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Leichter in den Frühling

Rettet den Feierabend – aber schnell!

Von Barbara Rohrhofer   15. Mai 2013 00:04 Uhr

Rettet den Feierabend – aber schnell!
Viele Menschen haben die Gestaltung des Feierabends verlernt. Wichtig wäre es, sich richtig zu entspannen und die Batterien aufzuladen.

AK und OÖNachrichten luden zur Podiumsdiskussion zum Thema „Ein Hoch auf den Feierabend“ – Experten und das Publikum diskutierten zwei Stunden.

Per Handy überall erreichbar sein, die Mails werden im Minutentakt abgefragt, ständig müssen mehrere Dinge gleichzeitig erledigt werden. Kein Wunder, dass viele Oberösterreich über Stress klagen. „Vor dem Burn-out schützt sich nur, wer der Arbeit Grenzen setzt. Das Problem, das ich sehe, ist, dass Menschen von ihren Firmen Handys, Tablets etc. zur Verfügung gestellt bekommen. Diese nutzen sie dann privat und beruflich und vermischen damit Beruf und Freizeit“, sagte Helga Kempinger, Leiterin der Abteilung Rechtschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ). Aus rechtlicher Sicht sei es klar, dass Mitarbeiter in ihrer Freizeit auf dienstliche Anweisungen nicht reagieren müssen. Viele trauen sich das dann nicht, weil sie ja dieses Diensthandy haben.

„Den Feierabend sollte man nützen. Denn der menschliche Körper braucht nach Phasen der Anspannung echte Entspannung: Ruhe, Nichtstun, ein Buch lesen, Musik hören, Gespräche führen. Wer das nicht macht, riskiert, dass sich auf Dauer innere Unruhe, Angst und Konzentrationsstörungen bemerkbar machen. Wie viele Stunden Erholung ein Mensch pro Tag braucht, ist individuell verschieden – zwischen Arbeit und Schlafengehen können zwei oder auch vier Stunden Entspannung benötigt werden“, sagte Werner Schöny, Psychiater und Obmann von „pro mente OÖ“. „Wer zu viel Energie in die Arbeit steckt, dem fehlt sie anderswo. Bis zum 30. Geburtstag funktioniert das meist problemlos, danach fangen Symptome wie Reizbarkeit und Schlafstörungen oftmals an“, sagte Brigitte Schigutt, Arbeitsmedizinerin beim Arbeitsinspektionsärztlichen Dienst Vöcklabruck. „Wer seine Work-Life-Balance verliert, wird unproduktiver. Deshalb sollten auch Unternehmer auf die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten. Das ist seit 1. Jänner 2013 auch im Arbeitnehmerschutzgesetz verankert – jetzt werden auch die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz evaluiert.“ Besonders schwierig sei es für Schichtarbeiter, sagte Christian Stelzmüller, Arbeiterbetriebsratsvorsitzender der Nettingsdorfer Papierfabrik. „Arbeit im Schichtbetrieb kann zu Partnerschaftsproblemen, ab 40 dann zu Gesundheitsproblemen führen“.

Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer OÖ, appellierte auch an die Unternehmer, Grenzen einzuziehen und die Vermischung von Arbeit und Freizeit einzudämmen. „Von dieser Kombination hat niemand etwas. Die Mitarbeiter werden auf Dauer krank, das geht auf die Produktivität. Präventionsmaßnahmen sind notwendig. Ein Obstkorb für die Gesundheit der Mitarbeiter ist definitiv zu wenig.“

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