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Taurus-Abhöraffäre erschüttert Deutschland

Von nachrichten.at, 03. März 2024, 18:08 Uhr
Ein deutscher Tornado-Jet mit davor liegendem Marschflugkörper „Taurus"
Ein deutscher Tornado-Jet mit davor liegendem Marschflugkörper „Taurus“ Bild: Fotos: picture allianz/dpa/Jörg Carstensen, AFP/ANDREAS SOLARO

BERLIN/MOSKAU. Russland veröffentlichte Gesprächsmitschnitt der Bundeswehr.

Russische Medien haben ein internes Gespräch deutscher Luftwaffen-Offiziere veröffentlicht und damit Bundeswehr und Bundesregierung bloßgestellt. In Deutschland ist jetzt die Sorge groß, dass weitere sicherheitsrelevante Kommunikation deutscher Stellen abgehört worden sein könnten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht von einer "sehr ernsten Angelegenheit. Deshalb wird das jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt."

Das mitgeschnittene Gespräch war am Freitag veröffentlicht worden. Darin waren Einsatzszenarien für den deutschen Marschflugkörper "Taurus" erörtert worden – jenen Marschflugkörper, dessen Lieferung die Ukraine fordert. Diese will Scholz nicht liefern, da er befürchtet, Deutschland könnte in den Krieg hineingezogen werden.

In der Schaltkonferenz erörtern vier Offiziere, darunter Luftwaffen-Chef Ingo Gerhartz, Einsatzszenarien zur Vorbereitung eines Gesprächs mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass eine baldige Lieferung und ein schneller Einsatz nur mit Beteiligung deutscher Soldaten möglich wäre – und dass eine Taurus-Ausbildung ukrainischer Soldaten für einen Einsatz in alleiniger Regie möglich wäre, aber Monate dauern würde. Diskutiert wird auch über die mögliche Zerstörung der von Russland gebauten Brücke zur okkupierten Halbinsel Krim.

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), forderte stärkere Sicherheitsvorkehrungen und höhere Investitionen in die Spionageabwehr.

Die Unionsparteien CDU/CSU beantragten umgehend eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses. Sie liest aus dem Gespräch heraus, dass eine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Taurus-Einsatz der Ukraine technisch nicht zwingend erforderlich wäre. Es "muss geklärt werden, warum der Bundeskanzler mit Falschbehauptungen an die Öffentlichkeit geht, wo er sagt, dass deutsche Bundeswehr-Beteiligung vor Ort nötig sei", argumentiert CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter.

Schwerer Schaden für Scholz

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen wiederum konstatiert einen schweren Schaden für Scholz. Es stelle sich die Frage, "warum der russische Geheimdienst und vielleicht sogar eine höhere Stelle durch die Veröffentlichung des Gesprächs den Bundeskanzler gerade jetzt so massiv beschädigt".

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), sieht als Grund für die Veröffentlichung, dass Russland Scholz davon abhalten wolle, doch noch grünes Licht für die Taurus-Lieferung zu geben.

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34  Kommentare
34  Kommentare
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susisorgenvoll (16.620 Kommentare)
am 05.03.2024 07:22

Schon vergessen, dass die "befreundeten" USA BK Merkel durch den NSA abhören und bespitzeln ließ unter Obama? Damals war man gerade mal 2-3 Tage erschüttert ....

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franzf (279 Kommentare)
am 04.03.2024 12:23

dumme überschrift, erschüttert nicht deutschland sondern ein paar Politiker und die Bundeswehr!

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2good4U (17.475 Kommentare)
am 04.03.2024 12:18

Und welche großen Geheimnisse wurden da jetzt offenbart?

Ist ja absoluter Standard, dass das Bundesheer alle möglichen Szenarien durchspielt.
Gibt ja auch für Atomkatastrophen, etc. fix fertige Pläne in der Schublade.

Klar, es ist äußerst peinlich wenn man abgehört wird.
Aber kritische Geheimnisse scheinen ja keine dabei gewesen zu sein.

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ZeuschnerJoachim (343 Kommentare)
am 04.03.2024 12:10

Erst sinds(wieder mal) zu blöd und dann erschüttert.

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Alfred_E_Neumann (7.113 Kommentare)
am 04.03.2024 11:39

Viele glauben anscheinend wirklich in ihrer Weltfremdheit, dass ein europäischer Krieg gegen Russland wie ein Videospiel sein würde. Die üblichen Videoaufnahmen seit dem Irak-Krieg zeichnen ein technisch sauberes und steriles Bild.

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Klettermaxe (10.633 Kommentare)
am 04.03.2024 10:39

Europaweit wurde durch die extreme Anti-Russlandpropaganda und eine eigenartige Berichterstattung das Heft aus der demokratischen Hand gegeben. Budgets und potenzielle Kriegshandlungen werden offenbar schon lange von NATO-Offizieren und befreundeten Kriegsspielenden aus einigen europäischen Nationen untereinander ausgeschnapst.

