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Gasleitung durch das Mühlviertel: Kritik an säumiger Gewessler

Von Dietmar Mascher, 06. Dezember 2023, 13:50 Uhr
Gasleitung durch das Mühlviertel soll ausgebaut werden
Im Dezember 2023 wurden rekordverdächtige 98 Prozent des importierten Gases aus Russland bezogen. Bild: OÖN

LINZ. Der geplante der Ausbau der Gas-Fernleitung von Oberkappel nach Bad Leonfelden wäre schneller möglich, wenn das Klimaschutzministerium ähnlich wie in Deutschland agieren würde, sagt der Chef der Gas Connect Austria (GCA), Stefan Wagenhofer. Nach derzeitigem Stand sei eine Inbetriebnahme nicht vor 2027 realistisch.

Der Bau der rund 40 Kilometer langen und 200 Millionen Euro teuren Gasleitung hat auf politischer Ebene heftige Diskussionen ausgelöst. Wie berichtet, wird der GCA und deren Haupteigentümer, dem Verbund, vorgeworfen, den Ausbau der Leitung nicht energisch genug voranzutreiben. Wenn die Durchleitung von russischem Gas im kommenden Jahr eingestellt würde, hätte Österreich das Problem, zu wenig Gas zu bekommen. Über die Gasleitung im Mühlviertel würden Kapazitäten geschaffen, über Deutschland aus Norwegen oder anderen Flüssiggas-Lieferanten Gas zu beziehen. Der "WAG Loop", wie das Projekt heißt, würde die Transportkapazität aus Deutschland um 30 Prozent oder 27 Terawattstunden pro Jahr erhöhen. Und es wäre genauso geeignet, künftig Wasserstoff durchzuleiten. Ein wichtiger Punkt, weil sich die Leitung in einem Korridor von Süditalien bis Deutschland befindet, über den aus Afrika künftig Wasserstoff geliefert werden soll.

Die Vorbereitungen seien längst getroffen. Man kenne die Trasse, die in einem Abstand von wenigen Metern zur Richtung Deutschland verlaufenden errichtet werden soll und informiere derzeit die Grundeigentümer entlang dieser Strecke, sagt Wagenhofer. Bei einem Pressegespräch in Linz erläutert der GCA-Chef, warum eine Fertigstellung nicht vor 2027 realistisch sei . Es bräuchte eine Neuordnung des Tarifsystems für die Durchleitung, dazu ein Beschleunigungsgesetz, das Umweltschutzverfahren im Sinn einer rascheren Umsetzung verkürze, sowie eine Förderung durch die öffentliche Hand. All dies sei in Deutschland geschehen, wo der grüne Vizekanzler Robert Habeck Treiber ist,  sagt Wagenhofer. Beim konkreten Projekt gebe es zwar einen fertigen Plan, aber nicht nur keine Zusagen, sondern nicht einmal einen Termin mit der zuständigen Ministerin Leonore Gewessler (Grüne). "Es braucht aber die Zusage des Klimaschutzministeriums, sonst kann der Finanzminister nicht fördern."

Von den 200 Millionen Euro wäre rund ein Drittel Förderung notwendig, denn der WAG Loop sei kein Projekt, das auf Grund massiver Nachfragesteigerung errichtet wird, sondern als Vorsorge für Versorgungssicherheit. Wenn man das haben wolle, müsse es auch eine Finanzierung geben, sagt Wagenhofer.

Aus dem Klimaschutzministerium heißt es dazu: „Grundsätzlich begrüßen wir die Ankündigung der GCA den WAG-Loop bis spätestens 2027 zu bauen. Laut unseren Informationen sind bisher allerdings noch keine entsprechenden Anträge bei den dafür zuständigen oberösterreichischen Behörden eingegangen. Gleichzeitig stehen wir jederzeit für Gespräche zur Verfügung, mit dem Ziel, die vollständige Umsetzung des Projekts zu beschleunigen. Mit der bereits erteilten Genehmigung seitens des Regulators, der E-Control, geht jedenfalls ein Rechtsanspruch für die GCA auf Erstattung der Investitionskosten einher. Etwaige Kapazitätsbuchungen können dabei helfen, Steigerungen der Netzgebühren abzufedern. Auch wenn es zu keinen Buchungen käme, würde die GCA kein finanzielles Risiko in Bezug auf die Errichtungskosten tragen.“

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Autor
Dietmar Mascher
Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion
Dietmar Mascher
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13  Kommentare
13  Kommentare
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kpader (11.506 Kommentare)
am 07.12.2023 06:53

Wer ust jetzt wirklich säumig? Nur heiße Luft?

