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Red Bull: Eine Erfolgsgeschichte wird 35

30. März 2022, 11:59 Uhr
Mateschitz wird 75: Sport machte die "Dose" groß
Die Erfolgsstory von Dietrich Mateschitz und Red Bull war von Beginn an eng mit Sport verbunden. Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

FUSCHL/SALZBURG. Der Energy Drink von Red Bull feiert seinen 35. Geburtstag. Am 1. April 1987 brachte Dietrich Mateschitz (77) das Getränk auf den österreichischen Markt. Lag der Umsatz im ersten Jahr bei knapp einer Million Euro, so ging es mit der kleinen Dose bald steil bergauf.

Im Jahr 2021 wurden über 9,8 Milliarden Dosen verkauft (plus 24,3 Prozent gegenüber 2020), der Konzernumsatz wuchs um 23,9 Prozent von 6,307 Milliarden auf 7,816 Milliarden Euro.

Eigenen Angaben zufolge ist Red Bull der meistverkaufte Energydrink der Welt. Der Konzern zählte Ende 2021 rund 13.610 Beschäftigte in 72 Ländern. Mit dem kometenhaften Aufstieg wurde Firmengründer und Firmenchef Dietrich Mateschitz zum Milliardär. Die deutschsprachige Ausgabe des US-Magazins "Forbes" listete den gebürtigen Steirer im Jahr 2021 erneut zum reichsten Österreicher mit einem Vermögen von 26,9 Milliarden US-Dollar (Vermögen 2020: 16,5 Milliarden US-Dollar), im weltweiten Ranking nahm Mateschitz den 56. Platz ein.

Bildergalerie: Red Bull verleiht seit 35 Jahren Flügel

USA SKY DIVE FELIX BAUMGARTENER
USA SKY DIVE FELIX BAUMGARTENER (Foto: RED BULL STRATOS (RED BULL STRATOS)) Bild 1/26
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Vom Zahnpasten-Manager zum Konzernchef

Der Name des koffein- und taurinhaltigen Getränkes, deren Inhalt irgendwie nach sprudelnden Gummibärchen schmeckt, stammt aus Asien. Auf einer Dienstreise 1982 nach Thailand wurde Mateschitz, damals Marketingmanager des Zahnpasta-Herstellers Blendax, auf den thailändischen Wachbleib-Drink namens "Krating Daeng", auf Deutsch "roter Stier", aufmerksam. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das Getränk den Jetlag des österreichischen Handelsreisenden erfolgreich bekämpfen konnte.

Angetan von dem Produkt gründete Mateschitz mit dem Eigentümer des thailändischen Produzenten T.C. Pharmaceutical, Chaleo Yoovidhya, im Jahr 1984 die Red Bull GmbH. Krating Daeng hat im Gegensatz zu Red Bull keine Kohlensäure und eine etwas andere Rezeptur. Mateschitz hält derzeit 49 Prozent an Red Bull, die Mehrheit befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Yoovidhya.

Red Bull verleiht Flügel, ein langer Prozess

Die Zulassungsphase und die Suche nach einem geeigneten Werbeslogan - "Red Bull verleiht Flügel" - benötigten einige Jahre bis zur Markteinführung 1987. "Fast drei Jahre lang, von 1984 bis 1987, arbeitete Dietrich Mateschitz an der Formel für Red Bull, der Positionierung der Marke, der Verpackung und an dem Marketing-Konzept", ist in der Firmenhistorie zu lesen.

Bei den Jungen ein Hit

Die 250-Milliliter-Dose eroberte Clubs und wurde vor allem bei der jungen Generation ein Hit. Der Werbeslogan "Red Bull verleiht Flügel" brachte dem Unternehmen allerdings eine skurrile Klage wegen irreführenden Marketings ein, die 2014 zu einem millionenschweren Vergleich führte. Ein US-Amerikaner stieß sich daran, dass der Energy Drink doch keine Flügel verleihe. Red Bull erklärte sich bereit, 13 Millionen Dollar (10,28 Millionen Euro) in einen Fonds einzuzahlen. Damit wollte man eine Massenklage verhindern.

