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Wirtschaft

Siemens streicht weltweit 15.000 Arbeitsplätze

30. September 2013 00:05 Uhr

Siemens streicht weltweit 15.000 Arbeitsplätze
Siemens-Chef Joe Kaeser nennt Zahlen zum Jobabbau, um die Spekulationen darüber zu beenden.

MÜNCHEN. Neuer Chef Joe Kaeser schafft Klarheit zum Sparprogramm.

Bisher gab es nur Spekulationen, wie viele Arbeitsplätze dem Sparprogramm bei Siemens zum Opfer fallen werden. Seit gestern herrscht Klarheit: Siemens will innerhalb eines Jahres weltweit 15.000 Jobs streichen, allein in Deutschland 5000. Zumindest für die Bundesrepublik schließt der Konzern aber Kündigungen aus.

Siemens gab diese Zahlen nur kurz nach dem Ausscheiden der Personalchefin Brigitte Ederer bekannt. Von mehreren Seiten hatte es geheißen, das Verhältnis zwischen der Österreicherin und den Arbeitnehmervertretern sei belastet gewesen. Erst Ende Juli war der frühere Finanzvorstand Joe Kaeser an die Spitze des Konzerns gerückt, nachdem sein österreichischer Vorgänger Peter Löscher nach einer von mehreren Gewinnwarnungen den Chefposten räumen musste.

Bei rund der Hälfte der weltweit 15.000 Jobs, die gestrichen werden sollen, sei mit den Arbeitnehmervertretern bereits ein Interessensausgleich vereinbart, sagte gestern ein Konzernsprecher in München. Über den verbleibenden Teil seien die Gremien bereits informiert worden. Die Arbeitsplätze würden bis Herbst 2014 abgebaut. Die Verhandlungen seien soweit abgeschlossen. Siemens wolle mit der Bekanntgabe dieser Zahl die grassierenden Spekulationen über das Thema nun beenden, so der Konzernsprecher weiter.

Keine Zahlen für Österreich

Über die veröffentlichte Zahl der zu streichenden Jobs weltweit und für Deutschland hinaus wollte man bei Siemens in München keine Details nennen. Zu den Auswirkungen auf Österreich werde man keine Angaben machen. „Wenn es irgendwo Handlungsbedarf gab, haben wir das direkt mit den Beschäftigten vor Ort und den Arbeitnehmervertretern besprochen“, so der Konzernsprecher.

Bisher hieß es, in Österreich sollen dem Sparprogramm 500 Stellen zum Opfer fallen. Die Siemens VAI in Linz wäre besonders von diesen Sparmaßnahmen betroffen. Anfang Juli hieß es, dass der bereits im Frühjahr angekündigte Personalabbau bei Siemens VAI doch nicht so stark ausfallen werde, wie anfangs befürchtet. Statt der Ende Mai angekündigten 400 von 1900 Jobs in Linz sollen nun etwa 200 tatsächlich gestrichen werden.

In Deutschland ist der konjunkturanfällige Sektor Industrie am stärksten von den Einschnitten betroffen. Dort sollen rund 2000 Arbeitsplätze wegfallen, in den Segmenten Energie und Infrastruktur & Städte seien es je 1400. Die vierte Konzernsparte Medizin soll von den Streichungen verschont bleiben.

Siemens gab auch Details zum Vorgehen bekannt. Zunächst würde die Belegschaft nicht schrumpfen. Zum Schluss des Geschäftsjahres Ende September werde im Jahresvergleich der Beschäftigtenstand in etwa bei weltweit 370.000 stagnieren. In manchen Bereichen würden Stellen eingespart, in Wachstumsfeldern aber neue Leute eingestellt.

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