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Landespolitik

Was JKU-Studenten verbessern würden

Von Heinz Steinbock   01. April 2015 22:01 Uhr

Lange Studiendauer, viele Abbrecher: Was JKU-Studenten verbessern würden

LINZ. Die Studenten der Linzer Kepler-Uni wünschen sich Maßnahmen, um das Studium schneller abschließen zu können. Die ÖH Linz ließ dazu eine Online-Umfrage durchführen, an der sich 2233 Studierende beteiligten.

Überhaupt beenden nur 35,8 Prozent ihr Studium mit einem Abschluss. Damit, und auch mit der Zahl der abgelegten Prüfungen pro Jahr, ist die Linzer Uni knapp, aber doch Schlusslicht unter Österreichs Universitäten hinten.

Das Problem ist sowohl Lehrenden als auch Studierenden bewusst. So kündigte der designierte Rektor, Jus-Dekan Meinhard Lukas, im OÖN-Interview an, sich um Verbesserungen bei der Lehre kümmern zu wollen.

Die Linzer Hochschülerschaft (ÖH) ließ nun die Studenten über die Gründe für Studienverzögerungen und Verbesserungsvorschläge befragen. Von den 18.660 Studenten, an die das IMAS-Institut die Online-Fragebögen versandte, antworteten 2233: "Eine sehr gute Teilnehmerquote", sagt Paul Eiselsberg von IMAS.

Mit den Studienbedingungen generell sind zwar 28 Prozent "sehr" und 58 Prozent "einigermaßen" zufrieden, aber bei den Details des Studienablaufes werden deutliche Verbesserungen gefordert, sagt ÖH-Vorsitzender Michael Obrovsky. So nennen bei den Gründen, warum Studien verzögert werden (Mehrfachnennungen möglich), 55 Prozent, dass Kurse nicht jedes Semester angeboten werden. 47 Prozent nennen "berufliche Tätigkeit", 46 Prozent "schwierige Prüfungen" und 42 Prozent, dass sich die Prüfungstermine auf das Semesterende konzentrieren. Drei Viertel der JKU-Studenten sind berufstätig. 40 Prozent gaben an, ihr Studium sei damit "zum Teil" vereinbar, 16 Prozent aber "schlecht" oder "gar nicht". Dementsprechend wird vor allem eine besseres Angebot an Prüfungs- und Kursterminen gefordert (siehe auch Grafik). Von den berufstätigen Studenten plädieren auch 73 Prozent dafür, dass Vorlesungen online abgerufen werden können.

Obrovsky sieht einen "klaren Auftrag an das Rektorat": über das Semester verteilte Prüfungstermine, oder mehr Kursangebote "kosten wenig und haben für die Studierenden einen bedeutenden Effekt".

"Professionell und mit wertvollen Zahlen" nennt Lukas die ÖH-Umfrage. Bestätigt sei auch, dass die JKU eine "Berufstätigen-Uni" sei, sagt Lukas. Anregungen wie die Entflechtung der Prüfungstermine und ein besseres Angebot von Kursen seien sicher sinnvoll, das werde nach Maßgabe der organisatorischen Möglichkeiten "sicher ein Thema". "Es muss aber eine gemeinsame Kraftanstrengung von Lehrenden und Studierenden sein", sagt Lukas: "Nicht nur die Angebote müssen besser werden." Er plane ein "Studienplatzmonitoring" – ein Frühwarnsystem, wenn es bei Studenten "in Richtung Abbruch geht".

Lukas will auch die Straffung der Studienpläne vorantreiben: "Die Inhalte werden laufend mehr. Es muss geprüft werden: Was ist in der vorgesehenen Zeit realistisch vermittelbar", sagt Lukas.

Ergebnisse der Umfrage zum Downloaden:

 

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