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Toxine in oberster Wasserschicht: Bergseen werden zunehmend giftiger

Von nachrichten.at/apa, 21. September 2023, 06:35 Uhr
Wanderer mit Babys aus Bergnot gerettet
Bergseen sind zunehmend mit Toxinen belastet Bild: (Colourbox)

Welche Auswirkungen giftige Cyanobakterien haben können, zeigte sich diesen Sommer im Stausee Ottenstein im Waldviertel (NÖ), wo aufgrund der Belastung mit Toxinen dieser Bakterien vom Baden abgeraten wurde.

Ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung zeigte nun, dass in Bergseen die dünne, Steine, Wasserpflanzen und Boden bedeckende Mikrobenschicht (Biofilm) aufgrund des globalen Wandels zunehmend giftiger wird. Die Studie erschien im Fachjournal "Water Research".

Mittlerweile ist hinlänglich belegt, dass die Artenvielfalt, insbesondere im Süßwasser, aufgrund menschlicher Aktivitäten dramatisch abnimmt. Das wurde vor allem bei Tieren und Pflanzen dokumentiert, mikrobiellen Gemeinschaften wurde bisher noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei haben Mikroorganismen eine große Bedeutung für das Funktionieren von Ökosystemen.

So besteht die schleimige Schicht auf verschiedenen Oberflächen in Gewässern, etwa auf Steinen, aus Milliarden Mikroorganismen. Diese Mikroben bilden nicht nur die Basis des Nahrungsnetzes im Wasser, sie reinigen dieses auch und entgiften es, indem sie organische Schadstoffe abbauen. Damit haben sie großen Einfluss auf die Wasserqualität.

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Dirk Schmeller und Hugo Sentenac vom Institut National Polytechnique de Toulouse (Frankreich), an dem auch Luca Zoccarato vom Institut für Computergestützte Biologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und Wissenschafter des deutschen Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) beteiligt waren, hat Biofilme in 26 Seen in den französischen Pyrenäen über fünf Jahre untersucht.

Cyanotoxine - schädlich für Tiere und Menschen

Sie zeigten, dass sich die Zusammensetzung der Biofilm-Gemeinschaften erheblich verändert und die beachtliche Artenvielfalt in den Mikrobenschichten im Laufe der Zeit abgenommen hat: Bestimmte Algen wie Cyanobakterien haben sich vermehrt, während andere Mikroben-Arten, die eine gute Wasserqualität anzeigen, etwa Kieselalgen, abgenommen haben. Das Problem dabei: Einige Cyanobakterien bilden Cyanotoxine, die für Tiere und Menschen schädlich sind.

Probleme mit Cyanobakterien waren bisher eher von Flachlandseen bekannt. Dort kommt es immer wieder zu Vergiftungen von Hunden und Wildtieren durch Cyanotoxine. In Bergseen könnten die Veränderungen in der Zusammensetzung des Biofilms "Kaskadeneffekte in Nahrungsnetzen hervorrufen und die Widerstandsfähigkeit des gesamten See-Ökosystems gefährden. Der Anstieg potenziell toxigener Cyanobakterien erhöht auch das Vergiftungsrisiko für Menschen, Haus-, Wild- und Nutztieren, die Bergseen nutzen", schreiben die Wissenschafter in ihrer Arbeit.

Sie führen die Veränderungen in der Zusammensetzung des Biofilms auf mehrere gleichzeitig wirkende Faktoren zurück. Konkret untersucht haben sie Schwankungen des pH-Werts und der Wasserhärte als wichtige Treiber. "Sie werden unter dem Einfluss des Klimawandels durch Auslaugung des Gesteins weiter zunehmen", erklärte Schmeller in einer Aussendung. Die Forscher empfehlen daher Managementstrategien zu entwickeln, um Bergseen von beeinflussbaren Stressfaktoren wie Fischbesatz und invasiven Arten zu entlasten.

