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Oberösterreich

Zahl der Infizierten steigt: Maßnahmen werden verschärft

Von OÖN   27. Oktober 2021 00:04 Uhr

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LINZ. Land verordnet FFP2-Maskenpflicht ab Freitag für den gesamten Handel

Verschärfte Maßnahmen treten ab 29. Oktober wegen der steigenden Infektionszahlen in Oberösterreich in Kraft, die FFP2-Maskenpflicht wird ausgeweitet. Ausreisekontrollen sind im Bezirk Braunau seit Dienstag in Kraft, aber auch in den Bezirken Gmunden und Freistadt könnten demnächst Kontrollen verordnet werden.

Wegen der steigenden Corona-Zahlen verschärft das Land Oberösterreich die Corona-Maßnahmen. So gilt ab 29. Oktober die FFP2-Maskenpflicht für Kundinnen und Kunden in allen Geschäften, Einkaufszentren und Kultureinrichtungen wie Museen und Bibliotheken. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird per 1. November die 3-G-Regel nach der Bundesvorgabe in Kraft treten. Oberstes Ziel sei die Verhinderung von Lockdowns und Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, hieß es aus dem Krisenstab des Landes.

Am Montag verzeichnete Oberösterreich mehr als 7000 aktiv nachweisbare Infektionen, fast 12.000 Menschen befanden sich in Quarantäne. Die 7-Tage-Inzidenz lag bei 388 pro 100.000 Einwohner. 204 Covid-19-Spitalspatienten waren auf Normalstationen in Behandlung und 37 auf den Intensivstationen. "Der Schutz der Gesundheit aller Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher steht an oberster Stelle", sagte Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (VP).

Erneut Kontrollen in Braunau

Die zusätzlichen Maßnahmen seien ein Resultat von steigenden Infektionszahlen und einer nicht ausreichend hohen Impfrate. Mit der Schutzimpfung gebe es die wirksamste Möglichkeit, sich und andere auch weiterhin zu schützen, so Haberlanders Appell an die Bevölkerung.

Bereits seit Dienstag sind Ausreisekontrollen im Bezirk Braunau in Kraft (siehe dazu auch Bericht unten). Denn am Montag war im Bundesland der für den Hochinzidenz-Erlass des Bundes maßgebliche Schwellenwert von 34 mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten überschritten worden – 37 Corona-Intensivpatienten wurden registriert. Für Bezirkshauptmann Gerald Kronberger kommt die Situation nicht überraschend, wie er im OÖN-Gespräch sagt. Die Infektionszahlen seien vor allem in Gemeinden mit niedriger Impfquote sehr hoch.

Kritik der Landes-SPÖ

In Oberösterreich wurden am Dienstag 821 Neuinfektionen verzeichnet, die Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland lag bei 387,9 und die Durchimpfungsrate bei 58,7 Prozent. Von den zuletzt 204 Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Spitäler waren 59,8 Prozent nicht vollständig immunisiert, von den 37 Intensivpatienten 75,7 Prozent. Angesichts der "noch zu niedrigen generellen Impfquote erkranken auch Geimpfte", erklärte Tilman Königswieser, Leiter des Salzkammergut-Klinikums und Mitglied des Krisenstabs des Landes. Auch wenn manche von ihnen sogar Krankenhausaufenthalte benötigten: "Individuell ist der Verlauf aber trotzdem abgeschwächt", betont Königswieser. Bei jenen Geimpften, die auf den Intensivstationen landen, handle es sich "fast ausschließlich um Personen mit schweren Grunderkrankungen und eingeschränktem Immunsystem". Laut Königswieser hätten "gerade diese Patientinnen und Patienten eine hohe Herdenimmunität benötigt".

Kritik an den Maßnahmen der Landesregierung kommt von der Landes-SPÖ. SP-Gesundheitssprecher Peter Binder sagt: "Unverantwortliches Zuwarten kesselt neuerlich die Braunauer Bevölkerung ein." Die Maskenregelung sei nur eine Alibihandlung: "Es gibt nur eine Option: Impfen, Impfen, Impfen", sagt Peter Binder.

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