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Scharfe internationale Kritik an Irans Angriff auf Israel

Von nachrichten.at/apa, 14. April 2024, 07:04 Uhr
Beratungen in Weißen Haus Bild: APA/AFP/WHITE HOUSE

WASHINGTON/JERUSALEM/TEHERAN. Der iranische Angriff auf Israel in der Nacht auf Sonntag hat international Empörung und Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten ausgelöst.

US-Präsident Joe Biden sicherte Israel die Unterstützung der USA zu. Scharfe Kritik am Iran übten unter anderem auch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und EU-Ratspräsident Charles Michel sowie Bundeskanzler Karl Nehammer und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP).

"Unser Engagement für die Sicherheit Israels gegen die Bedrohungen durch den Iran und seine Stellvertreter ist unumstößlich", schrieb US-Präsident Biden in einem Beitrag auf X (vormals Twitter) am Samstagabend (Ortszeit). Dazu veröffentlichte er ein Foto von einem Treffen mit seinem Krisenstab im Situation Room, dem Einsatzzentrum im Weißen Haus. Auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und US-Außenminister Antony Blinken, die an den Beratungen am Samstag teilnehmen, sind darauf zu sehen.

Bundeskanzler Nehammer verurteilte in der Nacht auf Sonntag auf X den iranischen Angriff auf Israel "auf das Allerschärfste". Österreich stehe an der Seite Israels, so Nehammer: "Wir fordern den Iran auf, jedwede Feindseligkeit sofort zu stoppen."

Auch Außenminister Schallenberg zeigte sich sehr beunruhigt über die Angriffe des Iran gegen Israel. "Das ist eine neue Eskalationsstufe in einer Situation, die bereits höchst gefährlich ist", schrieb er am späten Samstagabend auf X. Er forderte den Iran und dessen Verbündeten zudem auf, "nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen".

UNO-Generalsekretär Guterres sieht nach dem Angriff des Irans auf Israel das Risiko einer katastrophalen Zuspitzung der Lage im Nahen Osten. "Ich bin zutiefst beunruhigt über die sehr reale Gefahr einer verheerenden Eskalation in der gesamten Region. Ich fordere alle Parteien auf, größtmögliche Zurückhaltung zu üben, um Maßnahmen zu vermeiden, die zu größeren militärischen Konfrontationen an mehreren Fronten im Nahen Osten führen könnten", teilte Guterres am Samstag (Ortszeit) in New York. Er verurteilte den Angriff des Irans "aufs Schärfste" und forderte eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten.

Saudi-Arabien brachte unterdessen seine tiefe Sorge über die militärischen Eskalationen in der Region und die schwerwiegenden Folgen zum Ausdruck. In einer vom Außenministerium veröffentlichten Erklärung rief das Königreich alle Parteien dazu auf, äußerste Zurückhaltung zu üben und die Region und ihre Bevölkerung vor der Gefahr eines Krieges zu bewahren.

  • ZIB: Weltweit Sorge vor Eskalation im Nahen Osten

Auch Ägypten zeigte sich mit Blick auf den Angriff gegen sein Nachbarland Israel "extrem besorgt" und rief zu äußerster Zurückhaltung auf. Der vom Iran angekündigte Angriff sei Zeichen einer "gefährlichen Eskalation" zwischen den beiden Ländern, teilte das ägyptische Außenministerium am Samstagabend mit. Ägypten habe schon zuvor vor einer Ausweitung des Konflikts infolge von "Israels Krieg im Gazastreifen" gewarnt. Die Regierung in Kairo sei in ständigem Kontakt mit allen beteiligten Parteien, um die Eskalation zu stoppen. Ägypten hatte 1979 als erstes arabisches Land Frieden mit Israel geschlossen.

Der EU-Außenbeauftragte Borrell verurteilte den iranischen Angriff auf Israel scharf und sprach von einer "beispiellosen Eskalation". "Die EU verurteilt den inakzeptablen iranischen Angriff auf Israel auf das Schärfste", schrieb Borrell in der Nacht auf Sonntag im Onlinedienst X. "Dies ist eine beispiellose Eskalation und eine schwerwiegende Bedrohung für die regionale Sicherheit", fügte er hinzu. Ähnlich äußerte sich EU-Ratspräsident Charles Michel. "Es muss alles getan werden, um eine weitere regionale Eskalation zu verhindern", schrieb er auf X. "Noch mehr Blutvergießen muss vermieden werden." Die EU werde die Situation weiterhin aufmerksam mit ihren Verbündeten verfolgen.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den iranischen Angriff auf Israel und rief alle Seiten zur Besonnenheit auf. "Ich verurteile den unverhohlenen und ungerechtfertigten Angriff auf Israel auf Schärfste. Und ich fordere den Iran und seine Stellvertreter auf, diese Angriffe unverzüglich einzustellen", schrieb von der Leyen Sonntag früh auf X. "Alle Akteure müssen nun von einer weiteren Eskalation absehen und sich für die Wiederherstellung der Stabilität in der Region einsetzen", forderte die Kommissionschefin weiter.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz verurteilte die schweren iranischen Luftangriffe auf israelisches Staatsgebiet "mit aller Schärfe". Scholz, der sich zur Zeit auf einem dreitägigen China-Besuch befindet, will sich mit den G7-Staaten über eine Reaktion absprechen. "Mit dieser unverantwortlichen und durch nichts zu rechtfertigenden Attacke riskiert Iran einen regionalen Flächenbrand", teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Sonntag früh direkt nach der Ankunft von Scholz in der chinesischen Stadt Chongqing mit. Deutschland stehe eng an der Seite Israels. Außenministerin Annalena Baerbock verurteilte den iranischen Angriff über den Kurznachrichtendienst X ebenfalls "aufs Allerschärfste". "Iran & seine Proxies müssen diesen sofort einstellen. Israel gilt in diesen Stunden unsere ganze Solidarität", schrieb sie weiter.

