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Hoteliers investieren mehr in ihre Häuser

Von OÖN, 14. Jänner 2015, 00:04 Uhr
Hoteliers investieren mehr in ihre Häuser
Hoher Investitionsbedarf Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

KITZBÜHEL. Die heimischen Hoteliers haben 2014 deutlich mehr Geld in ihre Betriebe gesteckt als im Jahr davor.

"Nach einem Rückgang der Investitionen im Jahr 2013 haben wir zuletzt ein Volumen von 780 Millionen Euro betreut – das war ein Plus von 31 Prozent", sagte der Chef der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT), Wolfgang Kleemann, am Dienstag beim Hotelierkongress.

Die Branche im engeren Sinn investiere rund eine Milliarde Euro pro Jahr. "Es gibt für uns im Tourismus keinen Grund, über irgendetwas zu jammern – die Betriebe sind stabiler geworden, die Eigenkapitalausstattung ist gestiegen und die Verschuldung gesunken", umriss Kleemann die durchschnittliche Situation der Drei- bis Fünf-Sterne-Hotels. Wirtschaftliche Schwierigkeiten gebe es, "aber die werden gemeistert".

Der effektive Zinsaufwand pro Zimmer sei in den vergangenen Jahren trotz des gesunkenen Referenzzinssatzes Euribor gestiegen – von 2034 Euro 2004 auf 2079 Euro 2013. Vor zehn Jahren war ein durchschnittliches Hotelzimmer der gehobenen Kategorie dem ÖHT-Chef zufolge mit 53.000 Euro bei den Banken verschuldet, heute sind es "69.000 Euro und mehr".

"Ich glaube, dass die Leitzinsen niedrig bleiben und die Effektivzinsen dennoch weiter steigen werden", erwartet Kleemann. "Deshalb wird auch das Thema geförderte Finanzierungen weiter an Bedeutung gewinnen", sagte Kleemann. Die ÖHT gewährt der Tourismusbranche in Kooperation mit Bund und Ländern unter anderem Haftungen und Startkredite.

In den Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise sei der freie Finanzierungsanteil merklich gesunken: 2007 war ein Anteil von 43 Prozent der Investitionen gefördert, 2014 waren es bereits 57 Prozent. "Der "Risikoappetit der Kommerzbanken ist enden wollend", sagte Kleemann. Das mache Förderbanken wie die ÖHT interessant. Die Hoteliers müssten auch in immer kürzeren Abständen in ihre Betriebe investieren. "Ein Hotelzimmer, das 1970 gebaut wurde, war wahrscheinlich 1990 noch okay. Eines, das 1990 gebaut wurde, war wahrscheinlich zehn Jahre später schon überholt."

Immer schneller modernisieren

"Die Produktlebenszyklen sinken und damit müssen sich zwangsläufig auch die Finanzierungshorizonte verkürzen", meint Kleemann. Speziell im Wellnessbereich seien Kredite nach 20 bis 25 Jahren noch nicht abbezahlt, doch Erneuerungsinvestitionen stünden dann an. "Ich rate vom ‘Generationenkredit’ ab – ein Unternehmen sollte sich entschulden, um wieder Freiraum für neue Investitionen zu schaffen", so der Finanzierungsexperte.

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