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Österreicher Zirngast aus Haft in Türkei entlassen - Strenge Auflagen

Von nachrichten.at/apa, 25. Dezember 2018, 20:25 Uhr
Max Zirngast ist frei  Bild: (AFP)

ANKARA. Der im September in der Türkei festgenommene österreichische Journalist und Student Max Zirngast ist am Dienstag unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden.

Dies teilte das Außenministerium in Wien mit. "Wir freuen uns mega", hieß es in einer Meldung der Solidaritätsplattform #FreeMaxZirngast auf Twitter.

Der 29-Jährige war nach seiner Entlassung aus dem Hochsicherheitsgefängnis Sincan 2 nahe der Hauptstadt Ankara am Montag zunächst auf eine türkische Polizeistation gebracht und dort festgehalten worden, um auf die Ausstellung eines Ausreiseverbotes aus der Türkei zu warten. Das Verbot gehört zu den Entlassungsauflagen für Zirngast.

 

Zuletzt hatten die türkischen Behörden mit seiner Freisetzung auf eine telefonische Bestätigung des am Dienstagvormittag bereits schriftlich vorliegenden Dokuments der türkischen Migrationsbehörde gewartet. Alle Formalitäten seien nun erledigt, berichtete Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer.

Video: Das sagte Max Zirngast in einer ersten Stellungnahme

 

Zu den weiteren Auflagen für seine Enthaftung gebe es bisher noch keine offizielle Verständigung. Dass sich Zirngast wöchentlich bei der Polizei melden müsse, wie einer von Zirngasts Anwälten mitgeteilt hatte, könne offiziell noch nicht bestätigt werden, so Guschelbauer. Der am Vortag diskutierte Hausarrest für den Österreicher sei am Dienstag nicht mehr im Gespräch gewesen.

"Der genaue Inhalt der Auflagen wird wohl in den nächsten Tagen noch offiziell mitgeteilt", sagte Guschelbauer. Die österreichische Botschaft müsse mit den türkischen Behörden und mit Zirngasts Rechtsvertretung weitere Gespräche führen.

Prozess soll im April starten

Auch der Inhalt der am Montag von einem türkischen Gericht akzeptierten Anklageschrift ist laut Außenministerium nach wie vor unbekannt. Seinem Anwalt zufolge muss sich Zirngastwegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verantworten. Der Prozess soll am 11. April 2019 beginnen. Bei einer Verurteilung drohen Zirngast bis zu zehn Jahre Haft.

Der 1989 geborene Steirer studiert seit 2015 Politikwissenschaft an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara und schreibt für verschiedene Medien in der Türkei und im Ausland, darunter das deutschsprachige linksradikale Magazin "re:volt". Dabei setzte er sich kritisch mit dem Verhältnis der Türkei zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK auseinander und verfasste regierungskritische Texte.

Zirngast zeigte sich nach seiner Entlassung auf Twitter auf einem gemeinsamen Grußbild mit Freunden und Familie sowie den zeitgleich enthafteten türkischen Aktivisten Hatice Göz und Mithatcan Türetken. Göz und Türetken waren im Zusammenhang mit dem Fall Zirngastfestgenommen wurden, ihnen wird ebenfalls Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen.

 

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC), Fred Turnheim, begrüßte die Freilassung Zirngasts in einer Aussendung. Gleichzeitig forderte der ÖJC "die sofortige Einstellung des Verfahrens gegen den Österreicher, der pünktlich zu Beginn der Ratspräsidentschaft von Erdogan als Geisel genommen wurde und am Ende der Präsidentschaft wieder freigelassen wurde" sowie "aller politisch motivierten Verfahren in der Türkei gegen rund 170 eingesperrte Journalistinnen und Journalisten".

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17  Kommentare
17  Kommentare
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Zappelphilipp (134 Kommentare)
am 26.12.2018 08:37

„Gefahren“ natürlich GROSS geschrieben!

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Zappelphilipp (134 Kommentare)
am 26.12.2018 08:35

Die „Gasrfreundschaft“ eines demokratisch gewählten Diktators genießen und Böses über ihn schreiben, birgt gewisse gefahren in sich!

