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Übernahme der Credit Suisse wohl noch am Sonntag: "Das Haus brennt jetzt lichterloh"

Von nachrichten.at/az, 19. März 2023, 13:28 Uhr
SWITZERLAND-BANKING-CREDITSUISSE-UBS-GOVERNMENT
Die Übernahme der zweitgrößten Bank durch die USB soll demnach im Laufe des Tages bei einem außerordentlichen Treffen in Bern besiegelt werden, bei dem Regierung und Führungskräfte der Banken zusammenkommen. Bild: FABRICE COFFRINI (APA/AFP/FABRICE COFFRINI)

ZÜRICH. Die UBS könnte eine Milliarde Dollar für die Übernahme der Credit Suisse bieten. Der Linzer Ökonom Friedrich Schneider sieht eine "höchst dynamische" Entwicklung. Österreichs Finanzministerium berät mit Experten.

Laut "Financial Times" hat die UBS angeboten, die taumelnde Credit Suisse um bis zu eine Milliarde Dollar zu übernehmen. Das wären rund 0,25 Franken pro Aktie. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 1,86 Franken.  Banken, Behörden und Regierungsmitglieder in der Schweiz verhandeln unter hohem Zeitdruck über die Rettung der Credit Suisse. Das Geschäft soll offenbar  bis Sonntagabend fixiert werden.  

Das sei auch notwendig, wie der Linzer Ökonom Friedrich Schneider sagt: "Es braucht eine Lösung, bevor die Börsen in Asien öffnen." Es gebe eine "höchst dynamische" Entwicklung. Probleme bei der Credit Suisse seien schon lange bekannt, jedoch sei zu lange nur zugeschaut worden,  "jetzt brennt das Haus lichterloh,  man muss löschen und versuchen, die Substanz zu retten." Offenbar seien nicht genug Lehren aus der Finanzkrise  2007 bis 2009 gezogen worden. 

Ob die Übernahme durch die UBS eine gute Lösung sei, sei nicht sicher, so Schneider. "Man wird sehen, ob die UBS in der Lage ist, diese große Bank zu schlucken." Noch größere Banken zu kreieren, sei jedenfalls nicht erstrebenswert. Eine eventuelle Verstaatlichung würde wohl der Schweizer Regierung widerstreben.

Österreichs Finanzministerium teilt auf OÖN-Anfrage mit, dass man "laufend im Austausch mit den Experten" stehe. "Diese versichern uns, dass große Auswirkungen auf  österreichische  Banken nicht zu erwarten sind. Wir werden die Lage jedoch weiterhin genau beobachten."

Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet, Credit Suisse wehre sich mit Unterstützung ihres größten Aktionärs gegen das Angebot von UBS über eine Milliarde, da das Institut zuletzt an der Börse noch acht Milliarden wert war. Die Verhandlungen seien zäh, erklärte ein Insider. Mit der von den Schweizer Behörden geforderten Transaktion sollen auch schwere Erschütterungen im internationalen Finanzsystem verhindert werden.

Medienberichten zufolge streben grundsätzlich alle Seiten eine Übernahme der Credit Suisse durch die größte Bank UBS an, bevor die Börsen öffnen. Die Notfusion werde wohl zustandekommen, berichtete die allgemein gut informierte Boulevardzeitung "Blick". Die Übernahme der zweitgrößten Bank durch die UBS soll demnach im Laufe des Tages bei einem außerordentlichen Treffen in Bern besiegelt werden, bei dem Regierung und Führungskräfte der Banken zusammenkommen. Später solle dann die Öffentlichkeit informiert werden.

Der "Financial Times" zufolge verhandelt UBS darüber, die Rivalin mit dem Segen der Schweizer Aufsichtsbehörden ganz oder anteilig zu übernehmen. Eine Einigung stehe möglicherweise kurz bevor, es gebe aber "keine Garantie", berichtete das Blatt am Samstag.

Eine Fusion dieser Größenordnung, bei der es um die vollständige oder teilweise Übernahme einer Bank geht, die bei den Anlegern zunehmendes Unbehagen hervorruft, würde normalerweise Monate dauern. Der UBS blieben nur einige Tage Zeit. Sie hatte sich lange dagegen gesträubt - laut "Blick" wurde jedoch der Druck, eine rasche Lösung zu finden, zu groß, und die Behörden sahen sich zum Einschreiten gezwungen.

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Staatliche Garantien

Ein Kauf dieser Größe ist eine komplexe Angelegenheit: Die Großbank bräuchte staatliche Garantien, um Rechtskosten und potenzielle Verluste zu decken, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Zudem könnte die Übernahme der zweitgrößten Bank des Landes durch die größte Bank bei der Schweizer Wettbewerbskommission für Stirnrunzeln sorgen.

Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Schweizer Finanzaufsicht Finma wollten die Berichte über eine mögliche Übernahme durch UBS zunächst nicht kommentieren. Auch die Regierung wollte sich nach einer erneuten Krisensitzung am Samstagabend nicht äußern, wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete.

Alles deute aber "auf eine Schweizer Lösung am Sonntag" hin, schrieb "Blick": "Wenn am Montag die Schweizer Börse öffnet, könnte die Credit Suisse Geschichte sein."

Druck aus dem Ausland groß

Die Schweizer "SonntagsZeitung" sprach von der "Fusion des Jahrhunderts". Das Undenkbare werde wahr, die Credit Suisse stehe vor der Übernahme durch die UBS, schrieb das Wochenblatt. Demnach sahen Regierung, Finma und SNB keine andere Möglichkeit: Der Druck aus dem Ausland sei zu groß geworden - und die Angst, dass die taumelnde Credit Suisse eine globale Finanzkrise auslösen könnte.

Die UBS und die Credit Suisse gehören zu den 30 Banken weltweit, die als "too big to fail" eingestuft werden, da ihre Insolvenz eine verheerende Auswirkung auf die Gesamtwirtschaft haben würde.

Die Credit Suisse war nach einer Reihe früherer Skandale zuletzt weiter unter Druck geraten - unter anderem durch die Schließung der beiden US-Banken Silicon Valley Bank und Signature Bank, die den Sektor beunruhigt hatten. Äußerungen des größten Anteilseigners aus Saudi-Arabien, der Saudi National Bank, die Investitionen in das Schweizer Institut nicht erhöhen zu wollen, schickten den Kurs dann auf Talfahrt.

Trotz massiver Unterstützung durch die SNB brach der Kurs der Credit Suisse nach kurzer Erholung am Freitag erneut ein. Jetzt wird mit Spannung erwartet, ob die Großbank ein weiteres Abrutschen vermeiden kann, wenn am Montag um 09.00 Uhr MEZ der Handel an der Schweizer Börse beginnt.

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16  Kommentare
16  Kommentare
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Schlaubi01 (1.388 Kommentare)
am 19.03.2023 16:50

Na dann muss ja mehr als der Hut brennen.

Hat es nicht geheißen das es nach der finanzkrise so was nicht mehr passieren kann .

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dalli18 (2.854 Kommentare)
am 19.03.2023 19:20

Man sagt sehr oft dass man aus vergangenen Krisen gelernt hätte um dann vor der nächsten zu stehen. Nach der Krise ist vor der Krise.
Wenn man bedenkt wie überschuldet unsere Staaten (inkl. USA, Japan, aber auch speziell Frankreich und die Südländer Europas) mittlerweile sind ist klar dass wir noch ein paar Krisen vor uns haben werden.

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jetztreichtsameise (8.121 Kommentare)
am 19.03.2023 15:53

Betrüger im Slimfit Anzug.
Woran erinnert mich das bloß???

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rm66554433 (776 Kommentare)
am 19.03.2023 16:12

Kickl ?

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Fettfrei (1.822 Kommentare)
am 19.03.2023 14:44

Die großen Banken werden immer instabiler und habe jede Menge Leichen in ihrem Keller. Ich erinnere mich noch gut daran wie es die Alpe Adria, Jörgs Bankomaten damals voll erwischt hat. Auch da wurde hinter beim Vorhang hart gefeilscht und vom damaligen FM Pröll in einer Nacht und Nebelaktion unserem Staat aufs Auge gedrückt. War zwar eine andere Dimension aber wie man sieht alles wiederholt sich und das alles .

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dalli18 (2.854 Kommentare)
am 19.03.2023 19:23

Aber interessant ist, dass es ausgerechnet eine Schweizer Bank erwischt. Die Schweizer Wirtschaft wird ja immer als sehr sicher und stabil dargestellt - bei den Banken sieht es da wohl anders aus. Vor ein paar Jahren hatte ja die UBS ein riesiges Problem in den USA - das dürften sie mittlerweile gut verdaut haben, sonst könnten sie nicht die CS übernehmen. Aber das Risiko bei der Übernahme lagern sie ja zum Teil auf die Schweizer Nationalbank aus - würde ich aber auch so machen....

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transalp (10.249 Kommentare)
am 19.03.2023 13:45

Da haben wohl wieder einige den Hals nicht voll bekommen- gepaart mit Managementfehler kommt dann sowas raus.
Haben die aus der Krise 2008 gar nix gelernt?
Wenn es ums Geld scheffeln geht wohl kaum...
Jetzt hat es eben die Schweiz erwischt...
Bemerkenswert ist bei solchen Großbanken der Spruch
"too big to fail".
Also "zu groß und wichtig" um sie in Konkurs zu schicken.
Bedeutet:
Mit Haltungen der Regierung-
-- sprich Steuergeld, wird versucht, die Bank zu retten.

