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Weltspiegel

Terrorverdacht nach brutaler Attacke in Kirche in Nizza

Von nachrichten.at/apa   29. Oktober 2020 18:28 Uhr

Emmanuel Macron am Schauplatz der Messerattacke

NIZZA. Bei einer brutalen Messerattacke in einer Kirche in der südfranzösischen Metropole Nizza sind mindestens drei Menschen getötet worden. Nun gibt es erste Details zum Täter.

Mehrere weitere wurden bei dem Angriff am Donnerstag verletzt, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus, Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "islamistischen Terroranschlag". Frankreich sei angegriffen worden. Es ist bereits die dritte Attacke in Frankreich innerhalb weniger Wochen.

Bei dem mutmaßlichen Attentäter handelt es sich Ermittlern zufolge um einen 21-jähriger Tunesier. Er soll am 20. September mit anderen Migranten über Lampedusa nach Europa gekommen sein, berichten italienische Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach wurde er am 9. Oktober in einem Flüchtlingslager in Bari registriert. Von den italienischen Behörden hatte er Berichten zufolge einen Abschiebungsbescheid erhalten. Wann und wie er nach Nizza gelangte, sei noch unklar, hieß es weiter.

"Harte und unerbitterliche Antwort"

Macron kündigte bei einem Lokalaugenschein in Nizza einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz "Sentinelle" des Militärs solle von bisher 3.000 auf nun 7.000 Soldaten aufgestockt werden. Macron war nach dem Anschlag in Begleitung von Ministern nach Nizza gereist.

Die Antwort der Regierung auf die Anschläge werde "hart und unerbittlich" sein, erklärte Premierminister Jean Castex vor der Nationalversammlung. Castex verurteilte den Anschlag in Nizza als "ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt".

Immer wieder "Allahu Akbar" gerufen

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi twitterte, der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Estrosi zufolge gleicht die Tat einem terroristischen Anschlag. "Ohne Zweifel" passe die Art und Weise zu dem Mord am Geschichtslehrer Samuel Paty vor wenigen Tagen. Zu Journalisten sagte Estrosi, die Opfer seien auf "entsetzliche Art" getötet worden. Der Täter habe immer wieder "Allahu Akbar" - arabisch für "Gott ist groß" - gerufen, selbst nach seiner Festnahme noch. Das Motiv für die Tat blieb zunächst aber unklar. Estrosi zufolge wurde der Angreifer bei seiner Festnahme angeschossen. "Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus, er ist am Leben."

Am 16. Oktober hatte ein 18-jähriger mutmaßlicher Islamist in einem Vorort von Paris den Geschichtslehrer Samuel Paty auf offener Straße mit einem Messer enthauptet. Paty hatte im Unterricht über Meinungsfreiheit die umstrittenen Mohammed-Karikaturen verwandt, die manche Muslime als Blasphemie werten.

Auch bei Avignon Attacke auf Passanten

Nach einem Angriff in der südfranzösischen Stadt Avignon, der sich fast zeitgleich zu dem Terroranschlag in Nizza ereignete, gibt es offenbar Entwarnung. Derzeit gebe es keine Hinweise auf einen Terrorhintergrund, berichteten Polizeikreise am Donnerstag. Die Polizei tötete den mutmaßlichen Angreifer, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Der Hörfunksender Europe 1 meldete zuvor, der Angreifer habe "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen. 

Weitere Festnahmen in Lyon und Paris

Auch im Zentrum von Lyon ist am Donnerstag ein mit einem Messer bewaffneter Mann festgenommen worden. Der Mann sei den Sicherheitsdiensten bekannt, hieß es weiter. Niemand wurde verletzt. Es gab zunächst keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der tödlichen Attacke in Nizza.

Die Zeitung "Le Parisien" berichtete außerdem von einer Festnahme in Sartrouville in der Nähe von Paris. Der Mann soll seinem Vater anvertraut haben, nach der Attacke in Nizza einen Anschlag verüben zu wollen, und habe ein Messer dabei gehabt, so die Zeitung weiter. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Wachmann vor Konsulat angegriffen

Ein Wachmann des französischen Konsulats im saudiarabischen Jeddah ist bei einem Messerangriff verletzt worden. Der einheimische Angreifer sei festgenommen worden, wie die französische Botschaft in dem Land am Donnerstag in einer Erklärung bekanntgab. Der Wachmann sei ins Krankenhaus gebracht worden, er sei aber nicht in Lebensgefahr.

Wie die Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf den Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi berichtete, griff ein rund 40 Jahre alter Mann den Wächter mit einem "scharfen Werkzeug" an. Der Täter wurde festgenommen. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Die französische Botschaft in Riad sprach in einer Mitteilung von einer "Messerattacke". Der verletzte Wachmann sei bei einer Sicherheitsfirma angestellt, erklärte die Botschaft, ohne dessen Staatsangehörigkeit zu nennen. Saudische Sicherheitskräfte hätten den Täter unmittelbar nach dem Angriff überwältigt.

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