist zutreffend, nur: "mimisch und stimmlich überzeugender Riccardo Greco". Finde ich nicht. Ein Außerirdischer, der (lt. Programmtext) die Gefühle von Mary-Lou nicht erwidern konnte, kann nicht so aufbrausend sein. Ich dachte die ganze Zeit, er trinke Mineralwasser (es wäre glaubhafter gewesen er hätte die Flasche in einer Papiertüte versteckt). Wenn ein Außerirdischer sich mit Alkohol betäuben würde, würde er sich entsprechend verhalten (lallen, starrer Blick etc.), das war bei Newton nicht der Fall.

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meisteral (11.698 Kommentare)
am 29.09.2018 10:24

Danke für die Info, wollte mir schon Karten besorgen, anlässlich der Kritiken lass ich das lieber.

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supalinza (396 Kommentare)
am 29.09.2018 03:09

"ein mimisch und stimmlich überzeugender Riccardo Greco" - hat der betroffenen Redakteur etwa auch am Gin genuckelt? Muss so sein, denn er dürfte der einzige gewesen sein, der diesen positiven Eindruck vom Hauptdarsteller gewann. Nicht mal in Konzertkritiken schaffen es die OÖN mittlerweile, Kante zu zeigen.

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messergabelscherelichtenberg (457 Kommentare)
am 29.09.2018 15:49

Hätte schwören können, dass dieser beleidigende Blödsinn nicht vor 03:30 in der Früh abgeschickt worden ist.

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Freischuetz (3.154 Kommentare)
am 29.09.2018 02:33

Come on, ich war bei der Generalprobe dabei und hatte einen ähnlichen Eindruck. Die Handlung ist ohne Hintergrundwissen nicht nachvollziehbar, wir warteten von Bowie Song zu Bowie Song. Manche Songs sind leider vom gängigen Musicalsound verfremdet, lediglich "absolute beginners" und "heroe" gelangen authentisch. Die Idee vom ausgeperrten Dasein in einen NYC Apartment erinnert an Howard Hughes, der in Nassau nur über die Gegensprechanlage Kontakt zur Außenwelt hatte.
Detailanmerkung: Der Sänger/Schauspieler des Newton muss sich rasieren, Aliens haben keinen Bartwuchs!

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dustia (11 Kommentare)
am 29.09.2018 11:39

Entschuldigung, aber woher wollen Sie denn wissen, ob Aliens Bärte tragen??? Wieviele haben Sie denn schon gesehen?

Und entgegen der Kritiken fand ichs super. Wirr war es wohl, was aber wohl dem Autor zuzuschreiben ist, wo keine Story ist, kann man keine zaubern...

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tofu (6.974 Kommentare)
am 29.09.2018 14:39

Hast du schon mal einen bärtigen Alien gesehen?

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