Verbote für Kinder gefordert

Gegenwind kam auch von Verbraucherschutzorganisationen, die ein Verbot von Energy Drinks für Kinder und Jugendliche forderten. Die Getränke würden mehr Koffein beinhalten, als der junge Körper vertragen könne, hieß es. Weltweit stießen sich Gesundheitsbehörden an der synthetisch hergestellten Aminosäure Taurin, die auf natürliche Weise auch in der Stiergalle vorkommt. In Deutschland war Red Bull bis zum Jahr 1994 nicht zum Verkauf zugelassen. Ende 2013 erhielt das Unternehmen nach jahrelangem Tauziehen die Zulassung in China.

Im Extremsport zuhause

Die Marketingaktivitäten von Red Bull konzentrierten sich anfangs auf den Extremsport, gezeigt wurden waghalsige Manöver von Athleten. Der Drink sollte mit sportlichen Abenteuern und Mut, Großes zu wagen, assoziiert werden. Weltweite Aufmerksamkeit erregte Red Bull mit dem Sponsoring von Extremsportlern wie dem Österreicher Felix Baumgartner, dessen Stratosphären-Sprung im Jahr 2012 aus rund 39.000 Metern Höhe ein Millionenpublikum über TV und Internet mitverfolgte. Da durfte das Red Bull Logo nicht fehlen.

Sport-, Medien-, Immobilien und Gastronomie-Imperium

Mittlerweile hat der Firmengründer um den Getränkekonzern herum ein Sport-, Medien-, Immobilien- und Gastronomie-Imperium aufgebaut. Es gibt eigene Formel-1-Teams, Fußball-und Eishockeymannschaften sowie mit Servus TV einen eigenen Fernsehsender. Beim Flughafen Salzburg wurde der Hangar-7 mit eigener, historischen Flugzeug-Flotte inklusive dem Gourmet-Lokal "Ikarus" errichtet und in der Steiermark durch Initiative und Investitionen von Mateschitz der ehemalige Österreichring im Mai 2011 als Red Bull Ring wiederbelebt. Seit 2014 ist die Formel 1 wieder in Spielberg zu Gast, seit 2016 zusätzlich auch die MotoGP.

Der Konzern hat im Bezirk Salzburg-Umgebung mehrere Standorte, so auch in Elsbethen und in Wals-Siezenheim. Der Firmensitz der Red Bull GmbH befindet sich in Fuschl am See. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2021 war trotz der Coronapandemie erfreulich. "Absatz, Umsatz, Produktivität und Betriebsgewinn konnten weiter gesteigert werden und stellen bisherige Bestmarken in der Firmengeschichte dar", heißt es auf der Firmenhomepage.

Zukunft in Westeuropa und den USA

Den Fokus zukünftiger Expansion legt Red Bull auf die Kernmärkte Westeuropa und USA, auf die Zukunftsmärkte im Globalen Süden sowie auf die weitere Stärkung der Original-250ml-Verpackungseinheit und den Roll-out der Organics by Red Bull Range. Die Wachstums- und Investitionspläne sehen laut dem Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022 eine Fortsetzung der bisherigen positiven Entwicklung vor und werden - wie bei Red Bull üblich - aus dem operativen Cash Flow finanziert.

Von Anfang an setzte Mateschitz auf das Outsourcing der Produktion. Abgefüllt werden die Red-Bull-Dosen vom Vorarlberger Fruchtsaftproduzenten Rauch in Vorarlberg und der Schweiz. Im Februar 2022 wurde bekannt, dass Red Bull und sein Abfüllpartner Rauch im amerikanischen Bundesstaat North Carolina einen gemeinsamen Produktions-Campus planen. Das 650-Millionen-Euro-Investment (740 Millionen Dollar, bis 2027) soll in Concord in Cabarrus County, im Südosten des Bundesstaats, getätigt werden und über 400 neu Arbeitsplätze schaffen.

Red Bull, Rauch und der Dosenhersteller Ball haben bereits 2019 im US-Bundesstaat Arizona mit der Errichtung eines Produktions- und Abfüllwerks begonnen. Auf einem 6,5 Hektar großen Betriebsgelände werden dort 140 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt.

Die Konkurrenz konnte den Vormarsch von Red Bull bisher nicht wirklich stoppen. Das gelang auch nicht Billig-Energydrinks von Lebensmittelketten. Die wichtigen Entscheidungen im Konzern trifft Mateschitz nach wie vor selbst. Als möglicher Nachfolger für das Firmenreich wird sein Sohn Mark aufgebaut.

