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Die CeBIT im Zeichen von China und Industrie 4.0

Von Leander Bruckbög   21. März 2015 00:04 Uhr

CeBIT 2015
Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit Chinas Vize-Premierminister Ma Kai am Stand von SAP.

HANNOVER. Die vierte industrielle Revolution ist da: In Zukunft bestimmt der Kunde, was in den Fabriken produziert wird.

"Wer jetzt nicht die Weichen für die Zukunft stellt, ist schnell vom Markt verschwunden", warnte der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf, am Sonntag zum Start der weltgrößten IT-Messe in Hannover. Größtes Thema auf der CeBIT war heuer "Industrie 4.0". Unter diesem Schlagwort ist eine neue industrielle Revolution gemeint, die die Produktion mit dem Internet vernetzt. Heraus kommt die "Smart Factory", die intelligente Fabrik. In der Autofabrik von morgen werden beispielsweise verschiedenste Automodelle auf Anfrage und genau nach Kundenwunsch gefertigt. Der Kunde bestimmt also in Zukunft, welche Produkte gefertigt werden.

Deutschland solle dabei eine Führungsrolle als digitalisierter Industriestandort einnehmen, sagte Klaus von Rottkay von Microsoft Deutschland. "Wir können die Erfolgsgeschichte des Wirtschaftsstandorts Deutschland digital fortschreiben, wenn wir jetzt entschlossen die Voraussetzungen für ein digitales Wirtschaftswunder schaffen."

Merkel drängt zur Eile

Bundeskanzlerin Angela Merkel drängt die deutsche Industrie bei diesem Thema schon lange zur Eile. In ihrer Rede nahm sie aber auch die EU in die Pflicht, einen digitalen europäischen Binnenmarkt voranzutreiben. Dazu seien zahlreiche Maßnahmen bei Informations- und Kommunikationstechnologien nötig, außerdem müsse endlich die Datenschutzverordnung verabschiedet werden, um für den riesigen europäischen Markt mit 500 Millionen Menschen gleiche Datenschutzstandards festzulegen.

Partnerland auf der CeBIT war dieses Mal China, das rund 620 Aussteller nach Hannover entsandte. Mit Vizepremierminister Ma Kai war auch hohe politische Präsenz vor Ort. Jack Ma, schillernder Chef des chinesischen Internethändlers Alibaba, hielt die Eröffnungsrede. Ma mahnte die traditionellen Unternehmen, die Umwälzungen in der Branche nicht zu übersehen. Heutzutage komme es mehr auf Köpfchen denn auf Muskeln an, deshalb sehe er in den Firmen der Zukunft auch mehr Frauen in Führungspositionen.

Umjubelter Snowden-Auftritt

Mit Edward Snowden war ein weiteres bekanntes Gesicht vertreten, wenn auch nur per Video. Der in Moskau im Exil lebende Aufdecker warnte einmal mehr vor den Gefahren einer vernetzten Welt. Vor allem die IT-Experten hätten die Geheimdienste im Visier. Snowden wurde in Hannover wie ein Popstar gefeiert. Zu seinem Ruhm meinte der 31-Jährige: "Ich habe mich gewundert, dass so viel über die Quelle nachgedacht wurde. Meine Meinung ist nicht wichtig, ich war nur der Mechanismus der Enthüllungen."

Konsumentenprodukte wurden auf der CeBIT auch präsentiert, darunter ausgefallene Geräte wie der IO Hawk, eine Art Segway ohne Lenkstange. Für knapp 1500 Euro erlaubt das Gerät dem Nutzer, etwa 20 Kilometer weit zu fahren. Ein weiterer Hit war der Dinosaurier für Kinder, der sich per Internet mit dem Supercomputer Watson von IBM verbindet und so allerlei Fragen von wissbegierigen Kindern beantworten kann. Navigationshilfe ohne Bildschirm bietet der Gürtel der Uni Osnabrück, der dem Nutzer mittels Vibrationen sagt, wohin er gehen muss.

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