Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Das globalisierte Schwein

Von Ulrike Rubasch, 11. Dezember 2015, 00:04 Uhr
(Symbolbild) Bild: VOLKER WEIHBOLD

LINZ. Ein Schwein geht auf Weltreise: Vom Ferkel bis zur Endverwertung hat es einen weiten Weg hinter sich.

Des Österreichers Schweinsschnitzel im Gasthaus hat meist einen weiten Weg hinter sich. "Der überwiegende Teil des Schweinefleischs in der Gastronomie ist nach wie vor nicht österreichischer Herkunft", sagt Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Er fordert die Gastronomie auf, künftig auszuweisen, woher das verwendete Fleisch stammt.

Ein im oberösterreichischen Großhandel gekauftes Schweineteil zeigt: Es ist durchaus normal, dass Ferkel etwa in den Niederlanden geboren, nach Deutschland zur Aufzucht gebracht werden und in mehreren Schlachtstationen in Europa zerlegt werden. Die Teile werden danach je nach Bedarf über den Erdball verteilt: Die "hochwertigen" Fleischteile wie Lungenbraten oder Rückenteile des Schweins nach Europa, die fetten Teile (vor dem Embargo) nach Russland oder in andere ähnliche Märkte, und die für uns verzichtbaren "Nebenprodukte" nach Asien. Selten, dass ein Schwein, das in Österreichs Gasthäusern auf dem Teller landet, wirklich hier geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. Nur dann hätte es das AMA-Gütesiegel. Anderswo wird eben billiger produziert. Da können die heimischen Bauern nicht mithalten. Doch Reisecker sagt in Richtung Wirte: "Ich glaube nicht, dass ein Konsument wegen 50 Cent auf oder ab für ein österreichisches Schnitzel nicht mehr ins Wirtshaus geht."

Download zum Artikel

Das globale Schwein

PDF-Datei vom 10.12.2015 (5.053,05 KB)

PDF öffnen

"Keine Ausrede mehr für Wirte"

Auf dem Etikett des beim Großhändler gekauften Fleisches steht nach der seit April dieses Jahres gültigen EU-Verordnung nicht mehr nur der Letztverarbeiter – denn das sind dann doch häufig österreichische Unternehmen –, sondern auch, wo das Tier aufgezogen wurde. Die Gastronomie habe somit keine Ausrede mehr, nicht zu wissen, woher das Fleisch stamme, sagt Johann Schlederer, Geschäftsführer der Schweinebörse.

Unterdessen stöhnen Österreichs Schweinebauern unter dem niedrigen Preis für Schweinefleisch. Innerhalb von zwei Jahren ist dieser vor allem wegen der Russland-Krise und der gesteigerten Produktion der Schweine-Giganten Spanien und Deutschland auf ein Mehrjahrestief gefallen.

Schweinefleisch aus dem Ausland ist um 50 bis 70 Cent je Kilogramm günstiger als heimisches, so Schlederer. "Da hört sich der Lokalpatriotismus der Einkäufer von Großhändlern und Gastronomie auf." Er fordert eine gesetzliche Gastro-Regelung zur Kennzeichnung der Fleischherkunft. Reisecker: "Das Beste wäre auf freiwilliger Basis. Aber auch für die verarbeiteten Produkte brauchen wir eine Kennzeichnung" – wogegen sich die Industrie mit Händen und Füßen wehrt.

Schweinebauern in der Krise

Oberösterreichs 2000 Schweinebauern (Haupterwerb) leiden unter dem um 17 Prozent niedrigeren Schweinepreis als vor zwei Jahren. Das bedeutet für sie allein heuer durchschnittlich 30.000 Euro weniger Verkaufserlös pro Betrieb. Von den 8 Mio. Schweinen in Österreich werden 2/3 in Wurst und andere Produkte verarbeitet. 1/3 wird frisch im Groß- und Einzelhandel verkauft.

