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Weltspiegel

4200 Flüchtlinge aus völlig überfüllten Booten im Mittelmeer gerettet

04. Mai 2015 00:04 Uhr

4200 Flüchtlinge aus völlig überfüllten Booten im Mittelmeer gerettet
Helfer werfen Wasserflaschen in das Boot mit Flüchtlingen, die auf die Mittelmeerinsel Malta gebracht werden

ROM. Schiffe aus Italien und Frankreich beteiligten sich an der Rettungsaktion vor Libyens Küste.

Unter Leitung der italienischen Küstenwache wurden am Wochenende im Mittelmeer erneut mehr als 4200 Flüchtlinge gerettet, die meisten aus völlig überfüllten Booten vor der Küste Libyens. An den Einsätzen seien insgesamt 16 Schiffe beteiligt gewesen, teilte die Küstenwache gestern mit. Die Flüchtlinge sollen nun zur italienischen Insel Lampedusa, nach Sizilien und Kalabrien gebracht werden.

Zu den 16 Schiffen gehörte auch das Patrouillenboot "Commandant Birot" der französischen Marine, das seit zwei Wochen für den "Triton"-Einsatz unter Leitung der EU-Grenzschutzagentur "Frontex" unterwegs ist. An den Einsätzen, bei denen zwei Schleuser festgenommen wurden, waren zudem Schiffe der Küstenwache, des italienischen Zolls und zwei Schlepper und zwei Frachter beteiligt.

1750 Bootsflüchtlinge ertrunken

Schleuserbanden machen sich das durch den Bürgerkrieg in Libyen entstandene Chaos zunutze, um immer mehr Migranten auf oft kaum seetüchtigen und überladenen Schiffen in Richtung Europa zu schicken. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres kamen dabei im Mittelmeer mehr als 1750 Flüchtlinge ums Leben – 30 Mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die bisher größte Katastrophe ereignete sich Ende April, als beim Untergang eines völlig überladenen Schiffes vor der Küste Libyens möglicherweise mehr als 850 Menschen starben.

Nach den Flüchtlingstragödien beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel, die Mittel für die "Triton"-Überwachungsmission zu verdreifachen. "Triton" hat seitdem statt drei rund neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung.

Spezielle Rettungsaktion

Neben der EU-Mission haben die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" und die auf Malta registrierte gemeinnützige Stiftung "Migrant offshore aid station" (Moas) ihren eigenen Rettungseinsatz ins Leben gerufen. Ihr Schiff "MV Phoenix" brach am Samstag von Malta aus zu einer sechsmonatigen Mission auf. Ausgerüstet ist das Schiff mit einer Drohne zur Ortung von in Seenot geratenen Booten. Bei einem ähnlichen zweimonatigen Einsatz war das Schiff 2014 an der Rettung von 3000 Menschen beteiligt.

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