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Wirtschaft

Deutsche Firmen fürchten Lockdown

29. November 2021 00:04 Uhr

Deutsche Firmen fürchten Lockdown
Gabriel Felbermayr

WIEN. Was in Österreich seit Tagen Realität ist, schwebt wie ein Damoklesschwert über der deutschen Wirtschaft: ein neuerlicher Lockdown.

Dies wäre ein "wirtschaftlicher Super-Gau", sagte der Chef des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger: "Sehr viele mittelständische Unternehmen würden einen erneuten Lockdown wirtschaftlich nicht überleben." Seiner Meinung nach führt an der schnellen Einführung einer allgemeinen Impfpflicht kein Weg mehr vorbei. Auch der deutsche Handelsverband HDE sprach sich zum ersten Adventwochenende für eine Impfpflicht aus.

Viele Weihnachtsmärkte wurden abgesagt oder gar nicht erst eröffnet. Die wirtschaftliche Lage der Schausteller sei "äußerst dramatisch", sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. "Es muss zu einer hundertprozentigen Entschädigung kommen. Mindestens brauchen wir wie im Vorjahr eine November- und Dezemberhilfe. Sonst stehen viele Schausteller vor dem Aus."

Aus Sicht des österreichischen Ökonomen Gabriel Felbermayr ist ein Lockdown geboten: "Die Infektionszahlen in Deutschland rechtfertigen einen Lockdown, regional allemal. In Österreich wurde wohl eher zu lange gewartet", sagte er im Interview mit der deutschen "Wirtschaftswoche". Felbermayr leitet das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, ist aber in Deutschland bekannt, da er bis Oktober Präsident des Instituts für Weltwirtschaft im norddeutschen Kiel war.

Um eine höhere Impfquote zu erreichen, sollten auch unkonventionelle Mittel zum Einsatz kommen, sagte Felbermayr: "Druck und Zwang können nur das allerletzte Mittel sein. Wir müssen stärker auf Anreize setzen. Um ein Beispiel zu nennen: Ein Konsumgutschein über 500 Euro als Impfprämie hätte sicher viel Gutes bewirken können – in Deutschland wie in Österreich. Und im Vergleich zu den Kosten eines Lockdowns wäre es wohl auch die günstigere Alternative."

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