Ich find- es darf nicht passieren:
Das so ein Institut so groß wird für ein "too big to fail"!
Die Gier und der Expansionswille ist was grausliches.
.
Wenn das Institut gesund ist und Geld scheffelt, fließt es in die Taschen des Managements und der Aktionäre.
Gehts denen schlecht, muss der Steuerzahler einspringen.
Pfui Teufel.
Schäbiges, altes Spiel.
Jetzt hat es eben mal die Schweizer erwischt...

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transalp (10.249 Kommentare)
am 19.03.2023 13:47

....Mit Haftungen...

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despina15 (10.079 Kommentare)
am 19.03.2023 16:40

Aber ihre Boni haben die Herren
noch genommen!

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transalp (10.249 Kommentare)
am 19.03.2023 18:18

Natürlich....😡

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danke1 (647 Kommentare)
am 19.03.2023 12:54

Wenn eine Übernahme besiegelt wird, die ansonsten mehrere Monate in Anspruch nehmen würde, dann kann, meiner Auffassung nach, diese "Übernahme" keine Rechtskraft besitzen. Somit dürften sich erst wieder viele Angriffspunkte für feindselig orientierte Spekulanten ergeben. Will man da wieder die Große Masse der Unbveteiligten, Unwissenden mit vagen Berichten anführen?
Ich persönlich, da ich nicht nur unwissend bin, sondern auch zu den kleinsten Würmlein gehöre, empfinde höchstes Unbehagen, wenn sich ein paar Tage (Stunden?), nachdem einem Bank Giganten 50 Mrd. Euro Hilfe gewährt wurden, herausstellt, dass eben diese Hilfe erst keine Hilfe gewesen ist. Welche Leute, welche Mächte sind da am Werk? Einem Normalbürger, der so etwas tut, würde unverzüglich die Geschäftsfähigkeit aberkannt werden. Werde ich für einen Bankraub eingesperrt und die, die Milliarden in wenigen Stunden verheizen, dürfen unbehelligt weiter werken und weiter frei herumlaufen?

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transalp (10.249 Kommentare)
am 19.03.2023 13:54

..."dürfen unbehelligt weiter werken und weiter frei herumlaufen?"...
Ja, sie haben es erfasst.
Wenn ihnen kein absichtliches,
mutwilliges Vorgehen nachgewiesen werden kann.
Und- nur "verzockt" ist nicht mutwillig (ohne dass ich jetzt genau weiß- nich nicht weiß- was da konkret in diesem Institut abgelaufen ist- aber so gehts eben...)
Willkommen in der Großbankenwelt, bei den Broker ..
Hauptsache, die Bonus werden ausbezahlt....
Gehts grob schief, springt eh der Staat ein.
War schon immer so...😡

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transalp (10.249 Kommentare)
am 19.03.2023 13:56

....Hauptsache, die Bonis werden ausbezahlt....

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LASimon (11.524 Kommentare)
am 19.03.2023 18:26

Die Liquiditätsspritze der SNB wurde nicht verheizt, hier kam die Psychologie zum Zug. Obwohl prinzipiell keine Insolvenzgefahr besteht, da die CS ausreichend kapitalisiert ist, wurden Anleger nervös und zogen Milliardenbeträge von Konten bei der CS ab.
Eine Übernahme durch die UBS könnte kurzfristig den Markt beruhigen, wird aber mit grosser Wahrscheinlichkeit noch grössere Probleme zeitigen, denn eine Integration eines Unternehmens in ein anderes benötigt vor allem Zeit, Zeit und Zeit - weil sie gründlich vorbereitet werden muss. Das wird hier gar nicht möglich sein.

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danke1 (647 Kommentare)
am 20.03.2023 10:10

Diese Erklärungsversuche sind für mich, jedenfalls, unnötig. Und wer Psychologie und diese Dimension von Geldern ist Zusammenhang bringt, hat selber wenig Bewusstsein in Bezug auf die Masse der Menschen und somit auf Verantwortung und Verantwortbarkeit, meiner Ansicht nach.

Zunächst wäre es klüger gewesen, zu sagen, die Medienarbeit ist am Zu gewesen.

Ich, wie Jede und Jeder andere auch, kann mit voller Berechtigung behaupten, dieser Erste Betrag, der angeblich Hilfe leisten sollte, ist sehenden Auges verheizt worden. Wahrscheinlich ging es dabei um dringende, Terminliche Verpflichtungen.

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nangpu (1.705 Kommentare)
am 19.03.2023 12:16

Ganz schön heftig, was eine Großbank am Aktiensektor weltweit auslösen kann.
Lernfähig scheint die Bankenbranche nicht zu sein.

Bezahlen wird das (wieder einmal) der Steuerzahler und Jobs kostet es ebenso.

Jetzt heißt es abwarten, was noch so kommt.

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