Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Beruhigung bei der Schuldenkrise macht Euro wieder stark

Von Hermann Neumüller, 05. Februar 2013, 00:04 Uhr
Euro
Bild: epa

FRANKFURT. Aufwertung der Gemeinschaftswährung gegenüber Dollar, Pfund und Yen macht der europäischen Exportwirtschaft zu schaffen.

Von seinem Rekordhoch von annähernd 1,60 Dollar Mitte 2008 ist der Euro zwar noch weit entfernt. Das aktuelle Niveau von 1,35 Dollar reicht aber schon, um warnende Stimmen laut werden zu lassen. Eine starke Währung macht Exporte teurer. Und genau das macht vor allem den Krisenländern im Süden der Währungsunion zu schaffen.

„Der Euro ist derzeit zu stark – und keinen stört es. Diese selektive Wahrnehmung ist nicht gut“, sagt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Generali Investmentgesellschaft. Europa sei im globalen Vergleich jene Region mit dem schwächsten Wirtschaftswachstum. „Es ist nicht logisch und auch nicht gesund, dass gerade diese Region die stärkste Währung hat“, sagt Wögerbauer.

Analysten der Deutschen Bank haben anhand eines Modells berechnet, wann die Eurozone an die „Schmerzgrenze“ beim Wechselkurs kommt, ab wann die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Währungsraumes leidet. Das Ergebnis: ab einem Eurokurs von 1,37 US-Dollar. 1,3622 betrug der Richtwert der Europäischen Zentralbank (EZB) am gestrigen Vormittag. Die „Gefahrenzone“ sei bereits erreicht, heißt es bei der Deutschen Bank.

„Veränderungen in der Währung verteilen das Wachstum neu, und der Anstieg des Euro ist keine gute Nachricht für die Region“, schreibt Keith Wade, Chefvolkswirt der britischen Fonds-Gesellschaft Schroders. Der Grad, mit dem die Länder der Währungsunion mit einem höheren Wechselkurs umgehen können, hänge von dem Umfang ab, zu dem sie mit der Qualität oder dem Preis konkurrieren könnten. „Staaten wie Deutschland sind in dieser Beziehung belastbarer als die europäischen Peripherie-Staaten wie Italien“, so Wade.

Ulrich Schuh, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria, sieht die Sache etwas gelassener. „Das hat zwei Seiten“, sagt er im Gespräch mit den OÖNachrichten. Mit dem stärkeren Euro werden auch die Vorleistungen für die europäische Industrie billiger, vor allem Rohstoffe und Öl, die hauptsächlich in Dollar abgerechnet werden.

Die Schwäche des Euro war Symptom des mangelnden Vertrauens der Finanzmärkte in die Währungsunion. Jetzt sei dieses Vertrauen wieder zurückgekehrt, sagt Schuh. Dazu beigetragen habe, dass die Konjunkturindikatoren in der Eurozone wieder nach oben zeigten.

Es könne aber ohnehin jederzeit ein „kleines Erdbeben passieren, etwa die Wahl in Italien“. Das könnte den Euro schnell wieder schwächen. Er würde daher der momentanen Wechselkursentwicklung nicht allzu große Bedeutung beimessen, sagt Wirtschaftsforscher Schuh.

 

Zitate

„Der Wechselkurs des Euro ist gefährlich hoch.“
Jean-Claude Juncker, der inzwischen abgelöste Chef der Eurogruppe, beklagte den Höhenflug des Euro schon Mitte Jänner. Damals stand die Gemeinschaftswährung bei knapp 1,34 US-Dollar. Seither ist sie nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern vor allem auch gegenüber dem Yen noch einmal deutlich gestiegen.

„Europa ist im globalen Vergleich jene Region mit dem schwächsten Wirtschaftswachstum. Es ist nicht logisch und auch nicht gesund, dass gerade diese Region die stärkste Währung hat.“
Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft

„Der hohe Wechselkurs des Euro ist Zeichen dafür, dass das Vertrauen in den Euro wieder gestiegen ist. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Eurozone haben sich eindeutig verbessert.“
Ulrich Schuh, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes EcoAustria.

 

 

mehr aus Wirtschaft

Wiener-Börse-Chef: Brauchen mehr privates Geld am Kapitalmarkt

Schlechtere Zahlungsmoral unter Österreichs Unternehmen

Finanzminister: "Ich gebe bis zum Schluss nicht auf"

Frischfleisch aus Österreich: Kröswang bietet Zustellung am nächsten Tag

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

4  Kommentare
4  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
( Kommentare)
am 05.02.2013 10:48

Ja was denn jetzt? Fällt er um ein paar Cent, reden die gleichen Leute und natürlich unsere wohlinformierte Presse gleich wieder von einer neuen Euro-Krise! Am 15.1. äußerten sich Fekter/Merkel/Junkers bei einem Stand von 1,332, dass die Talsohle durchschritten sei und bei 1,35 wird's dann schon gefährlich. Langsam geht's mir auf besagten...

lädt ...
melden
antworten
Zaungast_17 (26.421 Kommentare)
am 05.02.2013 11:08

halt geredet ist und bleibt?

lädt ...
melden
antworten
( Kommentare)
am 05.02.2013 09:43

es war, ist und bleibt eine zockerbanken-krise auf steuerzahlers kosten!

gewinne einkassieren, verluste auf den bürger auslagern ...
so geht das friedensprojekt europa!

lädt ...
melden
antworten
Ameise (45.683 Kommentare)
am 05.02.2013 08:30

No-wenn Vertuschung eine Beruhigung ist...

lädt ...
melden
antworten
Aktuelle Meldungen