Lade Inhalte...

Black Wings

Philipp Lukas: "Ich habe keine Angst, aber Respekt vor dieser Aufgabe"

Von Markus Prinz  25. April 2022 19:04 Uhr

Philipp Lukas - aus der zweithöchsten Spielklasse direkt in die ICE Hockey League.

LINZ. Während das Eis in der Linz-AG-Eisarena schmilzt laufen bei Black-Wings-Sportdirektor und -Headcoach Philipp Lukas die Leitungen heiß. Er arbeitet an der sportlichen Basis für die kommende Saison. Wir haben ihn in seinem Büro besucht und ein 60-minütiges Interview geführt.

Seit Samstag wird das Eis der Linzer Eishalle abgetaut. Aber nicht nur auf der Spielfläche, sondern auch in den Katakomben - genauer im Büro von Sportdirektor und Headcoach Philipp Lukas - laufen die Drähte heiß. Der 42-Jährige hat sich trotzdem 60 Minuten Zeit genommen für ein Gespräch, in dem er über Transfers, Spielphilosophien und Entwicklung plaudert.

OÖNachrichten: Wir haben im Eisbrecher-Podcast mit Ihnen im vergangenen Herbst ein Gespräch geführt. Damals noch als Headcoach der Steel Wings in der zweithöchsten Spielklasse. Hätten Sie sich damals vorstellen können, dass wir heute das Gespräch in dieser neuen Konstellation führen?

Philipp Lukas: Nein, hätte ich nicht. Aber ich funktioniere auch nicht in dieser Art und Weise. Ich versuche mich immer auf die aktuelle Aufgabe zu konzentrieren und nicht zu weit nach vorne zu schauen. Ich habe eine super Aufgabe bei den Steel Wings gehabt und viele Erfahrungen machen dürfen. Und das war für mich das Allerwichtigste in diesem Moment. Ein guter Freund von mir hat immer gesagt, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert - und das war jetzt auch bei mir der Fall, vermutlich.

Die Black Wings haben sich im Jänner zu einer Neuausrichtung auf sportlich-operativer Ebene entschlossen. Wie lange haben Sie überlegen müssen, bis Sie Ja gesagt haben?

Ich habe nicht so richtig nach dieser Aufgabe gestrebt. Die Black Wings sind an mich herangetreten und es hat sich nach einer sehr spannenden Herausforderung angehört. Und ich bin ein Mensch, der nach Herausforderungen sucht sich als Mensch aber auch als Trainer und in diesem Fall auch als sportlicher Leiter weiterentwickeln möchte. Und diese ist eine sehr spannende neue Aufgabe, die mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Und diese Herausforderung wollte ich nicht auslassen.

Nicht wenige Fans fürchten, dass Sie sich in der Doppelfunktion als Cheftrainer und sportlicher Leiter womöglich übernehmen könnten. Fühlen Sie sich bereit für diese fordernde Rolle? Es ist ja eine sehr große Verantwortung, die Sie da tragen.

Ja, es ist eine große Verantwortung. Ich habe gewusst, dass relativ viel auf einen einprasselt. Wir müssen auch dahingehend Organisationsstrukturen aufbauen, um Aufgaben zu verteilen. Ich habe keine Angst davor, aber natürlich großen Respekt vor dieser Aufgabe. 

Wir haben vorhin über Ihre Vergangenheit bei den Steel Wings gesprochen. Wird es auch in der kommenden Saison eine Mannschaft in der Alps Hockey League geben?

Es war uns wichtig, dass wir wieder für die Alps Hockey League nennen und weiterhin mit den Steel Wings dort spielen. Das gibt uns die Möglichkeit, eventuelle Verletzungsmiseren zu kompensieren. Dahinter stecken aber jede Menge Überlegungen. Wie strukturiert man sich? Wie rekrutiert man Spieler für die ICE aber auch für die Alps Hockey League? Wie schafft man es, den Spielern dann auch Eiszeit ganz oben zu geben? Das sind die Hauptfragen, die es zu beantworten gilt. Und da ist viel zu Telefonieren.

Wie läuft die Kaderplanung für die ICE Hockey League?

Wir wollten uns am Österreicher-Sektor bestmöglich verstärken, mussten aber doch auch einige Absagen hinnehmen. Das ist natürlich schade, stellt für uns aber auch einen Lernprozess dar. Wir müssen uns in den Spiegel schauen und fragen, wo wir uns verbessern können, um für solche Spieler wieder attraktiver zu werden. Und dann müssen wir überlegen, wo und wie wir unseren Kader mit Import-Spielern auskleiden und nach welchen Anforderungsprofilen wir suchen.

Ist dieser starke Österreicher-Stamm jetzt schon vorhanden oder wird es weitere Verstärkungen geben?

Ich glaub, dass man in der vergangenen Saison unter den Erwartungen geblieben ist. Trotzdem muss man in die Zukunft schauen und dran denken, dass Spieler älter werden und junge Spieler heranzuführen. Ein lobenswertes Beispiel ist Patrick Söllinger, der schon seine ersten zwei Spiele in der ICE Hockey League absolviert hat. Wer hätte das vor acht oder neun Monaten gedacht? Er hat einfach sehr sehr gut gearbeitet und sich gut entwickelt, weil er einen entsprechenden Aufwand betrieben hat. 

Eine Name taucht bei Insidern immer wieder auf. Erik Kirchschläger ist aktuell auf dem Markt. Ist der gebürtige Linzer ein Thema?

Ja, der war natürlich ein Thema. Aber soweit mir von seinem Agenten kommuniziert wurde, ist er noch nicht bereit, nach Linz zurückzukehren. Was natürlich schade ist. Er war einer der Absagen, die ich vorhin erwähnt habe. Er hätte uns sicher geholfen, aber die Entscheidung muss man akzeptieren. 

Sie waren in den vergangenen Jahren als Co-Trainer beim U20-Nationalteam aktiv. Hilft Ihnen diese persönliche Beziehung zu jungen Spielern?

Das war die Hoffnung. Aber auch da mussten wir bereits Absagen hinnehmen. Auch das gilt es zu akzeptieren und kritisch zu hinterfragen, wie wir attraktiver werden können. (Anmerkung: Linz hat sowohl mit Senna Peeters, als auch mit Julian Payr verhandelt, letztlich aber den Kürzeren gezogen)

Mit wie vielen Import-Plätzen Philipp Lukas plant, wie die Black Wings in der kommenden Saison spielen sollen und welche Hausübungen der neue Headcoach seinen Spielern für den Sommer mitgegeben hat, hören Sie in der 22. Episode des Eisbrecher-Podcasts:

 

 

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Artikel von

Markus Prinz

Markus Prinz

0  Kommentare 0  Kommentare