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"Verbrechensopfer waren früher nur Randfiguren im Strafverfahren"

Von OÖN, 23. Februar 2024, 05:22 Uhr
"Verbrechensopfer waren früher nur Randfiguren im Strafverfahren"
Bild: (cbx, privat)

WIEN. Am Tag der Kriminalitätsopfer wurde Professor Udo Jesionek (86), der langjährige Präsident der Opferschutzorganisation Weißer Ring, feierlich verabschiedet

"Er ist eine Legende in diesem Bereich", sagte Innenminister Gerhard Karner (VP) und dankte Udo Jesionek, dem früheren Präsidenten des Jugendgerichtshofs, für sein langjähriges Engagement bei der Opferschutzorganisation Weißer Ring. Gestern war der Europäische Tag der Kriminalitätsopfer, aus diesem Anlass luden das Innenministerium und der Weiße Ring zu einem hochkarätigen Symposium ein.

Jesionek, an der Johannes Kepler Universität in Linz auch Honorarprofessor für Strafrecht, zählte 1978 zu den Gründungsmitgliedern des Weißen Rings, um sich für die Rechte und Bedürfnisse von Verbrechensopfern einzusetzen. Seit 1991 sei er Präsident und "unermüdlicher Motor" für die Opferschutzinteressen gewesen, wie es Karner formulierte. Jesionek ist nunmehr Ehrenpräsident des Vereines.

Der Weiße Ring wird inzwischen von einem kollegialen Präsidium geleitet, dem auch Professorin Lyane Sautner, Leiterin des Instituts für Strafrecht der JKU, angehört. Der Ausbau der Opferrechte sei eine Erfolgsgeschichte, betonte sie in ihrem Vortrag. Früher seien Opfer nur "Randfiguren im Strafverfahren" gewesen: Zeugen, die zur Wahrheit verpflichtet seien. "Bedürfnisse und Interessen der Opfer existierten rechtlich nicht", erst Ende der 1980er Jahre sei eine Trendwende erfolgt. "Es folgten schrittweise Verbesserungen, bis 2006 die psychosoziale und juristische Prozessbegleitung flächendeckend eingeführt wurde", sagte Sautner.

Dieses Thema ist auch für Ehrenpräsident Jesionek eine Herzensangelegenheit: "Ich konnte die Implementierung der Prozessbegleitung von Anfang an begleiten." Justizministerin Alma Zadic (Grüne) betonte, dass es für ein Opfer viel Mut und Kraft brauche, ein Strafverfahren zu durchlaufen. "Dazu braucht es Expertinnen und Experten, die die Opfer durch diesen Prozess begleiten." Fast 10.000 Betroffenen pro Jahr werde in Form von Prozessbegleitung geholfen. "Vielen Dank für dieses Engagement!"

"Wenn wir über Kriminalitätsopfer sprechen, sind das vielfach Frauen und Kinder, die betroffen sind", sagte Familienministerin Susanne Raab (VP) und verwies auf den Beschluss zur Einführung von Gewaltambulanzen. Diese dienen der Beweissicherung und sollen Verurteilungsquoten erhöhen.

Behördenübergreifend vernetzt

Laut Innenminister sprach die Polizei im Vorjahr mehr als 15.000 Betretungs- und Annäherungsverbote aus. Entscheidend sei die behördenübergreifende Vernetzung, zum Beispiel durch sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen. Diese hätten sich seit Einführung im Jahr 2020 fast verzehnfacht, sagte der Innenminister.

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2  Kommentare
2  Kommentare
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Philantrop_1 (169 Kommentare)
am 23.02.2024 08:36

Der Opferschutz, auch der präventive, indem man z. B. Kriminelle nicht ohne Dokumente ungeprüft ins Land lässt, ist noch immer viel zu wenig!

Oft hat man bei skandalös milden Urteilen den Eindruck, es gehe eher um Täterschutz...

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.160 Kommentare)
am 23.02.2024 14:36

Was ist mit den vielen Familiengewalttaten Einheimischer?

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