China zeigte sich nach dem iranischen Angriff auf Israel "zutiefst besorgt" über die jüngste Eskalation im Nahen Osten. Peking rufe alle betroffenen Seiten auf, Ruhe zu bewahren, um eine weitere Zunahme der Spannungen zu vermeiden, teilte das chinesische Außenministerium am Sonntag weiter mit. Die verschärfte Lage sei der jüngste Ausdruck dessen, dass sich der Gaza-Konflikt ausbreite. China rufe die internationale Gemeinschaft und vor allem einflussreiche Länder auf, sich in konstruktiver Weise für Frieden und Stabilität in der Region einzusetzen.

Auch Japan verurteilte den iranischen Angriff. Dadurch werde die gegenwärtige Lage in Nahost weiter verschlechtert. "Wir sind tief besorgt und verurteilen diese Art der Eskalation scharf", erklärte das Außenministerium in Tokio.

Frankreichs Außenminister Stephane Sejourne verurteilte den iranischen Angriff ebenfalls. "Mit der Entscheidung zu einer solchen beispiellosen Aktion unternimmt der Iran den nächsten Schritt seiner destabilisierenden Aktionen und geht das Risiko einer militärischen Eskalation ein", schrieb er auf X.

Auch der britische Premierminister Rishi Sunak verurteilte den iranischen Angriff auf Israel "auf das Schärfste". "Diese Angriffe bergen die Gefahr, die Spannungen zu verschärfen und die Region zu destabilisieren", sagte Sunak einer Mitteilung vom Samstagabend zufolge. "Der Iran hat wieder einmal gezeigt, dass er vorhat, Chaos in seinem eigenen Hinterhof zu stiften." Großbritannien werde sich weiterhin für die Sicherheit Israels und aller regionalen Partner, einschließlich Jordanien und Irak, einsetzen. "Gemeinsam mit unseren Verbündeten arbeiten wir dringend daran, die Lage zu stabilisieren und eine weitere Eskalation zu verhindern. Niemand möchte mehr Blutvergießen sehen", sagte Sunak.

Argentiniens Präsident Javier Milei brach wegen der iranischen Luftangriffe auf Israel seine Auslandsreise ab. Er fliege aus den USA am Sonntag nach Argentinien zurück und nicht wie ursprünglich geplant nach Dänemark weiter, teilte sein Büro am Samstag (Ortszeit) mit. "In Anbetracht der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten mit der iranischen Offensive gegen Israel" wolle Milei einen Krisenstab bilden und sich mit verschiedenen Präsidenten westlicher Länder in Verbindung setzen, um Maßnahmen zu koordinieren.

Nach den iranischen Luftangriffen erklärte sich Milei mit Israel solidarisch: Argentinien unterstütze Israel nachdrücklich bei der Verteidigung seiner Souveränität - "insbesondere gegen Regime, die den Terror fördern und die Zerstörung der westlichen Zivilisation anstreben".

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8  Kommentare
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Zeitungstudierer (5.833 Kommentare)
am 14.04.2024 12:00

Und schon ist das Thema der Verbrechen des israelischen Militärs im Gazastreifen und der katastrophalen Lebenssituation der Zivilbevölkerung weg von dem Bildschirmen.
Man bringt woanders im Ausland ein paar Menschen um und schon sind die anderen Gräueltaten aus den Medien verschwunden.
So wird Kriegspolitik gemacht.

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nichtschonwieder (8.990 Kommentare)
am 14.04.2024 11:17

Der Schallenberg ist auch so ein Kriegstreiber.

Wer verurteilte den Angriff der Israelis auf die Botschaft?

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Biene1 (9.594 Kommentare)
am 14.04.2024 10:18

die EU-Staaten und Brüssel sind ein Synonym für "beispiellose Kriegs-Eskalationspolitik", da schauen sich offensichtlich andere Staaten etwas davon ab!

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metschertom (8.133 Kommentare)
am 14.04.2024 09:49

Ich habe den Eindruck das die Meisten der Regierenden den Sinn zur Realität und Verantwortung verloren haben. Die Gewaltspirale dreht sich immer schneller und bei diesem Tempo nur eine Frage der Zeit bis es so richtig eskaliert.

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nodemo (2.316 Kommentare)
am 14.04.2024 09:38

Wie ein 3.WK: Endlich erfolgte der angekündigte iranische Gegenangriff auf die israelische provozierte Attacke auf Irans Botschaft in Syrien und auf diesen Angriff wird es wieder eine militärische israelische Antwort gegen den Iran geben.

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observer (22.318 Kommentare)
am 14.04.2024 09:01

Dass man den Angriff verurteilt, das ist nachvollziehbar. Allerdings sollte man nicht einäugig sein, der Angriff auf die iranische Botschaft wurde von denen, die diesen Angriff veruteilen, grossteils nicht verurteilt. Wobei der absolut völkerrechtswidrig war. Zweierlei Mass ?

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Grausbirn (458 Kommentare)
am 14.04.2024 09:33

Sie können das Fragezeichen am Schluss gegen ein Rufzeichen ersetzen !

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Grausbirn (458 Kommentare)
am 14.04.2024 09:37

Sie können das Fragezeichen am Ende gegen ein Rufzeichen ersetzen, das wäre richtiger !

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