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Das Linzer Neujahrskonzert wurde zum nächsten Triumph für Poschner

Von Michael Wruss, 02. Januar 2018, 11:25 Uhr
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Markus Poschner, Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz und Opernchef des Landestheaters. Bild: winkler

LINZ. Das Bruckner Orchester und sein neuer Chefdirigent läuteten das neue Jahr wunderbar ein.

Ein neuer Chefdirigent des Bruckner Orchesters und damit ebenso ein neues Neujahrskonzert: Markus Poschner, der von Anfang an die Herzen der Linzer Konzertbesucher erobert hat, brach – glücklicherweise – mit der leidigen Tradition, am 1. Jänner die 9. Symphonie Ludwig van Beethovens aufführen zu müssen.

Ein Werk, das zwar prädestiniert dafür erscheint, aber vom Aufwand her enorm ist und in den letzten Jahren nur selten das Ergebnis brachte, das man sich für einen derartigen Jahresauftakt wünschen würde. Ganz seinem Ziel entgegenkommend, die Musik Mozarts und Richard Strauss’ zu forcieren, gestaltete Poschner nun das Programm dieses Konzerts.

Exzellentes technisches Niveau

Richard Strauss’ "Alpensinfonie" war der strategische und emotional mitreißende Höhepunkt dieses Neujahrskonzerts des Bruckner Orchesters, das damit erneut unter Beweis stellte, auf welch exzellent hohem technischen Niveau hier musiziert wird. Nur so ist es möglich, ein unendlich feines Interpretieren zu evozieren, ein Spiel mit den Linien auszulösen, das weit über die planmäßige Exekution von Noten hinausgeht.

Da waren keine Schwachstellen, keine Grenzen zu spüren, das Orchester wuchs förmlich über sich hinaus. Markus Poschner hat in diesem riesigen Klangkosmos vor allem die choreographierende Position eingenommen, und darauf geachtet, dass das, was bei Strauss minutiös vorgegeben ist, ebenso genau umgesetzt wird, und nichts aus der Balance kommt.

Klanglich bestechend auch die Idee, die Kontrabässe in die letzte Reihe zu stellen. Dennoch war Mozarts "Linzer-Symphonie", die im ersten Teil des Konzerts erklang, noch wesentlich beeindruckender. Denn hier kann man sich weder im Klangrausch eines riesigen Orchesterapparats verstecken, noch kann man sich darauf verlassen, dass alles in den Noten steht. Genau hier zeigt sich die hohe Kunst eines Dirigenten, wie er mit Dynamik und Klangbalance umzugehen versteht.

Musik der Emotionen

Am deutlichsten war das beim unscheinbarsten Satz, beim Menuetto, genauer gesagt bei dessen Trio zu erleben. Nicht nur, dass Poschner das Tempo reduzierte und so dem möglicherweise von Mozart intendierten Landler-Idiom sehr nahekam, sondern er spielte auch mit der Balance der mit der Solo-Oboe und dem Solo-Fagott parallel laufenden 1. Violinen. So ließ er beim ersten Durchlauf dem Solo-Instrument den Vortritt, änderte aber bei der Wiederholung die Klangfarbe durch das Hervorheben der Geigen.

Beim zweiten Teil des Trios zwar der gleiche Effekt, aber umgekehrt – zuerst dominierten die Violinen, dann die Bläser. Das mag eine Kleinigkeit sein, aber eine, die aus einem scheinbar steifen Traditionstanz ein ungemein vielschichtiges Gebilde erwachsen lässt und die Wirkung dieser Musik unglaublich steigert und emotionalisiert.

Nicht minder aufregend waren die anderen Sätze gestaltet. Auch hier waren trotz der relativ großen Besetzung absolute Präzision und feines Gespür für die Durchsichtigkeit orchestraler Linien zu spüren. Etwas, was auch die "Neujahrszugabe" – Johann Strauss’ Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus" – charakterisierte. Dementsprechend stürmisch der Applaus.

Brucknerhaus: Neujahrskonzert des Bruckner Orchesters unter Markus Poschner, 1.1.

OÖN Bewertung:

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