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Noch immer fast eine halbe Million in Kurzarbeit

02. September 2020, 00:04 Uhr
AUT, Themenbild, Symbolbild, AMS Braunau, Logo
(Symbolfoto) Bild: Daniel Scharinger

WIEN/LINZ. Arbeitsmarkt: 423.000 im August ohne Job – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Corona-Krise hinterließ auch im August tiefe Spuren auf dem österreichischen Arbeitsmarkt. Der Höhepunkt der Krise liegt zwar eindeutig hinter uns, doch der Anstieg der Arbeitslosen im August im Vergleich zum Vorjahr ist – trotz Kurzarbeit – hoch: Mit 422.910 Personen auf Jobsuche oder in Schulung im August sind das 92.219 oder 27,9 Prozent mehr als im August 2019. Die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit lag ähnlich wie im Juli bei 452.499. Der Tourismus und die Gastronomie sind die am stärksten betroffenen Branchen.

Besonderes Augenmerk legt Arbeitsministerin Christine Aschbacher (VP) auf die 40.000 arbeitslosen Jugendlichen – ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Die Regierung habe zwölf Millionen Euro für die Mobilität von Lehrstellensuchenden zur Verfügung gestellt, die etwa für die Übersiedlung oder die Wohnungssuche genutzt werden können. Wer flexibel und mobil ist, finde leichter eine Lehrstelle, so Aschbacher.

Blaues Auge für Oberösterreich

In Oberösterreich übersteigt die Zahl der offenen und sofort verfügbaren Lehrstellen (1782) die der Lehrstellensuchenden (1278) deutlich. Die Kurzarbeit ist in Oberösterreich ein äußerst wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument, Oberösterreich hat den bundesweit höchsten Anteil an der Kurzarbeit mit rund 94.000 Personen im August.

Die Arbeitslosenquote ist hier mit 6,2 Prozent relativ niedrig und ergibt Platz drei nach den Tourismusbundesländern Tirol und Salzburg. "Die Kombination aus Kurzarbeit und Branchen, die wieder Aufwind spüren, hat dazu geführt, dass wir im Sommer mit einem blauen Auge davongekommen sind", sagte Gerhard Straßer, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Oberösterreich. Für den Herbst erwartet er wieder einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Junge und Ältere gefährdet

Junge und über 55-jährige Arbeitslose sind zwar momentan nicht überdurchschnittlich von der Corona-Krise betroffen. Sie laufen jedoch Gefahr, langfristig in eine strukturelle Arbeitslosigkeit zu fallen, warnten zwei Kenner des Arbeitsmarktes, JKU-Professor Johann Bacher und Gertrude Hausegger von der Prospect Unternehmensberatung. Sie fordern spezielle Unterstützung für diese beiden Zielgruppen.

Bacher sprach sich für eine Arbeitszeitreduktion insbesondere in Branchen aus, die stark von Digitalisierung und Rationalisierung betroffen sind, sowie in Bereichen, die nicht so attraktiv sind. "Durch Arbeitszeitverkürzung werden manche Tätigkeiten attraktiver, etwa die Pflege oder Gesundheitsberufe."

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2  Kommentare
2  Kommentare
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AroundTheWorld (2.300 Kommentare)
am 02.09.2020 11:15

Die grünen Ökologisierer haben die Lösung parat und ab September können wir dann sogar Arbeitslose aus der EU plus dem Rest der Welt importieren. Nirgends wird es so vorangehen wie bei uns. grinsen

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deroberoesterreicher (1.277 Kommentare)
am 02.09.2020 00:29

Mit flexibelsten Asvg Pensions- u.Teilzeitmodellen für die Älteren über 55,kann man zumindest die katastrophale Rekordarbeitslosigkeit bei den Älteren bekämpfen. Auch hunderttausende jüngere arbeitslose Menschen sind ein sozial-u. gesellschaftspolitischer Sprengstoff. U.niemand von den hunderttausenden jüngeren Arbeitslosen u. Älteren über 55, haben von diesen Mrd.€Auschüttungen etwas. Die soziale Schieflage dieser Mrd.€ Hilfen,ist katastrophal. So wird die Krise in einer demokratiepolitischen Katastrophe enden.Zuerst hat die Politik die ausgerasteten Finanzmärkte dereguliert,den Sozialabbau bei den Asvg Pensionen,Arbeitnehmern,uvm.,vorangetrieben u.mit den arbeitsplatzvernichtenden Lohnsteuern hat man hunderttausende Arbeitsplätze demoliert u.in asiatische Billigstlohnländer ausgelagert. Auch jetzt wurden von der Politik die Arbeitnehmerhelden hochgejubelt. Nun werden schon wieder die reichen Banker u.Spekulanten in den Himmel gehoben u. Zig-Mrd.€ Steuergelder nach Oben umverteilt.

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