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16  Kommentare
16  Kommentare
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GeorgAusGmunden (106 Kommentare)
am 31.03.2022 08:03

Man darf in Ö auch mal gratulieren dürfen!
Einer der wenigen Weltkonzerne aus Austria! Bravo!

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Flachmann (7.235 Kommentare)
am 30.03.2022 21:09

Danke für Servus-TV und besonderen Dank für den Ferl!

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westham18 (4.539 Kommentare)
am 30.03.2022 21:26

Flacherl, wer dem Ferdl glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen....😉

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oonleser70 (152 Kommentare)
am 30.03.2022 21:34

Also man kann vom Mateschitz halten was man will, aber dass er dem Wegscheider die Stange hält wirft schon ein paar Fragen auf.

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bicmax21 (877 Kommentare)
am 30.03.2022 19:41

Ein Imperium von null weg aufgebaut - mit nur einem Produkt - Marketingstrategien neu gedacht. Der Region Salzburg/Fuschl treu geblieben. Hut ab vor Dietrich Mateschitz!!

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Zonne1 (3.674 Kommentare)
am 30.03.2022 16:42

Der Verkaufserfolg beruht auf 2 Stützen:

- die vielen Werbe-Exemplare am Straßenrand

- und wenn die Mama sagt : sauf ja nicht das ungsunde Zeug , dann kaufens die Rebellen erst recht.
Der Preis ist da recht egal.

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her (5.102 Kommentare)
am 30.03.2022 16:24

Danke für alles Didi!
Besonders 🎾 und F1 - Verstaaaaappen sind AAA

Glück auf & bleib undurchseucht¡

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il-capone (10.432 Kommentare)
am 30.03.2022 15:40

Äktschn & Müll und sonst nix ...

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Peter1983 (2.292 Kommentare)
am 30.03.2022 14:52

Red Bull ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die es in dieser Form vermutlich kein zweites Mal geben wird.

Vielen ist nicht bekannt, dass Red Bull nicht immer rosige Zeiten hatte und die Firma anfangs alles andere als rund lief, auch in finanzieller Hinsicht.

Dieser "Fall" zeigt jedoch eindrucksvoll, wie substantiell wichtig die richtigen Partner, die richtige Idee, die perfekte Vermarktung und natürlich auch das nötige Durchhaltevermögen sind. Ganz abgesehen vom teils hohen unternehmerischen Risiko und der vielzitierten Portion Glück - beides trifft bei Mateschitz in jedem Fall zu.

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cenodoxophylax (423 Kommentare)
am 30.03.2022 14:31

Eher ein Mensch, der auf Basis eines zweifelhaften Gesöffs "Lieber Gott" spielt.

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Peter1983 (2.292 Kommentare)
am 30.03.2022 14:57

Ihre Formulierung lasse ich einmal so stehen, ohne meine Meinung kundzutun.

Was ich aber anmerken möchte - das "zweifelhafte Gesöff" ändert zumindest nicht das Bewusstsein, wie es zB Alkohol macht - von dessen Verkauf manche ebenfalls sehr reich wurden, während die "Konsumenten" sich und ihr Umfeld völlig ruiniert haben - weil sie abhängig geworden sind.

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westham18 (4.539 Kommentare)
am 30.03.2022 18:38

Ceno - egal wie man zu diesem Safterl steht - zu Ihrem Statement kann man nur sagen: der Neid ist was Schlimmes....😉💥

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cenodoxophylax (423 Kommentare)
am 30.03.2022 19:25

Aha, auf so einen Rückschluss wäre ich nicht gekommen.🥴🤔

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Berkeley_1972 (2.320 Kommentare)
am 30.03.2022 20:22

Neidhammel

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thorsten250674 (363 Kommentare)
am 30.03.2022 14:24

Toller Typ, tolles Marke, tolles Unternehmen. Da hat man als Österreicher ausnahmsweise mal was worauf man stolz sein kann.

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westham18 (4.539 Kommentare)
am 30.03.2022 12:39

Gratulation an Didi Mateschitz! Und was man nicht vergessen darf - er unterstützt viele soziale Projekte bzw. hat in der Region rund um Spielberg hunderte Arbeitsplätze geschaffen! Danke! 👍😉

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