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Tadej Pogacars Machtdemonstration

Von Dominik Feischl, 26. Mai 2024, 20:23 Uhr
Tadej Pogacars Machtdemonstration
Die Siegerpose zeigte der Slowene zuletzt oft. Bild: APA/AFP/LUCA BETTINI

Mit dem überlegenen Triumph beim Giro d’Italia geht es in die finale Tour-Vorbereitung

ROM. Mit seinem Papa stand Tadej Pogacar als kleiner Bub bei den Alpenpässen am Straßenrand, um die Helden des Giro d’Italia anzufeuern. "Das hat in mir den Traum erweckt, selbst einmal dieses Rennen zu gewinnen", erzählte Pogacar vor dem Start der 107. Auflage in Turin. Drei Wochen später fuhr der Slowene als überlegener Sieger gestern Abend in Rom ein – mit satten 9:56 Minuten Zeitvorsprung auf den Zweiten Daniel Martinez. Mit einem so großen Vorsprung hat seit dem Italiener Vittorio Adorni im Jahr 1965 niemand mehr diese Grand Tour gewonnen. Nicht nur deshalb war der dominante Auftritt des UAE-Kapitäns spektakulär.

Am Samstag zeigte Pogacar bei der finalen Bergetappe, die zweimal über den Monte Grappa führte, noch einmal eindrücklich, wer der Herr im Haus ist. Er attackierte bei der zweiten Überfahrt über den Dolomitenpass vom Hinterrad seines Helfers Rafal Majka und enteilte einmal mehr der restlichen Konkurrenz. Nach seinem schon sechsten Teilstück-Erfolg holte er sich den Belohnungskuss von seiner Verlobten Urska Zigart nach 184 Kilometern in Bassano del Grappa ab. "Ich wollte den Giro mit einem guten Eindruck beenden. Ich glaube, das habe ich geschafft", meinte Pogacar, der zum Drüberstreuen auch das Bergtrikot eroberte, danach.

Guter Eindruck? Den Rivalen bei der Ende Juni folgenden Tour de France muss angst und bange werden. Pogacar will als erster Fahrer seit Marco Pantani 1998 das Double Giro/Tour schaffen, danach auch bei den Olympischen Spielen und der WM noch etwas bewegen. Routinier Geraint Thomas, nach Rang zwei im Vorjahr hinter Pogacars Landsmann Primoz Roglic diesmal Dritter, lobt den Ausnahmekönner: "Er ist der Beste, mit dem ich je gefahren bin. Es ist irrsinnig, wie talentiert er ist. Was die physische Begabung angeht, ist er einzigartig." Doch Talent und harte Arbeit sind das eine, Pogacar ist nicht nur deswegen ein großer Champion. Trotz allem Ehrgeiz bleibt er immer locker. "Er ist eine Stimmungskanone und nimmt sich selbst nicht so wichtig", sagt sein UAE-Teamkollege, der Marchtrenker Felix Großschartner.

Dass die härtesten Tour-Konkurrenten Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und Roglic Anfang April bei der Baskenland-Rundfahrt stürzten, spielt ihm in wenigen Wochen wohl zusätzlich ins Blatt. Evenepoel und Roglic starten ab Sonntag bei der Dauphine in Frankreich, der klassischen Tour-Generalprobe.

Pogacar, der vor der Saison den Trainer wechselte und nun mit dem Spanier Javier Sola zusammenarbeitet, kann derweil eine Verschnaufpause einlegen. Nach dem Giro will der 25-Jährige das Rad eine Woche in der Ecke stehen lassen und in seiner Wahlheimat Monaco entspannen. Danach folgen drei Wochen Höhentrainingslager in Isola 2000 in den französischen See-Alpen, bevor es zum Tour-Start nach Florenz geht.

Großschartner als Sieghelfer

Von Oberösterreichs drei Giro-Teilnehmern trat nur Großschartner wirklich sichtbar in Erscheinung. Als einer der wichtigsten Helfer für Pogacar in den Bergen hatte er seinen Anteil am Erfolg und durfte mit der Mannschaft in Rom feiern. Rainer Kepplinger (Bahrain) bei seinem Debüt bei einer großen Landesrundfahrt und Tobias Bayer (Alpecin) waren in den drei Wochen ob ihrer Wasserträger-Aufgaben eher unscheinbar unterwegs.

Die gestrige Schlussetappe wurde wie erwartet noch einmal zu einer Angelegenheit für die Sprinter. Tim Merlier trug den Sieg davon.

107. Giro d’Italia: Endstand: 1. Pogacar (Slo) UAE 79:14:03 Std., 2. Martinez (Kol) Bora +9:56 Min., 3. Thomas (Gb) Ineos +10:24; weiters: 31. Großschartner (Ö) UAE +1:56:06; 64. Kepplinger (Ö) Bahrain +3:23:14; 86. Gamper (Ö) Bora +4:14:4596. Bayer (Ö) Alpecin +4:25:27

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Dominik Feischl
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