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Studie: Erdgasversorgung auch ohne Importe aus Russland gesichert

Von nachrichten.at/apa, 23. Mai 2024, 08:27 Uhr
Gas Erdgas (Symbolfoto)
   (Symbolfoto) Bild: APA/Barbara Gindl

Ein Einfuhrverbot von russischem Erdgas in die EU würde die Gas-Versorgung in der Europäischen Union laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW nicht gefährden.

Selbst wenn die Gasnachfrage in der EU bis zum Jahr 2030 hoch bliebe, wäre ein vollständiger Verzicht auf russisches Erdgas möglich, heißt es in der Studie. Sie lag der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorab vor.Berlin. "Der Gasbedarf könnte durch Pipeline-Importe aus anderen Ländern und LNG ohne Ausbau der Infrastruktur in fast allen Szenarien gedeckt werden", schreiben die Autoren. Auch in sehr von russischem Erdgas abhängigen mittel- und osteuropäischen EU-Ländern wie Österreich und Ungarn könnte die Versorgung sichergestellt werden. "Die Versorgungssicherheit steht also weiteren EU-Sanktionen gegen Russland nicht im Weg", heißt es in der Untersuchung. Grundlage der Studie waren Modelle, die sowohl mit schnell als auch mit langsam sinkender Erdgasnachfrage rechneten.

Zwar importiere die EU nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nur noch ein Viertel der ursprünglichen Menge aus Russland. "Dennoch bleibt das Land Exporteur von Flüssigerdgas (LNG) nach Europa und hat auch noch einige Länder Mittel- und Osteuropas energiepolitisch im Griff."

93 Prozent der Gasimporte aus Russland

EU-weit decke Russland derzeit noch rund 14 Prozent der Erdgasnachfrage. "Doch Deutschland und Europa kämen in den kommenden Jahrzehnten auch ohne Importe aus Russland aus, selbst die stark von russischem Erdgas abhängigen Länder wie Österreich und Ungarn", erklärte Autorin Franziska Holz. In Österreich kamen im März 2024 nach Angaben des Bundesministeriums für Energie 93 Prozent der Gasimporte aus Russland, im Dezember 2023 sogar 98 Prozent.

Würde die EU doch noch Sanktionen gegen russisches Erdgas verhängen, würde die Lücke vor allem über Norwegen und die USA geschlossen, so die Studie weiter. "Aber auch Länder wie Algerien, Katar, Nigeria und Aserbaidschan würden den Wegfall des russischen Erdgases ersetzen - selbst dann, wenn die Nachfrage in der EU nicht so schnell wie geplant sinken würde."

Eine Verteilung der Importe auf mehr Bezugsquellen halten die Autorinnen und Autoren für dringend geboten. "Alle europäischen Länder haben verstanden, dass sie ihren Bedarf auf mehr Erdgasquellen verteilen müssen, als sie das früher getan haben." Der Import von LNG werde dabei in allen Szenarien wichtiger, vor allem bei einem verzögertem Nachfragerückgang-Szenario, das einen konstant hohen Verbrauch bis Anfang der 2030er Jahre annehme.

"Ausbau ist stark überdimensioniert"

"Wenn die fünf Milliarden Kubikmeter LNG entfielen, die die EU derzeit pro Quartal noch aus Russland bezieht, könnten diese Importe aber in fast allen Szenarien ohne die derzeit in Planung befindlichen Ausbauten auskommen", betonte Studienautor Christian von Hirschhausen. Lediglich in einem Szenario müssten die vorhandenen LNG-Kapazitäten in der EU in Italien und Kroatien leicht erweitert werden. "Der derzeit geplante Ausbau an LNG-Importterminals ist stark überdimensioniert", meinte von Hirschhausen.

Die europäische Energiewirtschaft steuere auf einen Erdgasausstieg zu, erklärte die Leiterin der DIW-Abteilung Energie, Claudia Kemfert. Der rasche Umstieg auf erneuerbare Energien sei nicht nur klimapolitisch sinnvoll. "Er trägt auch maßgeblich dazu bei, bestehende Importabhängigkeiten und damit die vermeintliche Erpressbarkeit einiger europäischer Staaten zu verringern."

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19  Kommentare
19  Kommentare
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snooker (4.441 Kommentare)
am 23.05.2024 15:18

Wer will uns da schon wieder in Angst und Schrecken versetzen?

