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Wirtschaft

Heidelbeeren und Nüsse statt Silhouette-Brillen

Von Dietmar Mascher   04. Juli 2015 00:04 Uhr

3D und die neue Dimension von Beeren und Nüssen
Klaus und Jakob Schmied in ihrem Beerenberg. Bio ist durchgestylt und cool.

LINZ. Ex-Silhouette-Gesellschafter und Vorstand Klaus Schmied hat sich vor einem halben Jahr völlig aus dem Konzern zurückgezogen. Unternehmerisch bleibt er tätig, aber auf ganz anderem Terrain. Gemeinsam mit seinem Sohn Jakob betreibt er nicht nur eine Firma, die sich mit hochwertigem 3-D-Drucken beschäftigt. Ihr Beerenberg ist ein Hof am Rande von Linz, wo Heidelbeeren und Nüsse geerntet werden.

Angelina Jolie hat sie getragen, Heidi Klum und US-Serienstar David Caruso ebenso. Silhouette-Brillen zählen zu den international bekannten Marken aus Oberösterreich. Internationales Flair sucht man jetzt vergeblich, wenn man Klaus Schmied in seiner neuen Wirkungsstätte besucht. Der Hof oberhalb von Linz und knapp unterhalb der Verdi-Diele verströmt vielmehr Ruhe und Gelassenheit – und den Duft von Heidelbeeren. Der ehemalige Silhouette-Chef und sein Sohn Jakob Schmied haben sich hier den Traum von der eigenen Landwirtschaft erfüllt. Aber es ist viel mehr als ein Hobby.

Vor knapp zwei Jahren hat Klaus Schmied nicht nur seine Tätigkeit in jenem Betrieb beendet, den seine Eltern gegründet hatten, sondern seine Anteile auch an seine Mutter zurückgegeben.

Mit seinem Sohn Jakob, einem ehemaligen Leistungssportler (Rudern) und Absolventen des Studiums für Sportmanagement in München, konzentrierte er sich zunächst mit der Firma Bernstein Innovation auf 3D-Druck im High-End-Bereich. "Dann hat sich aber auch die Möglichkeit ergeben, diesen Hof zu erwerben", sagt Klaus Schmied (57). Für Jakob (27) war es die "Erfüllung eines Lebenstraums".

Father & Son GmbH als Dach

Unter der Father & Son GmbH, die Jakob führt, befindet sich neben Bernstein auch der Beerenberg. Wie für einen Kulhavy-Schüler quasi selbstverständlich (Ernest Kulhavy: legendärer Professor für Marketing an der JKU), gibt es auch perfekt durchdachtes Marketing für die Heidel- und Brombeeren sowie Nüsse des Hofs. Die Corporate Identity geht bis zu den T-Shirts für die Saisonarbeiter, die vorwiegend aus der Ukraine stammen und die Schmieds mit ihrer Sachkenntnis und ihrem Eifer begeistern.

Die Saison für die Heidelbeeren hat gestern, Freitag, am Hof begonnen. Das erste Jahr sei ein Lernjahr, sagt Klaus Schmied. Am Hof werde alles biologisch angebaut. Auf fünf Hektar können Heidelbeeren und auf fünf Hektar vor allem Walnüsse geerntet werden. Die Schmieds rechnen damit, dass sie davon heuer etwa je 20 Tonnen ernten werden. Insgesamt umfasst das Gut 22 Hektar, davon acht Hektar Wald.

Was den Vertrieb angeht, wollen Vater und Sohn neue Wege gehen. Statt die Ernte an Schnapsbauern oder Lebensmittelkonzerne zu liefern, werden Firmen direkt beliefert, ebenso die Gastronomie und Biohändler. Auch an die Veredelung der Beeren und Nüsse denkt man.

Klaus Schmied hat im vergangenen Jahr die Land- und Facharbeiterprüfung absolviert und sich auch die Grundlagen der Forstwirtschaft angeeignet. "Manche, die sich einen Hof kaufen, kommen dem aus. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe."

Auf Förderungen verzichtet

Jakob Schmied legt zwar Wert darauf, dass alles bio ist, dass mit Nistplätzen und Insektenhotels bereits natürliche Feinde von Schädlingen angesiedelt wurden und auch mit dem nahegelegenen Imkerhof zusammengearbeitet wird. "Wichtig ist aber, dass bio auch cool ist." Die Schmieds haben sich vorgenommen, den Hof ohne Förderungen gewinnbringend zu führen. Der Bauernhof selbst soll in den nächsten Jahren umgebaut und besser genützt werden.

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