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ArtemisDiana (2.007 Kommentare)
am 06.12.2023 18:41

Jetzt haben Sie es der Gewessler aber gesagt, Herr Redakteur. Öffentliche Förderung für fossile Energie darf angesichts der klammen Kassen und des Klimawandels nicht weitergehen. Der Verbund als Mehrheitseigentümer hat dazu genug Geld verdient an den hohen Strompreisen und kann das selbst bezahlen.

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reibungslos (14.277 Kommentare)
am 06.12.2023 14:56

Die Gasleitung brauchen wir nicht, denn nächstes Jahr kommt der schon vor 15 Jahren angekündigte PV-Strom aus der Sahara.

*Vorsicht Sarkasmus*

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stimmtso (699 Kommentare)
am 06.12.2023 14:36

ber wichtig ist dass sie die Bevölkerung ausnimmt wie eine Weihnachtsgans ,aber nicht mehr lange dann kann sie sich vertschüßen.

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rmach (14.716 Kommentare)
am 06.12.2023 14:46

Und wer ersetzt mir meinen Schaden?

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Alfred_E_Neumann (6.789 Kommentare)
am 06.12.2023 18:25

Babler

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Juni2013 (9.450 Kommentare)
am 06.12.2023 14:26

Unverschämte Forderung einer Förderung von der öffentlichen Hand.

Chef der Gas Connect Austria (GCA), Stefan Wagenhofer:
„Es bräuchte …. sowie eine Förderung durch die öffentliche Hand.“
Merke:
GCA, HAUPTEIGENTÜMER, der VERBUND,
51 % der Anteile an VERBUND AG befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich.
Merke:
„Der VERBUND hat im abgelaufenen Geschäftsjahr von den stark gestiegenen Strompreisen auf dem Großhandelsmarkt profitiert und in den wesentlichen Kennzahlen Verdoppelungen erzielt. Das KONZERNERGEBNIS erhöhte sich um 97 Prozent auf 1,72 Mrd.“ (Kleine Zeitung (16.03.2023)
„Der Konzern hat nämlich die Preise für die Verbraucher erhöht, obwohl er selbst keine Mehrkosten hatte.“ (neuezeit.at/verbund-gewinne/ 21. März 2023)
„Gewinnausschüttung mehr als verdreifacht“
„….Pro Aktie will …Strugl 3,60 Euro ausschütten. 2021 waren es 1,05 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 243 %. Die DIVIDENDE hat sich also MEHR ALS VERDREIFACHT"

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Alfred_E_Neumann (6.789 Kommentare)
am 06.12.2023 18:26

Was ist daran unverschämt, wenn der Staat ein großes Interesse an dieser Infrastruktur (Stichwort Unabhängigkeit) hat?

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Juni2013 (9.450 Kommentare)
am 07.12.2023 09:43

Wie berichtet würde die GCA (Gas Connect Austria, Haupteigentümer Verbund) diese Gasleitung bauen, letztendlich also der Verbund. Dieser ist laut Aktionärsstruktur zu 51% im Besitz der Republik Ö.
Warum sollte angesichts der Aktionärsstruktur der Aktionär Republik Ö 1/3 der Baukosten unter dem Titel Fördergeld beisteuern und die anderen Aktionäre ((Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke Anteil> 25,0%, TIWAG Anteil> 5,0%, Streubesitz Anteil< 20,0%) nichts?
Wollen diese 3 Aktionäre also nur Dividenden abkassieren? Ich denke bevor sie kassieren sollten sie vorher auch selbst investieren und nicht alles dem Steuerzahler umhängen. Als Steuerzahler habe ich auf Grund der Erfahrungen aus der Energiekrise genug von der Abzocke durch Aktiengesellschaften wie den Verbund.

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Alfred_E_Neumann (6.789 Kommentare)
am 06.12.2023 13:01

Das Ministerium der versäumten Chancen.

Das ist aber ein EU-weiter linker Trend: wenn man damit beschäftigt ist, anderen Ländern und Großmächten mit dem Zeigefinger zu sagen, was sie zu tun hätten, geht der Fokus auf die Prioritäten im eigenen Land verloren.

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lastwagen (1.987 Kommentare)
am 06.12.2023 12:41

Gewessler hat bisher überall versagt, sie hat nur erkannt, dass man beim Wasserkochen einen Deckel auf den Topf geben soll. Eine hochwissenschaftliche Erkenntnis von ihr.

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rmach (14.716 Kommentare)
am 06.12.2023 14:13

Gewähltes Schicksal!

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Juni2013 (9.450 Kommentare)
am 06.12.2023 14:32

LASTWAGEN, habens schon auf Winterreifen gewechselt? Es ist wahnsinnig störend, wenn Lastwägen mit Sommerreifen andauern Autobahnen und andere Straßen blockieren. Von der EU gibt es kein Verbot für LKW im Winter Wintereifen aufzuziehen.

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