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demokrat30 (128 Kommentare)
am 26.12.2018 07:55

Der Herr hat einen Tonfall in der Stimme wie ein "Deutscher."
Max Zirngast (geboren 1989 in der Steiermark) ist ein österreichischer Journalist (Wikipedia).
Gibt es auch einen Ort wo er geboren wurde?
Oder ist das ein Staatsgeheimnis?

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hepusepp (6.259 Kommentare)
am 26.12.2018 08:13

Bis jetzt hat Ihn kaum jemand gekannt, vielleicht ist er in der Linken Szene bekannt? Er dürfte jedenfalls kein so wichtiger Journalist oder sonst was sein!

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oneo (19.368 Kommentare)
am 26.12.2018 18:21

Ja, ein waschechter Linker, der auch in Deutschland sein Geschreibsel zu Papier gebracht hat.
Aber wie dumm muß man sein, in der Türkei regierungskritische Artikel zu verfassen?
1-2 Jahre Haft sind ihm auf jeden Fall sicher. Man hat ihn nur freigelassen, um ein wenig die Luft abzulassen.
Dummheit gehört aber in diesem Fall bestraft.

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franck (6.819 Kommentare)
am 26.12.2018 00:44

Die Türkei hat den Völkermord an den Armeniern noch nicht eingestanden, auch die kurdische Minderheit leidet an der Verfolgung. Darüber schreiben ist unerwünscht.

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Berni-Pelizzari (968 Kommentare)
am 26.12.2018 06:28

Heute gebe ich dir mal ausnahmsweise zu 100% recht.

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gscheidle (4.080 Kommentare)
am 25.12.2018 19:50

In dieses Land fahren und dann sudern weil der Kerker droht.
Darüber sollten sich alle Türkeireisenden im klaren sein, dass eventuell die Handschellen klicken.

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cochran (4.047 Kommentare)
am 25.12.2018 18:40

So sind halt die Journalisten sieh Spiegel.und dann jammern wenn man draufkommt

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PinkyFloyd (1.240 Kommentare)
am 25.12.2018 19:11

Was wollen Sie Herrn Zirngast unterstellen?

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bravespferd (4.628 Kommentare)
am 26.12.2018 05:27

2 Paar Schuhe! Der lügende Spiegel Heini war selbstsüchtig und karrieregeil motiviert. Zirngast setzt sich für eine im Nahen Osten verfolgte Minderheit ein. Dezenter Unterschied.

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europa04 (21.652 Kommentare)
am 25.12.2018 17:25

Warum ist der gesessen?
Hat er bestehende Gesetze nicht eingehalten?

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bravespferd (4.628 Kommentare)
am 26.12.2018 05:29

er spricht Kurden das Existenzrecht nicht ab und publiziert seine politische Einstellung. Das in Kombination mit einer Türkeireise = Terrorverdacht

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oneo (19.368 Kommentare)
am 26.12.2018 18:22

Dachte als Linker weißt Du das? Die Linken sind ja auch sonst sehr gut vernetzt wenns um Demos etc. geht.

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spoe (13.367 Kommentare)
am 25.12.2018 15:11

Und diesem Erdogan erlaubt man, die kurdischen Gebiete in Syrien zu besetzen!

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vonWolkenstein (5.562 Kommentare)
am 26.12.2018 06:20

Es bahnt sich der nächste Völkermord an und die Völkergemeinschaft = UNO wird tatenlos zuschauen. Putin wird gegen jede Resolution des Sicherheitsrates ein Veto einlegen. Nero war ein harmloser Bursche im Verhältnis zu den heutigen Diktatoren.

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rudigier (350 Kommentare)
am 26.12.2018 06:26

die Völkergemeinschaft hat auch 1991 zugeschaut, als Saddm Hussein Giftgas gegen die Kurden eingesetzt hat.

Bei den Berichten über die Beerdigung von Präsident Bush wurde der Irakkrieg nur ganz kurz erwähnt.

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