 

mehr aus Wirtschaft

Wie aus der Uno Shopping ein Stadtteil werden soll

PV-Anlagen: "Auf hohe Einspeistarife zu setzen ist kein vernünftiges Geschäftsmodell"

Warum Elektroautos jetzt teurer werden dürften

Weniger Öl und Gas, mehr Chemie und Kunststoff: Warum sich die OMV trotz Gegenwind auf Kurs sieht

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

32  Kommentare
32  Kommentare
Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
fuertiere (254 Kommentare)
am 11.12.2015 16:34

Die sogenannten Zuchtsauen werden über Monate in winzige Eisenkäfige gesperrt, in denen sie sich noch nicht einmal umdrehen können und in denen sie ihre Jungen zur Welt bringen müssen. Zu schwache oder kranke Ferkel werden noch vor Ort vom Züchter erschlagen, um die Kosten für eine medizinische Behandlung zu sparen. Innerhalb der ersten Lebenstage wird allen Jungtieren der Ringelschwanz abgeschnitten. Die männlichen Ferkel werden zudem ohne Betäubung kastriert, um die Entstehung des ungewollten Ebergeruchs zu verhindern. In nur einem halben Jahr werden die jungen Schweine in engen Ställen zur Bewegungslosigkeit verdammt, auf das Schlachtgewicht gemästet. Sie stehen auf Vollspaltenböden, die den Mästern die Reinigung vereinfachen, Suhl- und Scheuermöglichkeiten und Nestbaumaterial fehlen. Die reizarmen Haltungsbedingungen und die schnelle Gewichtszunahmen lassen die Tiere physisch und psychisch krank werden.

lädt ...
melden
Realist2 (368 Kommentare)
am 11.12.2015 16:32

Ich würde gerne Schweinefleisch ohne Wachstumshormone und Antibiotika essen. Wo gibt es diese Qualität mit eindeutiger Kennzeichnung und auch glaubwürdig geprüft. Angaben wie z. B. „Antibiotika darf nur kranken Tieren gefüttert“ werden, bringen uns nicht weiter. Da müssten wir ja beim Einkauf klären, wie oft das betreffende Schwein im Krankenstand war.

lädt ...
melden
observer (22.304 Kommentare)
am 11.12.2015 12:43

Dieser Wunsch nach Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie ist ein Wunsch der Bauernlobby - sonst nichts. Damit glauben sie, ihre Produkte schützen zu können. Will ein Gastronom die Herkunft freisiilig ausweisen, dann soll er das tun, wenn nicht, dann ist es auch recht. Man kann nicht den Gastronomiebetrieben einen Stein um den anderen um den Hals hängen. Und ausserdem beweist österreichische Herkunft oder gar Fleisch vom Huberbauern (der arme Bauer) in Bezug auf Qualität gar nichts. Das kann nämlich trotztdem das zäheste und minderwertigste Fleísch sein, das man sich vorstellen kann, was jeder Konsument bezeugen kann, der im Handel schon so was mit österreichischer Hekrunft erwischt hat. Die Bauern müssen eben konkurrenzfähig erzeugen oder die Wirte anderswie überzeugen - aber nicht per Gesetz.Die Fleischindustrie selbst kriegen sie ja auf keinen Fall in den Griff, sonst werden eben ausländische Würste etc. importiert.

lädt ...
melden
observer (22.304 Kommentare)
am 11.12.2015 12:47

Überdies sollten die Bauern da vorsichtig sein, sonst kommt noch bald wer auf die Idee, von ihnen einen Deklarierung der Herkunft der Futtermittel zu verlangen, die sie einsezten. Und zwar nicht so wie vom Futtermischwerk sowieso, sondern wirklichen Urprung und Art der Futtermitte. Den Aufschrei möchte ich sehen, wenn das verlangt würde. Wir leben eben in einer globalisierten Welt - zumindest was die EU betrifft. Und auch unsere Bauern exportieren viel - meist viel billiger als im Inland und oft bessere Qualität (etwa beim Kalbfleisch).

