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Erste Bank und Andritz: Hohe Gewinne trotz schwierigem Umfeld

Von OÖN, 29. Februar 2024, 19:45 Uhr
Dickes Gewinnplus
Willibald Cernko, Erste Group Bild: APA/ROBERT JAEGER

WIEN. Erste Bank profitierte von Zinserhöhungen, Anlagenbauer Andritz rechnete große Projekte ab

 Die Statistik Austria hat heute, Donnerstag, bekannt gegeben, dass die Wirtschaftsleistung in Österreich 2023 real um 0,8 Prozent zurückgegangen ist. Die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS hatten –0,8 bzw. –0,7 Prozent prognostiziert.

Hauptverantwortlich für das Minus waren Rückgänge in der Warenproduktion von 2,7 Prozent, der gebeutelte Handel mit einem Rückgang von fast sechs Prozent sowie der Verkehr – dort sind teils beförderte Mengen und die Frachtpreise gesunken. In der Bauwirtschaft führte der Rückgang der Bauprojekte zu einem Minus von 1,1 Prozent.

Dieser gesamtwirtschaftlich bescheidenen Entwicklung zum Trotz haben heute zwei Börse-Flaggschiffe hohe Gewinne bekannt gegeben: Die Erste Group hat vom stark gestiegenen Zinsniveau profitiert, der Anlagenbauer Andritz hat große Projekte abgerechnet. Obwohl in unterschiedlichen Feldern tätig, eint beide, dass sie international breit aufgestellt sind und von der (besseren) Wirtschaftsentwicklung außerhalb Österreichs profitierten.

Die Erste Group, die in Zentral- und Osteuropa stark vertreten ist, hat stark von der Erweiterung der EU vor 20 Jahren profitiert. Das sei eine "echte Erfolgsgeschichte", so Erste-Chef Willibald Cernko. So habe etwa Tschechien bereits einige westeuropäische Länder wie Spanien beim Pro-Kopf-BIP überholt (bereinigt um Kaufkraftunterschiede).

Der Anlagenbauer Andritz hat im Vorjahr fast einen Jahresumsatz als Neuaufträge gewonnen und rechnet mit guten Geschäften außerhalb Europas. Vor allem die Ausrüstung von Wasserkraftwerken erlebe eine gute Nachfrage.

Da fällt die Siemens-Österreich-Tochter mit real stagnierendem Geschäft fast zurück – die Betriebsergebnisse verbesserten sich aber.

Erste Group: Dickes Gewinnplus

Die Zinserhöhungen waren Dünger für die Bilanz des Finanzinstituts Erste Group. Am Donnerstag legte der börsenotierte Konzern seine vorläufigen Jahreszahlen vor. 2023 war demnach ein „sehr starkes Jahr“, in dem man „trotz volkswirtschaftlicher Eintrübung dank Kreditvolumenwachstum und einem vorteilhaften Zins- und Risikoumfeld ein hervorragendes Ergebnis erzielt“ habe, so Finanzchef Stefan Dörfler.


Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 2,998 Milliarden Euro, das waren 38,5 Prozent mehr als im Jahr davor. An dem Ergebnis sollen auch die Aktionäre teilhaben, weshalb der Vorstand eine Dividende von 2,70 Euro je Aktie vorschlägt. Für 2022 wurden 1,90 Euro je Titel ausgeschüttet.
Für heuer rechnet das Institut wieder mit einer stärkeren Kreditnachfrage und einer größeren Investitionstätigkeit der Industrie im zweiten Halbjahr.
Das von der Regierung diese Woche angekündigte Wohnbaupaket begrüßte der Vorstandsvorsitzende Willibald Cernko ausdrücklich, mahnte aber zur Eile. „Wir dürfen nicht bis zum Herbst warten, gebaut wird im Frühjahr und Sommer.“ Den privaten Wohnbau zu forcieren, sei jetzt sehr wichtig, weil im großvolumigen Hoch- und Wohnbau baufertige Projekte fehlten.

Siemens: "Solides Ergebnis"

Von einem „trotz herausfordernder Rahmenbedingungen soliden Ergebnis“ sprach gestern Patricia Neumann, Geschäftsführerin von Siemens Österreich, anlässlich der Präsentation der Zahlen für 2022/23 (per 30. September).


Der nominale (nicht inflationsbereinigte) Umsatz stieg um 7,6 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis legte von 72,7 auf 74,5 Millionen Euro zu. Das Finanzergebnis sank von 127,4 auf 54,1 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag bei 1,197 Milliarden Euro (2022: 1,66 Milliarden).
Siemens Österreich, Tochter des deutschen Siemens-Konzerns, ist auch für 25 weitere Länder in Zentral- und Osteuropa verantwortlich: In der Gruppe stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Es gibt auch Standorte in Linz. Neumann nannte die Modernisierung und Erweiterung eines intelligenten Sicherheitssystems am Wiener Flughafen und das Hybridkraftwerk in Trumau als Leuchtturmprojekte.

"Solides Ergebnis"
Siemens-Österreich-Chefin Patricia Neumann Bild: OÖN

Andritz: Rekord folgt auf Rekord

Von 8,7 Milliarden Euro Umsatz (plus 15 Prozent) und einem deutlichen Gewinnsprung von einem Viertel auf mehr als 500 Millionen Euro hat der steirische Anlagenbauer Andritz zu berichten. Weil 2023 das zweite Rekordjahr in Folge war, wird auch die Dividende kräftig erhöht. Die Aktionäre bekommen 2,50 Euro je Anteilsschein. Vorstandschef Joachim Schönbeck verweist auf eine Dividendenerhöhung von 50 Prozent seit 2019.
Zum erwarteten Geschäftsverlauf sagt Schönbeck, die großen Themen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und mehr Kundendienst würden die Entwicklung positiv beeinflussen. Die Sparte Wasserkraft – Andritz fertigt Turbinen und Generatoren für riesige Wasserkraftwerke – werde von der Energiewende weiter profitieren. In Linz hat Andritz für diese Sparte 220 Mitarbeiter und den aufwändigsten Prüfstand für die schwierigsten Simulationen, erklärt Schönbeck. Für diese Sparte sei Linz einer der „Kernstandorte“.


Zum Wachstum würden auch Projekte für Batterie-Erzeuger beitragen. Andritz liefert für eine erste Großfabrik in Deutschland eine schlüsselfertige Anlage zur Zellassemblierung.


Spannend sei die Entwicklung im Textilrecycling: Dort sei die Lage mit der Papierindustrie in den 1970er-Jahren zu vergleichen, als die Wiederverwertung am Anfang stand. Derzeit stelle sich der Markt gerade auf. Der Beitrag von Andritz sind Zerreiß- und Sortieranlagen. Mit diesen werde eine Sorten- und Farbreinheit von 85 Prozent erzielt. „Die Voraussetzung für eine Kreislaufwirtschaft sind gegeben“, so Schönbeck. An das türkische Textilunternehmen Sanko gehen zehn Linien, fünf seien bereits in Betrieb. Mittelfristig könne dieses Geschäft einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erreichen, so Schönbeck.

Rekord folgt auf Rekord
Joachim Schönbeck Bild: Riedler Peter
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1  Kommentar
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edith1966 (784 Kommentare)
am 29.02.2024 21:19

Man freut sich ja wenn heimische Betriebe so erfolgreich sind aber bei den Banken sehe ich das etwas differenzierter

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