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Digital-Uni: SPÖ sieht „Schlamassel“, Luger fordert Verschiebung

Von Wolfgang Braun, 24. Jänner 2023, 13:02 Uhr
technische universität linz tu bauplatz standort
(Symbolbild) Bild: Weihbold

LINZ.  Die Absage der für heute geplanten Hearings zur Besetzung des Rektorpostens der künftigen Digital-Uni schlägt auch in der Landespolitik hohe Wellen.

SP-Landeschef Michael Lindner sieht ein „Schlamassel“ und kritisiert eine intransparente Vorgehensweise. Der Linzer SP-Bürgermeister Klaus Luger macht sich für eine Verschiebung des Starts um ein Jahr stark, alles andere würde eine  „Bruchlandung“ des Projekts provozieren. Das Wissenschaftsministerium müsse nun endlich Realismus an den Tag legen, der Gründungsprozess sei überhastet und habe der neuen Uni einen enormen Imageschaden beschert, sagt Luger.

Irritiert fragt sich Lindner nach den Turbulenzen: "Auf welcher Basis will man denn dann die Bewerbungen für den Gründungspräsidenten bewerten?" Seiner Ansicht nach scheue man "seit Beginn offenbar diese Debatte, was genau diese Digital-Uni für die Uni-Landschaft, die Studierenden und den Standort leisten kann und soll." Lindner, der zuletzt bereits eine Verschiebung des Uni-Starts gefordert hatte, forderte angesichts der neuen Entwicklungen einmal mehr, dass die von seiner Partei initiierte und "für Oktober 2022 zugesagte Enquete im Frühjahr stattfindet".

Besorgt zeigt sich auch Neos-Klubobmann Felix Eypeltauer: "Statt dem notwendigen internationalen Standing droht das Projekt zu einer Provinzposse zu werden. Allein schon eine internationalere Besetzung des Gründungskonvents hätte das Problem der Befangenheit innerhalb des Konvents minimiert.“

Laut Plan soll im kommenden Wintersemester der Lehrbetrieb aufgenommen werden. Die IDSA geht auf eine Idee des früheren Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) zurück. Der Endausbau soll 2036/2037 mit 6.300 Studierenden erreicht sein. Was die Finanzierung angeht, sind für die Gründungsphase 2022 und 2023 18,4 Mio. Euro vorgesehen, die aus der Ministerreserve des Wissenschaftsministeriums gedeckt werden. Ab dem Endausbau im Studienjahr 2036/37 sollen der Universität, die räumlich an die Linzer Uni andocken wird, jährlich 150 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Errichtungskosten werden ab dem Studienjahr 2023/24 von Bund und Land Oberösterreich gemeinsam 50:50 getragen.

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Autor
Wolfgang Braun
Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Politikredaktion
Wolfgang Braun

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5  Kommentare
5  Kommentare
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tulipa (3.261 Kommentare)
am 24.01.2023 14:05

Wir haben die JKU, die sich in Jahrzehnten einen Ruf erarbeitet hat, die eine Informatiksparte hat, aber für die Digitalisierung muss nun eine komplett neue Uni gebaut werden. Hätte da nicht ein Institut an der bestehenden Uni gereicht, und wenn man Erfolg erzielen will, wirklich eine internationale Koryphäe, die man holt?
Stattdessen müssen sich hier Politiker einen Tempel bauen, man kann Bauaufträge vergeben und Posten besetzen…. Ein Schelm, wer da Böses denken könnte.

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kmal (1.030 Kommentare)
am 24.01.2023 14:32

Tja ÖVP eben.

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Klettermaxe (10.678 Kommentare)
am 24.01.2023 16:58

JKU ist aber eher SPÖ-dominiert wegen der Stadt Linz, oder?

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ArtemisDiana (2.056 Kommentare)
am 24.01.2023 21:14

Die JKU hat mit der neuen Uni nichts zu tun. Diese ist auf dem Mist von Kurz gewachsen (im Landtagswahlkampf).
Die JKU hat übrigens eine international anerkannte Informatik.

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.237 Kommentare)
am 25.01.2023 00:13

Universitäten sind Bundeseinrichtungen, also weder Land noch Stadt.

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