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 12:21

„Der Bauernbund und der VP-Landwirtschaftsminister sind eh für TTIP“ --- das hast du schlecht geträumt; kommt in den besten Familien vor, hochöferl.

lädt ...
melden
capsaicin (3.915 Kommentare)
am 11.12.2015 11:50

nicht zu vergessen, die vielen globalisierten schweine auf 2 haxen !

conclusio: die dem wachsdumm menschenverachtend --> ALLES unterordnen...

lädt ...
melden
Gugelbua (32.139 Kommentare)
am 11.12.2015 11:14

Und der Teufel (TIPP) wartet schon grinsen
Monsanto mit seine tausenden kuriosen Patenten auf genveränderte Samen Gemüse und Tierzucht lauert schon auf den Moment für die mit Genfutter aufgezogenen Schweinderln weltweit Lizenzgebühren zu kassieren.

lädt ...
melden
Einheizer (5.398 Kommentare)
am 11.12.2015 11:18

Da hilft uns TTIP schon weiter, Monsanto freut sich schon. Der Bauernbund und der VP-Landwirtschaftsminister sind eh für TTIP.
Übrigens: Ist Monsanto wirklich eine Firma oder event. doch eine Gangsterorganistion ?

lädt ...
melden
pepone (60.622 Kommentare)
am 11.12.2015 11:44

Einheizer

aus der Erste wurde die Zweite ... grinsen

lädt ...
melden
Sandbank (2.806 Kommentare)
am 11.12.2015 13:00

TTIP wird für Österreich (und Europa) das größte Problem der Zukunft.

lädt ...
melden
rmach (15.485 Kommentare)
am 11.12.2015 10:42

– wogegen sich die Industrie mit Händen und Füßen wehrt.

Von wem stammt diese Aussage. Das ist das Problem. Viele Industriebetriebe sind hier gegenteiliger Meinung.
Bitte fragen Sie bei den Unternehmen nach und nicht bei irgendwelchen Angestellten bei verschiedenen Vereinigungen. Das wäre eine gute Gelegenheit um überhaupt zu erheben, wie viele Zwangsmitglieder der Meinung der Vertretung sind.

lädt ...
melden
Einheizer (5.398 Kommentare)
am 11.12.2015 11:14

Sind die grossen Wurst- und Schinkenhersteller, Speckproduzenten (z.B. Handl-Tirol ), Lasagne-Kocher und Fertig-Pizzabäcker wirklich nicht gegen die Kennzeichnung ? Deren Grundprodukte sind das billigste Fleisch das gerade in Europa erhältlich ist.
Ich kann das nicht glauben,aber wenn die WKO wirklich nicht deren Meinung vertritt müssen halt mit ihrer Vertretung ein Wörtchen reden !

lädt ...
melden
pepone (60.622 Kommentare)
am 11.12.2015 09:49

à propos Fleisch :

heute ist Freitag , also Fischtag ... zwinkern

und wenn jede/r 1-2 mal in der Woche FREIWILLIG auf Fleisch verzichtet bekommen wir MEHRERE Problem zugleich in Griff. zwinkern

lädt ...
melden
bernardo90 (201 Kommentare)
am 11.12.2015 09:45

Fleischwaren sowieso nur direkt ab Hof vom Bauern!!

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 09:49

noch besser: Vegetarier !

lädt ...
melden
Superheld (13.251 Kommentare)
am 11.12.2015 09:56

Und geschlachtet wird wo...?

lädt ...
melden
bernardo90 (201 Kommentare)
am 11.12.2015 11:54

http://neubauerhof.com/about

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 10:14

Eine halbe Sau ist natürlich billiger und: es gibt schlachtende Betriebe. Oder?

lädt ...
melden
pepone (60.622 Kommentare)
am 11.12.2015 10:45

Ruflinger

ja es gibt sie wieder , die Schlachter, die sind sogar MOBIL !
hab letzthin eine FS Sendung mit Vera Russwurm gesehen die sich mit dem Thema Bio beschäftigt hatte ...da kamen sie vor ..
so ich mich erinnere

lädt ...
melden
pepone (60.622 Kommentare)
am 11.12.2015 09:43

im Artikel :
Nur dann hätte es das AMA-Gütesiegel.

es liegt an den Politbonzen selber die Situation zu ändern indem sie uns den AMA-Gütesiegel WAHRHAFTIG erklären !
denn die Früchte im Joghurt als bsp. zu nennen kommen aus Polen ,bekommen aber den AMA -Gütesiegel ! traurig

und genauso wird mit andere Ware umgegangen ...