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Kukilein (508 Kommentare)
am 23.05.2024 12:59

Die Gasversorgung wird in Österreich aber nur dann leistbar sein, wenn die ÖVP endlich ihre Blockadehaltung bei der Infrastrukturbündelung der Gasleitung mit dem dringend zu genehmigenden Stromerdkabel aufgibt. Seit wann ist die ÖVP ein Verhindererpartei, die wichtige zukunftsträchtige Infrastruktur verhindert? Wenn diese Haltung nicht aufgegeben wird, wird die ÖVP weiter so drastisch Wähler verlieren wie bisher?

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RudolfN (146 Kommentare)
am 23.05.2024 13:09

Für die ÖVP (und deren Steigbügelhalter FPÖ) ist die Infrastrukturbündelung ein vollkommen abstrakter Begriff. Offenbar ist so etwas wirklich eine teuflische Erfindung der betroffenen Bevölkerung.
Aber eh egal, Mit wehenden Fahnen untergehen, darum bemüht sich die "Rechthaber-Partei" mit großem Aufwand.

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Kukilein (508 Kommentare)
am 23.05.2024 13:36

Rudolf, das vestehe ich überhaupt nicht: Gasleitung und Stromleitung wird doch im internationalen Umfeld oft gemeinsam eingegraben? Das ist doch technischer Standard? Außerdem ist die Leitung nach Norden in Richtung der tschechischen Atomenergie extrem wichtig für die Linzer Industrie, da hier eine günstige Energieversorgung sichergestellt werden kann. Diese Infrastruktur MUSS krisensicher und gehärtet errichtet werden und das bedeutet natürlich eingraben. Man muss nur mal in die Ukraine schaun was hier in Bezug auf Angriffe auf die Energieversorgung los ist. Die ÖVP hat hier leider einige Bremsklötze am Bein, aber in der FPÖ als eine Partei die eine krisenresistente Festung Europa propagiert wird sich doch bei so einer wichtigen Infrastruktur nicht unglaubwürdig machen wollen. Das ist ja gerade der Vorteil der FPÖ, dass sie auch moderne technische Lösungen mittragen kann, weil sie die Fehler der ÖVP in der Vergangenheitbin der Energeipolitik nicht verteidigen muss.

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RudolfN (146 Kommentare)
am 23.05.2024 13:49

ach die FPÖ. Die beschäftigt sich doch nicht mit "modernen" Dingen. Zwei Dinge sind denen wichtig. Der ÖVP die Steigbügel halten so lange diese zumindest noch wackelig im Sattel sitzt und natürlich auch schauen wo man die Steigbügel wegziehen kann sobald ein großer "Abwurf" wahrscheinlich wird. Dann schwingt sie sich selbst in den Sattel um beim nächsten Hindernissparcour doch selbst auch wieder abgeworfen zu werden.

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Kukilein (508 Kommentare)
am 23.05.2024 13:58

Rudolf ich wäre mir da nicht so sicher. Erstens möchte die FPÖ die Bevölkerung im Mühlviertel sicher nicht vor den Kopf stoßen (das geht in Richtung direkte Demokratie) und zweitens ist die Versorgung nach Norden wirklich wichtig. Hier sollten gleich zwei Systeme 380 KV mitverlegt werden und dann ist Ruhe für viele Jahre. Das wäre ein ideales Waglkampfzuckerl für Oberösterreich für die FPÖ. Die ÖVP kann bei diesem Thema eben wegen interner Abhängigkeiten nicht punkten? Und noch eines: der nächste Kanzler wird so wie es momentan in den Umfragen aussieht blau. Der nächste Landeshauptmann? Könnte auch blau werden! Das heißt die Blauen müssten dann Entscheidungen gegen den Willen der Bevölkerung verantworten und bekämen und wären dann der Buhmann im Mühlviertel? Das Energiethema bewegt die Leute in diesem Land und wir die Wahl (mit)entscheiden. Eines ist aber sicher: eine krisensichere Infrastruktur im schönen Oberösterreich, das ist unabhängig von politischen Interessen jetzt gefordert!