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LASimon (11.215 Kommentare)
am 04.03.2024 12:03

Dass Russland nicht nur Krieg gegen die Ukraine führt, sondern gegen Europa, ist Ihnen offensichtlich bis dato entgangen. Nachdem Russland es 2013/14 nicht geschafft hat, die Ukraine mehr oder minder friedlich vor einer "Europäisierung" zu bewahren, hat es den Krieg begonnen.

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2good4U (17.475 Kommentare)
am 04.03.2024 12:20

Leugnen Sie, dass Russland vor ca. 2 Jahren eine Invasion der Ukraine gestartet hat?
Da braucht man sich nicht übe negative Schlagzeilen beschweren wenn man ein Land überfällt.

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Philantrop_1 (164 Kommentare)
am 04.03.2024 08:49

Der Skandal ist aber nicht, dass sich die deutschen Offiziere abhören ließen, sonder dass - wie dabei herauskam - westliche, besonders amerikanische, Soldaten in Zivil in der Ukraine mitmischen. So ist dieser Krieg ein DIREKTER Konflikt der NATO gegen Russland!

Daher sollte sich das neutrale Öst. umso deutlicher von diesem S t e l l v e r t r e t e r-Krieg der Supermächte GANZ heraushalten!

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Philantrop_1 (164 Kommentare)
am 04.03.2024 08:50

...sondern...

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gutmensch (16.631 Kommentare)
am 04.03.2024 10:01

Der echte Skandal ist, dass es in Österreich eine Partei gibt, die hier die Interessen des Massenmörders im Kreml vertritt.

Und ja, damit meine ich auch sie. Sie könnten aber auch ein direkter Russlandtroll sein.

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Klettermaxe (10.633 Kommentare)
am 04.03.2024 10:21

Gutmenschen kapieren einfach nicht, worum es geht.

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LASimon (11.215 Kommentare)
am 04.03.2024 12:06

Manchmal sind "Gutmenschen" weniger naiv als "Realisten"; zumindest an den deutschen Grünen kann man das gut beobachten. Die wissen anscheinend genau, was auf dem Spiel steht; überspitzt formuliert geht es um die Russifizierung Europas.

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Klettermaxe (10.633 Kommentare)
am 04.03.2024 10:20

So ist es, der Skandal hat eine inhaltliche Komponente der Informationen sowie jene der peinlichen Sicherheitslücke.

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LASimon (11.215 Kommentare)
am 04.03.2024 11:58

Erstens ist Russland keine Supermacht.
Zweitens ist es zwar (auch) ein Stellvertreterkrieg, aber anders als Sie behaupten, ist es ein Krieg Russlands gegen Europa. Also können wir uns gar nicht heraushalten.
Drittens sind US-amerikanische Militärberater seit 2014 in der Ukraine, um die ukrainische Armee auszubilden. Denn anders als die naiven Europäer waren die Amerikaner überzeugt, dass Russland einen "full-fledged war" gegen die Ukraine führen wird.

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leser (2.219 Kommentare)
am 04.03.2024 08:05

Eigentlich müsste die deutsche Politik den Russen dankbar sein für die Veröffentlichung.
Die deutsche Regierung wäre sonst niemals draufgekommen, dass der konstruierte "Feind" mithört. Dieser hätte das Geschenk weiterhin nutzen können.

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nichtschonwieder (8.133 Kommentare)
am 03.03.2024 18:44

Hat nicht schon die Abhöraffäre der Amis Deutschland schwer erschüttert?

" unter Freunden geht das gar nicht". schmetterte Merkel damals

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Bergbauer (1.766 Kommentare)
am 03.03.2024 18:08

Momentan bricht die ukrainische Front an mehreren Stellen. Es ist traurig, aber war leider zu erwarten. Krieg kann man nicht mit Propaganda und Lügen über die russische Militärmacht gewinnen. Selensky wird den Deutschen und der EU die Schuld geben, weil wir zu wenig geliefert haben. Jetzt kann man den verlorenen Krieg nur mehr komplett eskalieren lassen, ich glaube das weiß Scholz, die CDU/CSU und die Flinten Uschi spielen ein faules Spiel. Von den Grünen will ich nie wieder was hören.

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LASimon (11.215 Kommentare)
am 04.03.2024 12:01

Die Ukraine ist in der misslichen Situation, weil unsere Unterstützung "too little too late" war und nach wie vor ist. Wir sind anscheinend immer noch so naiv anzunehmen, dass das ein Krieg "weit hinten in der Türkei" (Goethe) ist, der uns nichts angeht. Wenn die Ukraine fällt, kommt die Republik Moldau dran und dann die baltischen Staaten.
Vergessen Sie doch nicht: Russland will als eine von 3 Grossmächten einen Teil der Welt beherrschen. Und dass das nicht Lateinamerika sein wird, sollte uns klar sein.

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2good4U (17.475 Kommentare)
am 04.03.2024 12:27

Es gibt nicht "die eine" Front.
Eine Verteidigung ist immer mehrstufig angelegt.
Fällt eine Linie, zieht man sich zur nächsten zurück.