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 09:48

die AMA betreibt Leit'verarschung, das ist schon lange bekannt.

lädt ...
melden
Einheizer (5.398 Kommentare)
am 11.12.2015 07:17

Scheinefleisch aus Österreich wird in diversen Supermärkten angeboten ( Spar, Hofer ),aber auch bei guten Metzgern. Fleisch das von Wiege bis zur Bahre aus Österreich stammt.
Ein bißchen schauen auf das Etikett muss man halt oder beim Metztger fragen - und ein wenig mehr zahlen.
Nur billig kaufen aber nichts bezahlen wollen , das funktioniert nicht.
Anders schaut es bei verarbeiteten Waren ( Wurst, Lasagne usw. ) aus, da ist die Deklarierung nicht vorhanden - die Industrie weiß warum. Da kommt das Billigfeisch aus Holland, Niedersachsen ect. hinein.

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 08:35

Nur billig kaufen aber nichts bezahlen wollen

lädt ...
melden
tsn (274 Kommentare)
am 11.12.2015 11:41

Oberlehrer

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 12:22

Hilfsschüler kannst nicht lesen?

lädt ...
melden
pepone (60.622 Kommentare)
am 11.12.2015 09:46

Einheizer

lies mein Posting weiter unten um zu wissen woher die Ware kommt der der AMA -Gütesiegel vergeben wird ! zwinkern

lädt ...
melden
despina15 (10.086 Kommentare)
am 11.12.2015 06:48

außerdem würde ich gerne so manche
schweinehalter zu den säuen sperren
damit sie wissen wie sich das leben
in derren situoation anfühlt.........

lädt ...
melden
Biobauer (6.048 Kommentare)
am 11.12.2015 12:41

Ihr Posting ist sehr Tierliebend gemeint aber Menschenverachtend geschrieben.

Auch Bauern sind Menschen und haben sich leider den Marktgegebenheiten unserer schöne EU zu fügen.

Sorry aber selbst mit vollem Bauch im warmen sitzen und auf Menschen hintreten die die Drecksarbeit für Ihr billiges Schnitzel erledigen, ist Niveaulos.

lädt ...
melden
despina15 (10.086 Kommentare)
am 11.12.2015 16:26

hallo biobauer! da meine eltern selbst
biobauern waren,weis ich sehr wohl wie es
bei schweine ist!
ist noch nicht allzulange aus wo sie
selbst noch schweine züchteten,mästeten,
aber nie in so kleinen boxen!!!!
kann mich nicht errinnern,das die sau
ihre ferkel erdrückte!!!
auf stroh leben durften, aber sie müsten
wissen was auch einem schwein gut täte,
in der kurzen zeit ihres lebens.........

lädt ...
melden
Zonne1 (3.699 Kommentare)
am 11.12.2015 05:54

Wenn man sich diese Schweinereisen so anschaut, kriegt man den Verdacht, daß der (industrielle) Transport viel zu billig ist..

lädt ...
melden
( Kommentare)
am 11.12.2015 02:25

Das sich die Industrie wehrt, sollte nicht verwundern. Unsere Politiker und Beamten wissen schon, warum sie diese unterstützen.

Gemäß dem Volkswagen-Modell hat der Kunde alles zu fressen, was man ihm vorsetzt. Man muss ja nicht wissen, wovon einem schlecht wird.

Aber solange beim Konsumenten beim Einkauf oder beim Wirten das Hirn aussetzt, weil es so günstig ist, ist nichts zu machen. So ähnlich, wie bei einer Wahl.

lädt ...
melden
friedrich.ramesberger@liwest.at (1.192 Kommentare)
am 11.12.2015 00:49

Eine richtige Schweinerei so zu sagen !!!!

lädt ...
melden
Aktuelle Meldungen