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Landespolitik

Aufregung um Fake News-Broschüre

Von nachrichten.at/eiba   09. Dezember 2021 11:57 Uhr

Die Broschüre

LINZ. In einigen oberösterreichischen und niederösterreichischen Briefkästen fanden sich zuletzt professionell gestaltete, umfangreiche Folder, die Stimmung gegen die Corona-Impfung machen.

Das Virus sei nicht tödlich, die Impfung schütze nicht, heißt es darin. Laut Impressum ist der "Verein für basisgetragene, selbstbestimmte, pluralistische und unabhängige Medienvielfalt" mit Sitz in Linz für den Inhalt verantwortlich. Obmann des Vereins ist Stefan Magnet, der auch in seinem Online-Medium "AUF1" gegen die Maßnahmen und die Impfung wettert. Magnet machte schon mehrmals als Corona-Leugner Schlagzeilen. Nicht zuletzt deshalb, weil er mit seiner Werbefirma immer wieder im Auftrag von FP-Landesregierungsbüros tätig wurde. Anfragen, ob diese Zusammenarbeit noch bestehe, blieben von Seiten der FPÖ unbeantwortet. 

Stefan Magnet antwortete: „Die Broschüren werden im Online-Shop von AUF1 angeboten. Die Menschen bezahlen für die Broschüren und verteilen sie dann auf eigene Kosten, in ihrer eigenen Freizeit. Derzeit sind über diesen Weg mehr als 600.000 Broschüren im Umlauf.“ Zur Frage nach der Zusammenarbeit mit der FPÖ und der Finanzierung von AUF1 erklärte Magnet: „Die gesamte redaktionelle Arbeit von AUF1 wird ausschließlich von Spenden getragen. Wir benötigen keinen einzigen Cent von irgendjemand, auch nicht von Parteien, worüber wir gegenwärtig sehr glücklich sind.“

Der Erklärung von Magnet widerspricht allerdings ein Blick auf die Website. Man hält sehr wohl Geld von einer Partei und zwar in Form von Inseraten. So wirbt die FPÖ derzeit für ihre Demo auf der Seite von Auf1. Für Severin Mayr, Klubobmann der Grünen, ein unhaltbarer Zustand: „„Mittlerweile ist bewiesen, dass das Land OÖ Unsummen an Steuergeld an rechtsextreme Corona-Leugner und Rechtsaußen-Zeitschriften überwiesen hat. Es kann nicht sein, dass mit öffentlichen Geldern Corona-Schwurbler finanziert werden, während gleichzeitig Bemühungen laufen, die Impfquote zu erhöhen und damit die Pandemie endlich zu beenden.“

Die Neos reagierten auf die Broschüre und informierten Polizei, Verfassungsschutz und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP). „Diese Broschüre verbreitet haarsträubende und gefährliche Dinge unter einem peudowissenschaftlichen Deckmantel. Hier spalten Rechtsextreme bewusst und kalkuliert die Gesellschaft. Sie versuchen in zerstörerischer Art und zum eigenen machtpolitischen Nutzen das Vertrauen in Experten, Institutionen und Politik zu schädigen. Diese Folder gefährden Leben und Sicherheit aller Oberösterreicher“, so Neos-Klubobmann Felix Eypeltauer.

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