Desto mehr Land die Russen gewinnen, desto mehr Soldaten brauchen sie um die besetzte Gebiete zu kontrollieren, und desto länger und anfälliger werden die Versorgungswege zur Front.

Das hat Deutschland im Zweiten Weltkrieg im Russlandfeldzug das Genick gebrochen, und vielleicht passiert das auch jetzt wieder.

Die Ukraine ist ein großes Land, und wenn man erst mal hunderte Kilometer durch Feindesland muss um die Front zu versorgen ist das für Partisanen ein gefundenes Fressen.

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Philanthrop_1 (195 Kommentare)
am 03.03.2024 17:53

Die Ukraine hat ja bereits, entgegen aller vorheriger Zusagen, ausländisches (und für die Defensive vorgesehenes) Kriegsmaterial für Bombardements auf russischem Boden verwendet. Aus der Ukraine rechtfertigte man sich damit, dass die grenzüberschreitenden Aktionen auch ein teil der Verteidigung wären.

Und das ist der Grund warum Scholz in dieser Angelegenheit der Lieferung von Raketen viel vorsichtiger ist als noch vor einem Jahr.

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chuckw (405 Kommentare)
am 03.03.2024 18:03

"Die Ukraine hat ja bereits, entgegen aller vorheriger Zusagen, ausländisches (und für die Defensive vorgesehenes) Kriegsmaterial für Bombardements auf russischem Boden verwendet"

Es gibt für die Defensive vorgesehene Bomben? Wo lernt man denn das?

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Philanthrop_1 (195 Kommentare)
am 03.03.2024 18:57

Marschflugkörper nennt man das, und man kann Boden-Luft-Raketen genauso für Boden-Boden-Einsätze verwenden und Drohnen sowieso.

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2good4U (17.475 Kommentare)
am 04.03.2024 12:29

Und was ist an Marschflugkörpern defensiv?!
Falls Sie es nicht mitbekommen haben, auch Russland setzt Marschflugkörper ein.
Sind die auch in der Defensive?

Es gibt keine klare Trennung zwischen Offensiv- und Defensivwaffen.

So kann ich sogar eine Landmine in einer Offensive nutzen um Stellungen zu sichern, und genauso kann eine Langstreckenrakete als Defensivwaffe genutzt werden.

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tradiwaberl (15.600 Kommentare)
am 03.03.2024 18:19

Warum auch sollte russischer Boden verschont bleiben ??
Das wäre ja noch schöner und fast eine Einladung an den russischen Aggressor.

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Philanthrop_1 (195 Kommentare)
am 03.03.2024 18:57

Mit solchen emotionalisierten Intelligenzbestien marschieren wir alle tatsächlich in einen großen Krieg.

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tradiwaberl (15.600 Kommentare)
am 03.03.2024 19:24

Nette Floskel... haben sie auch eine Antwort ??
Russland ist der Aggressor. Daran gibts aber auch schon gar nichts zu rütteln ! Also warum genau soll man den Aggressor nicht angreifen dürfen ?

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Philanthrop_1 (195 Kommentare)
am 03.03.2024 20:42

Das ist keine Spielerei wie eine wöchentliche Demo oder die jährliche Streikdrohung der Gewerkschaft. Da geht es um mehr, und mit solchen emotionalen und unprofessionellen Forderungen der Ausweitung eines solchen Krieges zeigen einige nur, dass sie die möglichen Konsequenzen ihres unreifen Handelns nicht im Ansatz abschätzen können.

Die direkte Antwort: natürlich darf die Ukraine mit eigenen Waffen auch Russland angreifen. Wenn sie jedoch Waffen von Verbündeten verwenden, kann der Krieg sehr leicht auf die Verbündeten ausgeweitet werden. Und das Einbeziehen anderer scheint mittlerweile ein Ziel zu sein, um die Verbündeten mit Krieg zwangs zu beglücken.

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leser (2.219 Kommentare)
am 04.03.2024 08:54

Natürlich ist man als Waffenlieferant einer Krieg führenden Partei Verbündeter.

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Klettermaxe (10.633 Kommentare)
am 04.03.2024 10:35

Die Grenze zur Kriegspartei ist eine dünne.

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leser (2.219 Kommentare)
am 04.03.2024 08:51

Wenn du eine Wespe erschlägst, weil sie dich permanent piesakt - bist du dann der Agressor?

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Klettermaxe (10.633 Kommentare)
am 04.03.2024 10:37

Wer der Aggressor ist, sollte i im Westen nicht strittig sein.

Die Frage ist aber, welche Länder offiziell gegen Russland in den Krieg marschieren. Das hat schon etwas mehr Konsequenzen als nur eine akademische Diskussion oder lächerliche Polemik mit Suggestivfragen.

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LASimon (11.215 Kommentare)
am 04.03.2024 11:54

Die Frage ist doch nicht, welche Länder offiziell gegen Russland in den Krieg marschieren. Russland führt doch schon seit vielen Jahren Krieg gegen die EU und ihre Mitgliedstaaten.

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u25 (4.928 Kommentare)
am 04.03.2024 10:25

bravo
voll ins Wespennest getroffen

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