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spoe_unlocked (672 Kommentare)
am 23.05.2024 10:20

Die Gasdurchleitung durch die Ukraine ist angeblich auch ein Punkt in bisherigen Friedensangeboten.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass RUS etwas anderes akzeptieren würde.

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Kukilein (508 Kommentare)
am 23.05.2024 15:23

Es braucht jetzt trotzdem eine sichere Energieversorgung in Richtung Norden. Es braucht eine Gaspipelein und ein oder zwei Erdkabelsysteme, am besten 380 KV oder Gleichspannung. Man muss sich wirklich nicht mal intensiv mit dem Energiethema auseinandersetzen, ein Blick in die Ukraine und zu den Nordstreamleitungen und auch der Stromversorgung des Tesla Werkes genügt: Wir brauchen jetzt sofort sichere gehärtete Energieinfrastruktur im Mühlviertel in Richtung Norden! Jede politische Partei, die sich aufgrund von internen Querulanten dagegen ausspricht: Kann man die noch wählen?

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Zeitungstudierer (5.817 Kommentare)
am 23.05.2024 09:55

Die Energiewende wird durch gepresst, koste es was wolle.
Das ist der Leitspruch (System Kurz) seit der letzten Wahl.
Die Menschen werden sich noch wundern, was alles möglich ist, sagte einst der Herr Hofer.
Wie war seine Worte doch waren.

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Freidenker2012 (1.537 Kommentare)
am 23.05.2024 09:54

Wieder wird hier so geschrieben, als wäre ein solches Szenario rein hypothetisch. Ende 2024 ist Schluss mit Russen-Gas, weil dann alle Transitverträge der Ukraine enden! Und das ist auch gut so! Nur so werden wir endlich unabhängig!

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MobbingAkademie (47 Kommentare)
am 23.05.2024 11:11

Mal abwarten, welche Verträge RUS und UKR dann untereinander abschließen.
Momentan tut sich einiges.

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reibungslos (14.707 Kommentare)
am 23.05.2024 17:32

Unabhängig? Belgien und Spanien beziehen reichlich Flüssiggas aus Russland. Und der Rest bekommt viel Flüssiggas aus den USA und Katar.

Die Gasspeicher der Ukraine sind leer (Füllgrad 14,24 Prozent) und die Eigenförderung reicht nur, weil ein Großteil der Industrie stillsteht. Die Eigenförderung wird aber nicht lange so hoch gehalten werden können. Die Kohlekraftwerke sind kaputt gebombt und der Westen wird kaum mehr Strom liefern können. Man wird folglich Gas importieren müssen.

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Flachmann (7.312 Kommentare)
am 23.05.2024 09:37

Da wird sich die Inflation freuen.

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nichtschonwieder (8.990 Kommentare)
am 23.05.2024 09:24

Gesichert ja - dafür mit saftigen Preiserhöhungen bis über 20%!

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.995 Kommentare)
am 23.05.2024 09:14

Ins T.U.N. kommen, wäre angesagt...

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Philantrop_1 (320 Kommentare)
am 23.05.2024 08:57

Gesichert mit sündteurem LNG aus dem ach so glorreichen Amiland?

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.995 Kommentare)
am 23.05.2024 09:15

Russengas ist auch kein Schnäppchen, Kolateralschäden wie Kriegsfinanzierung wären da auch noch einzurechnen!

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MobbingAkademie (47 Kommentare)
am 23.05.2024 11:42

"Russengas ist auch kein Schnäppchen"

Für meine Gasheizung momentan schon.

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ob-servierer (4.546 Kommentare)
am 23.05.2024 08:55

"Grundlage der Studie waren Modelle, die sowohl mit schnell als auch mit langsam sinkender Erdgasnachfrage rechneten."
Jetzt frage ich mich aber schon, was das Erebnis dieser Studie wert ist, speziell wenn ein Land wie Österreich seinen Gasbedarf von zu beinahe 100% noch immer (!) aus Russland deckt.
Weiters sehe ich weiterhin Probleme, das Gas von alternativen Quellen zu beziehen, da ja nach diversen Aussagen von Politik und Wirtschaft die vorhandenen Leitungen die notwendigen Mengen aktuell nicht bewältigen könnten.
Was allerdings als einzige Folge schon als gesichert betrachtet werden kann, ist Tatsache, dass der Gaspeis wieder zu einem erneuten Höhenflug ansetzen wird.

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