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Weltspiegel

Berlusconi-Arzt: "Covid-19 existiert nicht mehr"

Von nachrichten.at/apa   01. Juni 2020 10:27 Uhr

HEALTH-CORONAVIRUS/ITALY
(Symbolbild)

ROM. Vom klinischen Standpunkt betrachtet, existiert das Covid-19 in Italien nicht mehr. Dies behauptet Alberto Zangrillo.

"Noch vor einem Monat behaupteten Epidemiologen, Italien würde Anfang Juni eine neue Epidemiewelle drohen. Das ist lächerlich. Das Virus existiert vom klinischen Standpunkt betrachtet nicht mehr", sagte Zangrillo, der in Italien auch als Arzt von Expremier Silvio Berlusconi bekannt ist und als Leiter der Abteilung für Intensivtherapien der San Raffaele-Klinik in Mailand vorsteht.

Aus den Abstrichen, die in den letzten zehn Tagen durchgeführt wurden, gehe klar hervor, dass die Virulenz des Covid-19 minimal gegenüber jener vor zwei Monaten sei. "Das sage ich im Bewusstsein des Dramas der vielen Patienten, die es nicht geschafft haben", sagte Zangrillo.

Der Experte beschuldigte die Regierung um Premier Giuseppe Conte, sich von Virologen beraten zu lassen, die das Land lahmgelegt und die Italiener terrorisiert hätten. "Wir wollen die Patienten behandeln, aber wir müssen auch dafür sorgen, dass Italien zu einem normalen Leben zurückfindet. Italien ist in der Lage, heute schon ein normales Leben zu führen", sagte Zangrillo.

Italien hat am Sonntag für ein 24-Stunden-Fenster wieder einen Rückgang bei der Zahl der Covid-19-Todesopfer gemeldet. 75 Gestorbene wurden am Sonntag verzeichnet, am Vortag waren es noch 111 gewesen, teilte der italienische Zivilschutz mit. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Italien vor über drei Monaten stieg somit auf insgesamt 33.415, jene der aktiv Infizierten lag bei 42.075.

Scharfe Kritik von Italiens Gesundheitsrat

Italiens Oberster Gesundheitsrat (CTS), der die italienische Regierung in Sachen Coronavirus berät, hat Zangrillo indes scharf kritisiert. Zangrillos Aussagen seien "oberflächlich und irreführend", so CTS-Koordinator, Agostino Miozzo. "Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für Zangrillos Aussagen. Am Sonntag wurden noch 80 Todesopfer und Hunderte neue Infektionsfälle in Italien gemeldet, 50 Prozent davon in der Lombardei, Zangrillos Region", kommentierte Miozzo, demnach sei die Pandemie in Italien noch nicht zu Ende.

CTS-Präsident Franco Locatelli bestritt, dass seine Behörde, Italien "terrorisiert" habe, wie Zangrillo behauptet. Italien habe die Zahl der Plätze auf den Intensivstationen aufgestockt. "Dies ist ein enormer Verdienst des italienischen Gesundheitssystems. Somit wurde eine angemessene Antwort auf die Anforderungen der Patienten geben. Die Plätze auf den Intensivstationen werden auch in Zukunft zur Verfügung stehen", so Locatelli. "Wir sollten darüber erfreut sein, dass die Lockdown-Maßnahmen die erhofften Resultate gebracht und die Verbreitung der Epidemie eingegrenzt haben. Damit konnten viele Menschenleben gerettet werden. Dies soll uns weiterhin zu verantwortungsbewusstem individuellen Verhalten bewegen", so Locatelli. Er bezeichnete Zangrillos Aussagen als "gefährlich". "Niemand darf das Drama vergessen, das Italien erlebt hat", sagte der CTS-Präsident.

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