Zum Nachlesen: Die Studie online

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9  Kommentare
9  Kommentare
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diwe (2.436 Kommentare)
am 21.09.2023 16:36

Es ist immer wieder erstaunlich, dass Leute, die definitiv nichts von der Sache verstehen, ihren Müll absondern, anstatt sich mal mit Bergseen und ihr empfingliches Ökosystem zu beschäftigen. Wer sich einlesen möchte, kann das hier: https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Documents/Publikationen%20Wasser/Pub-Seen/Band%207%20Limnologie%20ausgew%C3%A4hlter%20Bergseen.pdf. Wem's zu aufwändig ist, für den reicht die jeweilige Zusammenfassung am Ende der Kapitel. Sollten sich die Temperaturen so weiterentwickeln, wird das Problen mit den Toxinen wohl auch bei normalen, kleineren Badeseen verstärkt auftreten. Da Cyanotoxine zu den stärksten bekannten Giften gehören, reicht schon eine relativ niedrige Konzentration, dass ein See gesperrt wird, wie in diesem und letzten Jahr diverse Seen in DE.

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dachbodenhexe (5.725 Kommentare)
am 21.09.2023 12:43

Sie werden unter dem Einfluss des Klimawandels durch Auslaugung des Gesteins weiter zunehmen"

Na so was, der Klimawandel ist nun auch dafür verantwortlich, dass das Gestein ausgelaugt wird.

Aber gab es die Auslaugung vom Gestein nicht schon imer? Wer sich eine Tropfsteinhöhle ansieht der entdeckt Stalaktiten und Stalakmiten diese Formationen entstanden seit Jahrtausenden dadurch dass kohlensäurehaltiges Wasser in das Gestein eindringt und bedingt durch die Oberflächenspannung an der Decke eines Hohlraums Kalk ablagert welches aus dem Gestein ausgeschwemmt wurde.

Es ist also nichts Neues dass Wasser das Gestein ausschwemmt, aber für die Klimaaktivisten scheint es so zu sein.

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maierei (1.223 Kommentare)
am 21.09.2023 12:38

Seit wann ist der Stausee Ottenstein ein Bergsee.

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diwe (2.436 Kommentare)
am 21.09.2023 21:50

Naja, bei 490 m über NN könnte man daran zweifeln. Weiß auch nicht, warum man den erwähnt hat. Da gibt es Seen, die sicherlich prädestinierter wären.

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MondFeuer (16 Kommentare)
am 21.09.2023 10:35

Na und? Erstens interessiert Wissenschaft den Durchschnittsösterreicher eh nicht und solange das Riesenschnitzel im Möbelhaus auf dem Teller liegt, ist ja alles voi supa !!!

Und zweitens ist der Planet in 50 Jahren ohnehin kaputt . Bzw. der Planet hat sich von seiner größten Plage, dem "Menschen" befreit..............

Also weiter mit Vollgas auf dem Highway to Hell !!!!!!!!!!!

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kulesfak (2.776 Kommentare)
am 21.09.2023 11:21

Genau, eine vom Menschen verursachte Klimaveränderung gibt´s ja nicht, wie uns ponyreitende "Klimaforscher" verkünden. Alles ganz natürliche Vorgänge.
Und wenn schon, auch wurscht, nach uns die Sintflut.

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lucky890 (2.187 Kommentare)
am 21.09.2023 08:54

"Die Forscher empfehlen daher Managementstrategien zu entwickeln, um Bergseen von beeinflussbaren Stressfaktoren wie Fischbesatz und invasiven Arten zu entlasten"

Wow, Managementstrategien gegen den Fischbesatz von Bergseen grinsen
heißt dann ab 1500m keine Fischteiche mehr, oder erst ab 2000m?

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nichtschonwieder (8.990 Kommentare)
am 21.09.2023 08:37

In Bergseen habe ich noch nie viele Fische entdeckt. Die können nicht Schuld sein.

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il-capone (10.485 Kommentare)
am 21.09.2023 18:07

Die Blinden können die Elritzen nicht sehen, die man in vielen Bergseen sieht.
Die Ärmsten aber auch, wenn sie ihr stupides Unwissen teilen MÜSSEN.

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