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"Gleißner hat seine Irrwege korrigiert und uns vieles vorgelebt"

Von Michael Schäfl, 25. Jänner 2023, 17:56 Uhr
Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bischof Manfred Scheuer am Grab von Heinrich Gleißner. Bild: MAX MAYRHOFER (LAND O…)

Sie sei nicht nur eine "Stunde des Gedenkens", sondern auch eine "des Dankes", sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) heute Vormittag bei der Gedenkveranstaltung zu Heinrich Gleißner.

Sie sei nicht nur eine "Stunde des Gedenkens", sondern auch eine "des Dankens", sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung im Landhaus. 130 Jahre wäre der Langzeit-Landeshauptmann Heinrich Gleißner heute geworden. Mittwochfrüh hatten hohe Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kirche seiner noch am Barbarafriedhof gedacht und einen Kranz an Gleißners Grab niedergelegt.

Mit drei Jahrzehnten im Amt – von 1934 bis 1938 und 1945 bis 1971 – war Gleißner der längstdienende Landeshauptmann Österreichs. Er habe "uns sehr vieles vorgelebt und gelehrt", ein "unschätzbares Erbe" hinterlassen, sagte Stelzer. Der Wiederaufbau Oberösterreichs trage die Handschrift des Juristen, er habe die Weichen gestellt, damit Oberösterreich heute "zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Europas" gehört.

Video: Gedenken an Heinrich Gleißner

Heinrich Gleißner habe seine "Irrwege"– als Oberösterreich-Leiter der Vaterländischen Front und enger Vertrauter von Engelbert Dollfuß trug er im Ständestaat den Abbau der Demokratie mit – "korrigiert". Er habe seine "Fehler erkannt" und nach dem Jahr 1945, nachdem er von den Nationalsozialisten in die KZ Dachau und Buchenwald deportiert worden war, ein Leben des Zusammenhalts der politisch rivalisierenden Fraktionen geprägt. Mit dem Linzer Bürgermeister Ernst Koref (SP) schmiedete Gleißner eine Achse zum Wiedererstehen Oberösterreichs. Weitbekannt ist das im Jahr 1953 aufgenommene Tanz-Foto Gleißners mit Korefs Frau Elmire auf der Linzer Donaubrücke. Das "Klima der Zusammenarbeit" habe in Oberösterreich noch immer Bestand, lobte Stelzer.

Die frühere Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (VP) sprach in ihrer Festrede über die "Demokratie als Anker in Krisenzeiten". Sie sei "entsetzt", wenn sie den Debatten im Parlament lausche. Wie "Politiker einander attackieren", habe nichts mit dem Zusammenhalt zu tun, den die Parteien nach dem Zweiten Weltkrieg gelebt hätten. Doch eben diese Kooperation brauche es jetzt, um auch das Vertrauen in die Politik wieder zu stärken. 

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Autor
Michael Schäfl
Redakteur Politik
Michael Schäfl
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11  Kommentare
11  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Orlando2312 (22.170 Kommentare)
am 26.01.2023 20:13

Gleißner war und bleibt ein dunkler Punkt in der Geschichte OÖ.

So wie bei Dollfuss ist auch bei Gleißner die Glorifizierung ein Affront gegenüber den Opfern. Mit Kanonen wurde auf Mietskasernen geschossen, in denen auch Frauen und Kinder wohnten. Gleißners Mittverantwortung an derlei Taten können nicht vergessen werden

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( Kommentare)
am 25.01.2023 20:35

Für Gleißner u. viele andere Austrofaschisten
war Dachau im wahrsten Sinn eine Besserungsanstalt.
So wie es nach 1945 auch für div. Nazis eine gewesen ist.

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Gugelbua (31.641 Kommentare)
am 25.01.2023 19:01

sgilt für viele, wenn einer mal tot ist wird er automatisch glorifiziert und heilig👼

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klettermaxl (6.706 Kommentare)
am 25.01.2023 19:19

Natürlich sind die Vielen keine Verbrecher, da verklären sich schon mal im Nebel des Erinnerns kleine Unzulänglichkeiten.

Aber wenige sind es doch. Und gerade der ÖVP kann man keine Fahrlässigkeit unterstellen, denn sie handelt immer sehr kontrolliert, und mit Absicht.

Spannend auch: Wer war zur Huldigung dieser Figur dort, z. B. auch Benito (c. Bundespräsident Dr. Klestil).

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JosefBroz (4.439 Kommentare)
am 25.01.2023 18:53

Leute mit Visionen gehören zum Hirndoktor. Wenigstens hat man den Adolf-Hitler-Platz umbenannt, aber dann war auch schon Schluss.

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klettermaxl (6.706 Kommentare)
am 25.01.2023 18:49

"Ein Mann mit klarer Vision", wird im Videobeitrag betont.

Das ist richtig, Gleissner war Faschist.

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 25.01.2023 14:23

Faschist bleibt Faschist. Seine Handlungen können nicht ungeschehen gemacht werden, auch nicht reingewaschen, das ist schlicht ungustiös. Wir sprechen im Fall von Gleißner von schweren Verbrechen gegen Österreich und seine Menschen. Die ÖVP sollte sich nach all diesen Jahrzehnten einmal ihrem Umgang mit der eigenen Geschichte stellen.

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LASimon (10.891 Kommentare)
am 25.01.2023 18:02

Der erste Satz ist Unsinn: So wie jeder Verbrecher nach Verbüssung der Haft ein anständiger Mensch sein kann, kann auch ein "Faschist" seine Fehler erkennen und eine politische Umkehr zum Demokraten vollziehen. Dadurch werden seine "faschistischen" Taten nicht ungeschehen gemacht, aber auch seine demokratischen Taten nicht entwertet.

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 25.01.2023 18:18

Das sehen Sie zu simpel, und meiner Meinung nach wieder massiv am Artikelinhalt vorbei. Ich kürze ab: Heinrich Gleißner (sr.) weiterhin von der ÖVP verehrt und insofern reingewaschen, auch von der Katholischen Kirche, repräsentiert von Herrn Scheurer. Das ist für mich ein Skandal.

Dieser Mann hätte nach dem Zweiten Weltkrieg sich freuen sollen, dass er trotz seiner Taten davon gekommen ist ohne Gefängnisaufenthalt in der Zweiten Republik, und von allen politischen Ämtern und von jeder Ehrung auf Lebenszeit und nachher ausgeschlossen werden müssen. Ein Affron sondergleichen für seine Opfer.

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 25.01.2023 18:19

Affront

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Libertine (5.304 Kommentare)
am 25.01.2023 18:39

@- Allesistmöglich

Mal nachdenken, vielleicht sind Sie der Mensch mit der simplen Meinung.

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