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Frankreichs Richter und Staatsanwälte in Rage

Von Gerd Niewerth, Paris, 12. Februar 2011, 00:04 Uhr
Frankreichs Richter und Staatsanwälte in Rage
Protestmarsch von Richtern in Nantes Bild: Reuters

PARIS. Seit Tagen erledigen sie im ganzen Land nur die dringendsten Fälle, der Rest bleibt liegen. Am Donnerstag gingen Frankreichs Richter und Staatsanwälte auf die Straße.

Tausende demonstrierten beim Aufstand der schwarzen Roben in Nantes und Paris, hunderte in anderen Städten. Ihre Kritik an miserablen Arbeitsbedingungen gilt Präsident Nicolas Sarkozy. Obwohl immer mehr Arbeit auf die Justiz zukommt, baut die Regierung Stellen ab.

Es ist keine Seltenheit, dass in Frankreichs Justizpalästen bis spät in die Nacht und sogar an Wochenenden geschuftet wird. Philipp Tran-Van, Vater zweier Kinder, war Untersuchungsrichter in Pontoise. Er lebte in Scheidung, und die Aktenberge türmten sich. An einem Septembermorgen ließ er sich vom Neun-Uhr-Zug überrollen. Sein Abschiedsbrief gab Einblick in die Mühlen des Justizbetriebs.

Sein Selbstmord ist kein Einzelfall. Zuvor hatten sich bereits vier Richter in Metz, Caen und Avignon das Leben genommen. Sarkozy brachte das Fass zum Überlaufen, als er nach dem offenbar von einem Wiederholungstäter begangenen Mord an der 18-jährigen Laetitia aus Nantes auf die Justiz eindrosch.

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