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Hamas-Behörde: Zwölf Menschen bei Klinik-Beschuss getötet

Von nachrichten.at/apa, 20. November 2023, 18:23 Uhr
(Symbolbild) Bild: MOHAMMED ABED (AFP)

GAZA. Beim Beschuss einer Klinik im nördlichen Gazastreifen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums der islamistischen Hamas zwölf Menschen getötet worden. Unterdessen kamen 28 der evakuierten Frühgeborenen aus dem umkämpften Shifa-Krankenhaus in Gaza zur Behandlung in Ägypten an.

Ein unbestätigter Medienbericht, wonach am Montag eine Kampfpause zur Freilassung von Geiseln beginnen sollte, bestätigte sich bis zum späten Nachmittag nicht.

Unter den Opfern seien mehrere Patientinnen und Patienten sowie deren Begleiter, teilte der Sprecher der Behörde, Ashraf al-Qudra, am Montag mit. Dutzende weitere seien verletzt worden. Das Ministerium machte Israel für den Angriff auf das indonesische Krankenhaus im Norden des Küstengebiets verantwortlich. Das israelische Militär äußerte sich auf Nachfrage noch nicht. Die Angaben Al-Qudras sind bisher nicht unabhängig zu überprüfen.

Augenzeugen berichteten von israelischen Panzern, die unweit des Krankenhauses stationiert seien. Nach Angaben von Al-Qudra sollen sich in der Klinik noch 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie tausende Vertriebene befinden. Eine genaue Zahl nannte er nicht. "Wir haben die Weltgesundheitsorganisation gebeten, die Patienten zu evakuieren", sagte Al-Qudra.

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KAIRO. Die ersten aus dem Al-Shifa-Spital in Gaza-Stadt evakuierten Frühgeborenen sind einem Medienbericht zufolge nach Ägypten gebracht worden.

Die indonesische Regierung verurteilte den Beschuss des Spitals scharf: Es habe sich dabei um einen "eindeutigen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht" gehandelt, teilte Außenministerin Retno Marsudi am Montag mit. "Alle Länder, insbesondere diejenigen, die enge Beziehungen zu Israel haben, müssen ihren gesamten Einfluss und ihre Fähigkeiten nutzen, um Israel zu drängen, seine Gräueltaten zu stoppen", fügte sie hinzu.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußert sich "entsetzt" über den Angriff. "Gesundheitspersonal und Zivilisten sollten niemals einem solchen Horror ausgesetzt sein, vor allem nicht in einem Krankenhaus", twitterte er. Bei dem Angriff seien zwölf Menschen, darunter auch Patientinnen und Patienten, getötet worden.

Israel wirft der Terrororganisation Hamas vor, Krankenhäuser im Gazastreifen für militärische Zwecke zu nutzen. Nach Angaben der Armee soll auch das indonesische Krankenhaus von "Terror-Infrastruktur" umgeben sein. Die Klinik sei etwa auf einem Tunnelsystem der Hamas gebaut worden. Unabhängig waren auch diese Angaben zunächst nicht zu überprüfen. Die Vorwürfe schürten jedoch Sorgen vor einem möglichen Einsatz in dem Krankenhaus-Komplex.

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28 der aus dem Shifa-Krankenhaus in Gaza evakuierten Frühchen sind inzwischen in Ägypten, einige befinden sich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge aber in Lebensgefahr. Der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira zeigte Babys in Brutkästen, die am Grenzübergang Rafah an ägyptische Krankenwagen übergeben wurden. Der Palästinensische Rote Halbmond bestätigte den Transfer.

Der WHO zufolge war keines von ihnen in Begleitung von Familienangehörigen, da das palästinensische Gesundheitsministerium die Verwandten nicht ausfindig machen konnte. Wegen des Mangels an Arzneimitteln kämpfen die Babys der WHO zufolge mit ernsthaften Infektionen. WHO-Mitarbeiter hatten die Zustände im Shifa-Krankenhaus nach einem ersten Besuch am Samstag als verheerend beschrieben.

Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen sind nach einem israelischen Luftangriff in der Stadt Khan Junis mindestens 70 Tote gezählt worden. Dutzende Patienten, darunter viele Kinder und Jugendliche, hätten im Nasser-Krankenhaus am Sonntag wegen schwerer Brandwunden behandelt werden müssen, erklärte die Hilfsorganisation unter Berufung auf ihre Mitarbeiter in der Klinik.

Libanon feuerte rund 25 Raketen in Richtung Israel ab

Die israelische Armee veröffentlichte zunächst keine Mitteilung zu den Berichten über Angriffe im Süden des Gazastreifens. Der israelische Verteidigungsminister Yoav Galant hatte am Samstag angekündigt, die Angriffe im Gazastreifen würden in Kürze auf den Süden ausgeweitet.

Extremistische Palästinenser im Gazastreifen feuerten indes erneut Raketen auf Israel ab. Es sei mehrfach Raketenalarm ausgelöst worden, auch in der Küstenmetropole Tel Aviv, teilte die Armee am Montag mit. Israelische Medien meldeten unter Berufung auf die Polizei, am frühen Abend sei in der Stadt Kholon bei Tel Aviv Raketensplitter gelandet. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Die Hamas übernahm die Verantwortung für den Beschuss.

Aus dem Libanon wurden nach Angaben der israelischen Armee am Montag rund 25 Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben mehrere Ziele im nördlichen Nachbarland an. Die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah bestätigte Angriffe in Israel und registrierte nach eigenen Aussagen mehrere Treffer.

Ägypten beschuldigte indes Israel, "systematisch" Hilfslieferungen für den Gazastreifen zu behindern. Ägypten unternehme alles, um Lieferungen über den Grenzübergang Rafah zu ermöglichen, sagte Außenminister Samih Shukri während eines Besuchs in China. "Aber Israels Politik, die Einfuhr von Hilfen zu behindern, ist systematisch", sagte Shukri seinem Sprecher zufolge. Israel wolle Palästinenser dazu "drängen", den Gazastreifen während der "laufenden Bombardements und Besatzung zu verlassen", argumentierte er demnach.

Unterdessen wollen israelische Politiker die Verhängung der Todesstrafe für Terroristen erleichtern. Der Ausschuss für innere Sicherheit des Parlaments diskutierte am Montag ein entsprechendes Gesetz der rechtsextremen Regierungspartei Otzma Jehudit (Jüdische Kraft).

Laut einem Entwurf des Gesetzes vom März soll mit dem Tode bestraft werden, "wer absichtlich oder aus Gleichgültigkeit den Tod eines israelischen Bürgers verursacht, wenn die Tat aus einer rassistischen Motivation erfolgt oder aus Feindseligkeit gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe" - mit dem Ziel, "dem Staat Israel zu schaden oder der Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Heimatland".

Im besetzten Westjordanland sollen Militärgerichte befähigt werden, mit einer einfachen Mehrheit Todesurteile auszusprechen. Ähnliche Vorstöße für eine Todesstrafe für Terroristen waren in der Vergangenheit gescheitert. Israel hatte die Todesstrafe für Mord im Jahr 1954 abgeschafft.

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2  Kommentare
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Skepsis (931 Kommentare)
am 21.11.2023 09:23

Der Hamas kann man genauso wenig glauben wie der israelischen Armee.
Nachdem unter dem Al Schifa-Spital statt der behaupteten riesigen Terrorzentrale nur ein 50 Meter langer Gang gefunden wurde (vermutlich ein Luftschutzraum), wird das nächste Krankenhaus überfallen.
Das ganze erinnert frappant an die US-Geheimdienstlügen über Massenvernichtungswaffen im Irak.

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tim29tim (3.344 Kommentare)
am 20.11.2023 20:35

Wer glaubt der sogenannten „Behörde“ einer Terrororganisation?
Angesichts dieser Zustände kann man froh sein in Österreich zu leben.

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