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Drachenwand: Teuflisch gut

Aufgedeckt: Im 500 Jahre alten Gebäude beim Mondsee wird zukunftsweisend aufgekocht.

Drachenwand: Teuflisch gut

Hannes Eder ist kein Fanatiker, aber ein ehrenhafter Koch. Bild:

Die Mär besagt, dass der Teufel eine Pfarrersköchin, die etwas geizig mit Rahm umging, ins Fegefeuer mitnehmen wollte. Da sich die Köchin aber derart echauffierte, donnerten die zwei mitsamt Drachen in den Berg. Heute als Loch in der Drachenwand in Mondsee zu sehen.

Hätte der Teufel damals den Hannes Eder mitgenommen, er hätte sich ordentlich die Finger verbrannt. Denn der Koch vom Gasthaus Drachenwand zählt zu den guten Handwerkern. "Meine Philosophie ist es, ein ehrlicher Wirt zu sein und gute Produkte zu verwenden. Wir haben viele Stammgäste, die mir vertrauen. Denen kann ich kein Schwarz für Weiß vormachen", sagt der Koch und Besitzer, der seit 1995 mit seiner Frau Andrea den Betrieb beherzt führt.

Es ist ein regnerischer, kühler Mittwoch. Wanderer und Radfahrer sind bei diesem Wetter kaum im idyllischen St. Lorenz anzutreffen. Das Wirtshaus ist voll, das Geschäft brummt an trüben und sonnigen Tagen, was an der Atmosphäre des 500 Jahre alten Wirtshauses liegen mag. Holzvertäfelte Wände, schön gedeckte Tische, Holzfußböden strahlen eine besondere heimelige Wärme aus, die keinesfalls verkitscht wirkt. Zudem lockt die gebotene Küchenleistung Touristen und Einheimische in die Stube.

Die Spargelsuppe (6,20 Euro) ist kein üppiges Obersgemisch, sondern wurde gut abgeschmeckt. Viele Spargelstücke inklusive Spitzen geben den nötigen Feinschliff. Karfiol wird mit Curry zu einer wunderbar dichten Suppe (6 Euro) veredelt, die den kongenialen Partner in einer prallen Blunzenscheibe findet. Außen knusprig, innen cremig, meisterhaft gewürzt.

Drachenwand: Teuflisch gut

Fisch, in der Regel aus Süßgewässern, gibt es ebenso in der Drachenwand. Reinanke (18,50 Euro) zum Beispiel. Perfekt gebraten, schön glasig, lässt sich leicht von den Gräten lösen. Fein, dass Butter getrennt serviert wird. Zum Fisch harmoniert gut Speckbirnenmost, der neben mehreren offenen Weiß- und Rotweinen angeboten wird.

Drachenwand: Teuflisch gut

Himmlisch schmeckt das Beuschl (13 Euro). Selbst gekocht und geschnitten, göttlich gewürzt. Wenn man nach Fehlern suchen möchte, findet man diese im Knödel, der eine Spur zu weich geraten ist.

Dass Herr Eder aber Lichtjahre davon entfernt ist, in der Unterwelt zu schmoren, beweist sein Zwiebelrostbraten (18,10 Euro). Die Beiried vom Styria Beef ist zart rosa und butterweich. Die Zwiebeln wurden stundenlang mit Rotwein gedünstet und strotzen voller Kraft. Dazu noch knusprige Erdäpfel, und der Beelzebub muss neidlos eingestehen, dass er wohl bald arbeitslos sein wird.

Drachenwand: Teuflisch gut

 

Drachenwand

Kategorie: Gasthaus
St. Lorenz 46, 5310 Mondsee
Telefon: 06232/3356
Ruhetag: Montag, Dienstag
www.drachenwand.at

Bewertung: 5 von 6 Kochlöffel

An schönen Tagen lädt ein lauschiger Gastgarten zum Verweilen ein. Wer länger bleiben will, bucht ein Zimmer.

 

 

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Artikel 22. Juni 2018 - 00:04 Uhr
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